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Tausende feiern Winzerzug in Radebeul

Gelungene Premiere Tausende feiern Winzerzug in Radebeul

Der Radebeuler Winzerzug hat sich auch im Jahr 2015 als großes Spektakel erwiesen. Zur Feier von 300 Jahren Winzerzug und 25 Jahren Deutscher Einheit zogen am Sonntag rund 1000 Teilnehmer von der Festwiese Altkötschenbroda bis zur Hoflößnitz.

Radebeul. Die Sonne lacht, der „Herbst“ auf einer der Kutschen hat sein kürzestes Beinkleid aufgetragen und viele Weinbauern scharren mit den Hufen, weil sie eigentlich zurück in ihre Keller und zur Ernte auf die Weinberge müssten: Es ist wieder Winzerzug in Radebeul. Die halbe Stadt schien gestern unterwegs gewesen zu sein, um gemeinsam mit Hunderten auswärtigen Besuchern ein besonderes Spektakel zu erleben: den ersten Deutschen Winzerzug, zu dem Winzer aus allen 13 deutschen Anbaugebieten gekommen waren. Der Chef des Radebeuler Stadtweinguts Hoflößnitz, Jörg Hahn, hat sich damit vor allem einen persönlichen Traum erfüllt. Ein historisches Vorbild, wie für die etwas bescheideneren Radebeuler Winzerzüge, deren Wurzeln bis 1715 zurückreichen, gibt es für das gesamtdeutsche Spektakel freilich nicht. Trotzdem war der Sonntag nach dem 25. Jahrestag der Deutschen Einheit für ein solches, vermutlich einmaliges Ereignis ganz clever gewählt und hat für entsprechende Aufmerksamkeit gesorgt.

Der Radebeuler Winzerzug hat sich auch im Jahr 2015 als großes Spektakel erwiesen. Zur Feier von 300 Jahren Winzerzug und 25 Jahren Deutscher Einheit zogen am Sonntag rund 1000 Teilnehmer von der Festwiese Altkötschenbroda bis zur Hoflößnitz.

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Auf diese Aufmerksamkeit hoffte auch Christoph Reiner, der Vorstandsvorsitzende des Weinbauverbands Sachsen. Ein solcher Winzerzug mit Tausenden Besuchern sei eine hervorragende Werbung für das Weinbaugebiet Sachsen, das selbst für viele Weinkenner außerhalb des Elbtals noch so etwas wie ein böhmisches Dorf ist. Tatsächlich waren schon am Vormittag zahlreiche Ausflügler nach Radebeul gekommen und hatten an den zahlreichen Weinständen lange vor dem eigentlichen Winzerzug das eine oder andere Gläschen probiert. Der Zug selbst geriet dann zu einer Mischung aus Karneval mit üppigen Kostümen und regionalem Weinfest. Obwohl es der erste Deutsche Winzerzug war, erlebten die Besucher an den Straßenzügen erst zahlreiche barocke Bilder aus der Zeit um August des Starken. Erst dann kamen die Winzer und Bauern zum Zuge, die Gäste aus den auswärtigen Anbaugebieten waren erst ganz am Schluss eingereiht. Der Stimmung tat das aber keinen Abbruch. Insbesondere die Gäste von Saale-Unstrut sorgten mit ihrer lockeren Art für begeisternden Applaus der Zuschauer.

Der Winzerzug sollte ein Fest aus dem Jahre 1840 nachstellen, das auf einem Gemälde von Moritz August Retzsch zu sehen ist. Dass anno 2015 mit Alexandra zur Lippe eine echte Prinzessin auf dem Bock der ersten Kutsche saß und die Pferde durch die Massen bugsierte, sorgte dann bei dem einen oder anderen Zaungast schon für ein wenig Erstaunen. Hobbywinzer Jürgen Kalb aus Pillnitz, der sich mit viel Herzblut für den hiesigen Weinbau engagiert, lächelte nach dem Umzug glücklich. Am Start habe zwar ordentliches Organisationschaos geherrscht, das sei aber entlang der gut vier Kilometer langen Wegstrecke schnell vergessen gewesen. „Ich denke, die erwarteten 30 000 Gäste wurden locker erreicht“, sagte Kalb den DNN. Überall an der Strecke, selbst in engen Nebenstraßen, hätten Besucher gestanden. Das Weingut Hoflößnitz platzte am Ende aus allen Nähten. Wann der nächste Radebeuler Winzerzug starte, stehe noch nicht fest, erklärte Radebeuls OB Bert Wendsche (parteilos) bereits vorab. Zu Diskussionen stünden Umzüge alle zwei bis drei oder alle fünf Jahre.

Lars Müller

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