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Susann Fink ist Meißens neue Streetworkerin

Susann Fink ist Meißens neue Streetworkerin

Meißen. "Meißen - das ist bei aller Schönheit eine Herausforderung", sagt Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos). Gemünzt hat er diesen Spruch aber nicht auf sein eigenes Amt, sondern auf das Aufgabenfeld von Susann Fink, die seit Monatsbeginn als Streetworkerin in der Porzellanstadt beschäftigt ist.

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Susann Fink ist seit Monatsbeginn als Streetworkerin auf Meißens Straßen unterwegs. Dort will die 29-Jährige vor allem Jugendlichen bei Problemen wie Arbeitslosigkeit, Schulverweigerung oder Sucht einen Ausweg zeigen.

Quelle: Uwe Hofmann

Das bedeutet, dass die 29-jährige Cottbusserin in den Stadtteilen unterwegs sein wird und überall dort, wo sie Probleme sieht, Hilfe und die Vermittlung von Beratung anbietet. Themen können dabei Arbeitslosigkeit, Schulverweigerung sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch sein. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit wird sich Fink allerdings selbst setzen müssen, sagt OB Raschke. "Ich kann mich hier einer sehr großen Herausforderung stellen", sagt die neue Streetworkerin übereinstimmend mit ihrem neuen Dienstherrn.

Susann Fink ist auf dem zweiten Berufsweg zur sogenannten "aufsuchenden Sozialarbeit" gekommen, hatte zuvor in Cottbus als Bankangestellte gearbeitet. Irgendwann habe sie gemerkt, "dass es das für mich nicht ist", wie sie sagt. Nach einen dreimonatigen Praktikum als Streetworkerin kam die Gewissheit, dass sie sich im sozialen Bereich betätigen will. Zuletzt hat sie an der Technischen Universität Cottbus-Senftenberg "Soziale Arbeit" studiert. Fink bringt also nicht allzuviel Erfahrung, aber jede Menge Elan mit. Das sei bei Streetworkern normal, meint Raschke. Für viele Hochschulabsolventen sei die soziale Arbeit auf der Straße der Berufseinstieg.

Meißen hat sich sehr viel Mühe gegeben mit der Installation einer Streetworkerin. Nachdem eine erste Ausschreibung mangels adäquater Bewerbungen geplatzt war, habe man überlegt, wie man die Stelle am besten fassen könne, sagt Raschke. Das städtische Familienamt und das Jugendamt des Landkreises haben gemeinsam an einem Konzept dafür gestrickt. Auch die Idee, Fink bei der städtischen "Stiftung Soziale Projekte Meißen" zu beschäftigen, geht auf intensive Überlegungen zurück. "Dort sind auch Sozialpädagogen beschäftigt, so dass ein fachlicher Austausch stattfinden kann", begründet Raschke. "Das war uns wichtig, damit sie nicht allein herumwursteln muss."

Zudem kann Fink, die sich in den nächsten Wochen erst mit der Stadt, Ämtern, Beratungsstellen und Vereinen vertraut machen muss, auf das Wissen der übrigen 15 Stiftungsmitarbeiter bauen. "Wir wissen, wo die alle stehen, aber wir kommen nicht an sie heran", sagt Christa Arlt, die Geschäftsführerin der Stiftung. Gemeint sind vor allem Jugendliche und junge Familien, die mit ihren Sorgen und Nöten bisher nicht den Weg in die Amtsstuben gefunden haben, sei es aus Berührungsangst, sei es aus Unwissen. Susann Fink soll dem entgegenwirken und Verbindungen zu denen aufbauen, die bisher nicht erreicht werden.

Dabei ist eins klar: "Eine Person allein kann das nicht lösen", sagt Petra Micksch, die das Familienamt leitet. Von Fink wird entsprechend erwartet, in alle Richtungen Kontakte zu spinnen und je nach Fall Hilfe hinzuzuziehen. Solche Fälle dürften häufiger auftreten, denn wie Fink aus Erfahrung weiß, kann ein Sozialarbeiter nicht zu jedem in Schwierigkeiten steckenden Jugendlichen einen Draht haben. "Manche können nicht mit Frauen über ihre Probleme reden, andere nur mit Älteren oder Gleichaltrigen", sagt sie.

Noch wenig lässt sich über konkrete Einsatzgebiete der Streetworkerin sagen. Zum einen wegen der derzeit laufenden Kennenlernphase, zum anderen, weil sich die Schwerpunkte immer wieder verlagern, wie Raschke sagt. Susann Fink hat sich in ersten Gesprächen schon mal umgehört, wo der Schuh besonders drückt. "Oft habe ich gehört, dass Crystal Meth ein Thema ist."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.08.2014

Uwe Hofmann

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