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Streit vor Gerichtum Verfallvon Kuckuckstein

Streit vor Gerichtum Verfallvon Kuckuckstein

Über der Stadt Liebstadt thront ihr Wahrzeichen Schloss Kuckuckstein. Manch ein Bewohner macht sich große Sorgen um das historische Kulturgut, das eine 1000-jährige Geschichte hat.

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An fast jeder Außenfassade so auch am Schlossturm liegt das Mauerwerk blank.

Quelle: Daniel Förster

"Das Bauwerk befindet sich in einem desolaten, bedenklichen Zustand. Im Mauerwerk zeigen sich meterlange Risse und Grundbrüche. Im Dachbereich sind große Schäden zu sehen", schildert die Interessengemeinschaft Liebstadt in einem Brief an den Sächsischen Innenminister. Das Schreiben stammt aus dem Dezember 2013. Seither hat sich am Schloss nichts deutlich Sichtbares getan. Eine Mauer ist bereits teilweise eingestürzt. Wege am Schlosshang verwildern und verfallen.

Am Donnerstag gibt es einen Termin im Landgericht Dresden. Die Stadt Liebstadt klagt gegen die Global Castle Management GmbH. "Es geht um das Schloss", sagt Bürgermeister Hans-Peter Retzler (Linke). Weiter möchte er sich im Vorfeld der Verhandlung zu dem Thema nicht äußern. Während das Stadtoberhaupt schweigt, spricht ein Stadtratsbeschluss Bände. Dieser stammt aus dem November 2012 und wurde in nicht-öffentlicher Sitzung gefasst. Mit dem Beschluss ermächtigen die Räte den Bürgermeister eine im Kaufvertrag zu Schloss Kuckuckstein vereinbarte Vertragsstrafe in Höhe von einer halben Million Euro von der Global Castle Management GmbH gegebenenfalls gerichtlich zu fordern. Der Vorwurf: Der Schlossherr ist seiner Sanierungsverpflichtung nicht nachgekommen. Am Donnerstag wird die Angelegenheit um 11 Uhr im Landgericht verhandelt.

Im Kaufvertrag wurde im Jahr 2007 vereinbart, dass die "Management GmbH" in das Dach, die Dachentwässerung, die Außenfassade sowie in die Sicherung einer Mauer unterhalb des Schlosses investiert. Fünf Jahre hatte der Eigentümer dazu Zeit. Bereits am 25. Juli 2012 lief die Frist ab. "Wiederholten Aufforderungen der Stadtverwaltung mit der Bitte um Vorlage von prüffähigen Unterlagen zum Nachweis durchgeführter Sanierungsarbeiten ist der Erwerber bis dato nicht nachgekommen. Der Stadtrat geht davon aus, dass die vereinbarten Sanierungsverpflichtungen nicht erfüllt worden sind", heißt es in der damaligen Beschlussbegründung.

Die Räte forderten den Schlosseigentümer noch einmal auf, bis zum 20. November 2012 entweder Rechnungen über Instandsetzungsarbeiten vorzulegen oder die Vertragsstrafe von 500 000 Euro zu zahlen. Falls er dem Ultimatum nicht nachkommt, erhielt der Bürgermeister den Auftrag, den Anspruch vor Gericht durchzusetzen. Nun ist die Angelegenheit ein Fall für die Richter. Der Schlossherr war für eine Stellungnahme zu den Vorwürfen telefonisch nicht zu erreichen.

Die Beklagte Global Castle Management GmbH hält laut Gerichtssprecher Ralf Högner das Landgericht für "unzuständig". Denn sie habe ihren Sitz in Österreich. Laut der Argumentation des Unternehmens besteht kein Sanierungsbedarf an dem auf einem Gneisfelsen 30 Meter über dem Markt thronenden Schloss. Die Firma habe gegenüber dem Gericht geäußert, bereits etwa 580 000 Euro aufgewandt zu haben, berichtete Högner.

Schloss Kuckuckstein gilt als seltenes Baudenkmal der frühen Neugotik und der Frühromantik.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.03.2015

silvio Kuhnert

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