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Streit um Folgen des rassistischen Überfalls auf Jugendliche in Bad Schandau

Streit um Folgen des rassistischen Überfalls auf Jugendliche in Bad Schandau

Nach dem rechtsmotivierten Angriff auf Hamburger Jugendliche in Bad Schandau entbrennt nun ein Streit um die Außenwirkung des Überfalls. Klaus Brähmig, der CDU-Bundestagsabgeordnete aus der Sächsischen Schweiz und Vorsitzender des Tourismusausschusses im Bundestag hält es für "unwirklich" und "unerträglich", dass die Region stigmatisiert werde.

Es handele sich um einen „sehr bedauerlichen Einzelfall“.

„Ich verwahre mich dagegen, eine ganze Region zu stigmatisieren", sagt Brähmig. "Die Sächsische Schweiz ist eines der ältesten und schönsten Tourismusgebiete in Deutschland. Wir lassen uns die Region nicht kaputt reden und auch nicht kaputt machen", teilte der Bundestagesabgeordnete am Montag mit.

Die Opferberatung des RAA Sachsen hält dem die Zahl von elf rechtsmotivierten Angriffen im ersten Halbjahr 2013 entgegen. „Zwei schwerverletzte Jugendliche an zwei Wochenenden sind leider keine ‚bedauerlichen Einzelfälle‘. Unsere Statistik verdeutlicht, dass im Landkreis die Gefahr rechter und rassistischer Gewalt noch immer sehr hoch ist.“, sagt RAA-Mitarbeiterin Andrea Hübler.

Der Angriff auf die Hamburger Jugendlichen hatte zunächst viele Fragen hinterlassen. In der Nacht zum 7. September griff nach dem Ostrauer Dorffest in Bad Schandau eine Gruppe von etwa zwölf Personen eine Schulklasse an. Die Polizei sprach zunächst nur von leichten Verletzungen eines Schülers. Erst zu Beginn dieser Woche war bekannt geworden, dass die Verletzungen des 15-Jährigen deutlich schwerer sind. Zudem bestätigte das Operative Abwehrzentrum der Polizei jetzt auf Nachfrage der DNN, dass der Angriff einen fremdenfeindlichen Hintergrund hatte.

Laut Opferberatung ist es kein Einzelfall. Nur eine Woche später wurde auf einem Ortsfest in Cotta/Dohma ebenfalls ein 15-Jähriger brutal geschlagen und mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Auch hier soll der Täter der rechten Szene nahe stehen, so der RAA. In Bad Schandau, Dohma sowie in Pirna habe es in diesem Jahr weitere Vorfälle gegeben. Dort wurde im Februar ebenfalls ein 15-Jähriger mit einer Flasche auf den Kopf angegriffen und bereits am Boden liegend weiter geschlagen. Zudem wurde durch die Opferberatung ein Brandanschlag auf einen Asia-Imbiss in Pirna Copitz registriert.

„Wir brauchen eine ehrliche Auseinandersetzung über die Ursachen rechter Gewalt anstatt kurzfristiger Debatten über die Beeinträchtigung des Rufs der Region“, fordert Andrea Hübler.

Der Landkreis verurteilt den Übergriff: "Den Opfern gilt unser aufrichtiges Mitgefühl. Wir hoffen, die betroffenen Schüler nach Klärung der Vorfälle noch einmal in unserer Region begrüßen zu dürfen. Unser Ziel ist es, dieser Hamburger Klasse zu zeigen, dass Zivilcourage und Toleranz in der Sächsischen Schweiz zu Hause sind", hieß es in einer Erklärung.

"Ich verurteile den Übergriff aufs Schärfste", reagierte Pirnas OB Klaus-Peter Hanke (parteilos). Seit Jahren arbeite in der Sächsischen Schweiz ein umfangreiches Netzwerk aus Schulen, Verbänden, Vereinen, Migrantenorganisationen sowie Vertretern von Kirchen, Verwaltung, Polizei und Sicherheitsbehörden mit dem Ziel, rechtsextreme Erscheinungsformen zurückzudrängen, Demokratie und Toleranz zu stärken.

Der Verein "Aktion Zivilcourage" zeigte sich erschüttert. "Wir verurteilen die Übergriffe aufs Schärfste", sagte Vorstandsvorsitzende Judith Brombacher. "Die Folgen für den Tourismus sollten nicht das erste Problem sein", sagte Geschäftsführer Sebastian Reißig. "Es geht um den Jungen."

dpa / kt / sl

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