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Streit um Fällmaschinen in der Sächsischen Schweiz

Streit um Fällmaschinen in der Sächsischen Schweiz

Statt stille Waldidylle zu erleben, wurde der Dresdner Christian Helfricht Zeuge, wie Maschinen im Grenzgebiet der Sächsisch-Böhmischen Schweiz Bäumen zu Leibe rückten.

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Spuren des Holzeinschlags: Fichten liegen in Teile zersägt kreuz und quer auf dem Waldboden herum.

Quelle: privat/Christian Helfricht

Sächsische Schweiz. "In den hintersten Winkeln des Elbsandsteingebirges ist es erneut zu einem massiven Holzeinschlag direkt in der streng geschützten Kernzone gekommen. Dabei wurden mehrere Festmeter Holz vom Harvester eingeschlagen", beklagt der junge Mann, der sich in der Interessengemeinschaft (IG) Stiegen- und Wanderfreunde engagiert. "Die IG fordert ein Ende des Holzeinschlages mit schweren Forstgeräten zum Schutze der Natur im Nationalpark", teilt Helfricht mit. Es sei nicht vermittelbar, weshalb der Mensch keinen Zutritt zu Gebieten habe, die durch den Waldumbau mit Harvestern, besonders effektiven Baumfällmaschinen, dauerhaft zerstört würden, so der Wanderfan weiter.

Stein des Anstoßes ist unter anderem der Ort, an dem die Arbeiten stattgefunden haben. Helfricht war im Gebiet des Großen Zschand unterwegs. "Die Baumfällung wurde direkt am ehemaligen Grenzübergang durchgeführt, der aus Naturschutzgründen für Wanderer gesperrt ist", berichtet er. Der Holzeinschlag erfolgte auf böhmischer Seite in der Zone 1. "Die ist mit der geschützten Kernzone auf sächsischer Seite vergleichbar", so Helfricht. Hier sollte sich die Natur ungestört und frei vom menschlichen Einfluss entwickeln können. "Baumfällungen mit schwerem Forstgerät in diesem Gebiet sind nach Ansicht der IG nicht mit dem Schutzgedanken im Nationalpark vereinbar", stellt Helfricht klar.

Die Nationalparkverwaltung der Böhmischen Schweiz rechtfertigt Fällarbeiten in dem Gebiet mit dem Waldumbau. Einst wuchsen Tannen- und Buchenwälder im Elbsandsteingebirge. In der Vergangenheit wurde der ursprüngliche Baumbestand durch schnellwachsende Baumarten wie Fichten und Kiefern ersetzt. "Diese gewähren keine günstigen Lebensbedingungen für viele Tier- und Pflanzenarten und bei bestimmten klimatischen Bedingungen kann es schnell zu einem großflächigen Zusammenbruch der Wälder in Folge von Windwürfen, Schneebruch und nachfolgender Borkenkäfer- oder Nonnenfalter-Kalamitäten kommen", schreibt die Verwaltung auf ihrer Homepage. Sie wolle diese instabilen Nadelwälder allmählich in sogenannte naturnahe Mischwälder umwandeln. Dazu fänden auch Eingriffe in den Waldgebieten der 1. Zone statt. "Die heutigen Maßnahmen werden so geplant, dass dort in den nächsten Jahren keine Maschinen erneut hineinfahren müssen", teilt die Nationalparkverwaltung auf tschechischer Seite mit.

Auch in der Sächsischen Schweiz finden noch Waldpflegemaßnahmen statt, allerdings nicht in der Kernzone. Derzeit stünden noch auf 42 Prozent der Nationalparkfläche Monokulturen etwa aus Fichten. 2030 soll ihr Anteil nur noch ein Viertel betragen, informiert Nationalparkchef Dr. Dietrich Butter. Forstmaschinen kommen im Regelfall nur in den Wintermonaten zum Einsatz.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.08.2013

Silvio Kuhnert

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