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Streit stört Idylle am Brettmühlenteich

Streit stört Idylle am Brettmühlenteich

"Der Camperstreit war eigentlich nicht notwendig." Das schreibt Christian Creutz (parteilos), Bürgermeister von Tauscha im Landkreis Meißen, in seinem Gemeindeblatt.

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Die Idylle am Brettmühlenteich in Tauscha im Landkreis Meißen trügt. Der Streit zwischen Dauercampern und Bürgermeister schwelt noch immer.

Quelle: Archiv

Ein Schlussstrich unter dem mittlerweile seit mehr als einem Jahr schwelenden Konflikt zwischen der Gemeinde und den etwa 200 Dauercampern im Naherholgungszentrum (NEZ) Zschorna am Brettmühlenteich? Zumindest kein endgültiger.

Noch immer erhitzen die im vergangenen Jahr gekündigten Pachtverträge die Gemüter, die aus Sicht der Camper noch gültig sind (DNN berichteten). Nun sollen auf ein Jahr beschränkte "Anträge auf Nutzung des Campingplatzes" unterschrieben werden. Vor allem langjährige Dauercamper, die den Platz teilweise seit über 50 Jahren nutzen, sehen nicht ein, jedes Jahr aufs Neue ihren Aufenthalt zu beantragen. Andere stören sich an den gestiegenen Pachtgebühren auf nun 300 Euro pro Jahr. Ein Camper, der anonym bleiben möchte, meint: "Mich würde interessieren, wo unser Geld hinfließt. Die Toiletten sind noch aus DDR-Zeiten und einen Bademeister für den See gibt es auch nicht".

Michael Lippert vom Campingfreunde e.V. sieht das nicht so eng: "Die Erhöhung der Pacht sehen wir als Verein völlig ein", meint er. "Nur die neuen Verträge sollten überdacht werden". So müssten Camper zusätzlich bezahlen, wenn sie ihre bungalowartigen Bauten über den Winter stehen lassen möchten. "Wir haben die Parzelle so übernommen und wussten von solchen Plänen nichts. Unseren 'Bungalow' kann man im Winter einfach nicht abtransportieren, der Aufwand wäre immens", sagt Lippert. Ihm ist es besonders wichtig, von der Gemeinde Tauscha respektiert zu werden. "Wir wollen nicht als Asoziale abgestempelt werden, helfen gerne beim Instandhalten des Platzes und geben Acht, dass es abends nicht zu laut wird. Aber das wird ignoriert", findet er.

"Die neuen Verträge wurden einstimmig vom Gemeinderat beschlossen", verweist Creutz auf die Gesetzmäßigkeit der Regelung. Etwa 50 Camper hätten den Vertrag noch nicht unterschrieben und campieren momentan unrechtmäßig am Brettmühlenteich. "Das Problem sind vor allem diejenigen, die keine Platzmiete bezahlen", sagt Creutz. "Ihnen wird der Strom abgedreht und ein Platzverweis erteilt". Es werde laut Creutz auf keinen Fall weiter akzeptiert, dass sich einige wenige Campingfreunde über alle Regeln, die sich auch aus dem "alten" Pachtvertrag ergeben, hinwegsetzen können und sich wie in einer Art "Selbstbedienungsladen" bedienen.

Wie verärgert einige Camper sind, zeigen Drohungen, die den Bürgermeister per SMS oder im Gästebuch der Gemeindehomepage erreichten. "Ich wünsche dem BM keine ruhige Nacht mehr", heißt es dort zum Beispiel. "Es gibt schwarze Schafe. Dass gegen sie vorgegangen wird, unterstützen wir", bezieht Lippert klar Stellung. Der Vereinsvorsitzende und Creutz trafen sich erst jüngst zu einem Gespräch. "Es war positiv und konstruktiv", resümierte Lippert. Eine Einigung gab es jedoch nicht. Konnte es auch nicht. Denn noch immer laufen Gerichtsverfahren in dieser Streitsache. Zudem hatte die Kommunalaufsicht des Landratsamtes die finanziell angeschlagene Gemeinde Tauscha zu den neuen Verträgen geraten. Daran können auch die Proteste einiger Camper wenig ändern.

Johann Voigt

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