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Stopp für Pirnas Einkaufscenter

Stopp für Pirnas Einkaufscenter

Das Projekt Einkaufszentrum am Scheunenhof liegt auf Eis. Der Pirnaer Bauausschuss stoppte das Bebauungsplanverfahren. Die Verwaltung sucht nun nach einer Lösung, wie das Vorhaben wieder aus der Sackgasse gezogen werden kann.

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(Symbolbild)

Quelle: dpa

Im Grunde ist der sogenannte Entwurfs- und Auslegungsbeschluss ein formaler Akt in einem B-Planverfahren. Die Stadträte billigen die Planzeichnung samt Erläuterungen und der Entwurf wird danach öffentlich ausgelegt. Bürger und Institutionen dürfen Stellung dazu nehmen, Kritik, Änderungswünsche und Ergänzungen äußern. Im Allgemeinen passiert eine derartige Beschlussvorlage ohne großes Aufsehen und große Diskussion das zuständige Gremium. Mit einer Ja-Stimme, einer Nein-Stimme und fünf Enthaltungen fand jedoch der B-Plan für das Scheunenhof- Areal im Bauausschuss keine Mehrheit.

Den Stadträten wollte die Lockerung im vorgeschriebenen Warensortiment nicht gefallen. „Wir sollten die Pirnaer Liste nicht aufgeben“, empfahl Stadtrat Ulf Weise (Freie Wähler) seinen Kollegen. In der Liste ist geregelt, welche Produkte und Waren in der Innenstadt erwünscht und welche unerwünscht sind. Weise ist kein stimmberechtigtes Mitglied des Bauausschusses und hatte daher in den Zuschauerreihen Platz genommen. Von dort aus machte er deutlich, dass er die Zugeständnisse an den Investor satt hat. „Er hat die Bedingungen gekannt. Sie sollten daher nicht ständig aufgeweicht werden“, meinte Weise und stellte die rhetorische Frage: „Was kommt denn als nächstes?“ Die Idee zu einem innerstädtischen Einkaufscenter auf dem Scheunenhof- Areal am Dohnaischen Platz gibt es seit Mitte der 1990er Jahre. 2008 hat sich eine Arbeitsgruppe aus Verwaltung, Stadtrat und Händlerschaft auf Eckpunkte geeinigt. Unter anderem soll der Hauptmieter ein Lebensmittelmarkt sein.

Außer ihm sollen vor allem größere Modehäuser und ein  Elektronikmarkt einziehen. Die Hoffnung war, dass das Center Kunden aus dem Umland anlockt, die nicht nur in das Gebäude hinein-, sondern auch in die Straßen und Gassen der Altstadt hinausströmen. Das Warensortiment war vor allem auf Bekleidung, Schmuck, Computer und Co. beschränkt. Die Stadt gab sich später noch ein Einzelhandels- und Zentrenkonzept. In der „Pirnaer Liste“ wurden jene Warensortimente aufgelistet,  die in der Innenstadt erwünscht sind. Damitwollte man ein Überangebot bestimmter Warengruppen und einen Verdrängungs- und Konkurrenzkampf, bei dem es am Ende nur Verlierer gibt, verhindern.

Für das von Investor Edeka geplante Einkaufszentrum sollte nun die  Liste gelockert werden. Auf 25 Prozent der Verkaufsfläche sollten nunmehr auch nicht „zentrenrelevante Sortimente“ wie Möbel, Baugeräte, Zoobedarf oder Fahrräder angeboten werden. „Warum haben wir viel Geld für das Konzept ausgegeben, wenn wir uns nicht daran halten?“, fragte Weise. Die Verwaltung möchte die Beschlussvorlage nun im nächsten Stadtrat auf die Tagesordnung setzen. Mit dem Beschluss zur öffentlichen  Auslegung haben die Bürger die Möglichkeit, Stellungnahmen abzugeben. Im Abwägungsprozess könnten diese noch zu Veränderungen im B-Plan führen.

Silvio Kuhnert

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