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Stephan Schneider führt die UFT Radebeul mit christlichen Werten

Stephan Schneider führt die UFT Radebeul mit christlichen Werten

Gerecht führen und Gewinn erwirtschaften. Das sind für Stephan Schneider zentrale unternehmerische Ziele. Deshalb investiert der Inhaber der Umformtechnik Radebeul viel Zeit in Gespräche - mit Mitarbeitern, aber auch mit Kunden und Lieferanten.

Eine gute Strategie. Denn für die Dresdner IHK-Wirtschaftsförderin Ute Zesewitz ist die UFT eines der erfolgreichen Nachfolgebeispiele.

Seit Schneider das Unternehmen 2005 übernahm, verdreifachte sich die Mitarbeiterzahl auf gegenwärtig 140. Der Umsatz wuchs von sechs auf 15 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Vor allem diversifizierte das Unternehmen in mehrere Branchen. Vor acht Jahren machte ein Automobilzulieferer noch 80 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Inzwischen beträgt der Anteil dieser Branche lediglich die Hälfte und wird durch mehrere Kunden gesichert. "Diese Entwicklung ist beeindruckend positiv", so Zesewitz. Ein wichtiger Grund sind intensive Mitarbeitergespräche, urteilt Schneider.

"Wer sich gerecht behandelt fühlt und wertgeschätzt weiß, ist ganz anders bei der Arbeit", beobachtet der 56-jährige Ingenieur, der aus einer christlichen Familie stammt, deren Werte ihn geprägt haben: Der Unternehmer will vor allem gerecht sein. Aber auch erfolgreich, um seinen Mitarbeitern den gerechten Lohn zu zahlen, den sie seiner Meinung nach für ihre engagierte Arbeit verdient haben.

Eine Rückversicherung ist für ihn der Christliche Führungskräftekongress, den er alle zwei Jahre besucht. Mitte Januar dieses Jahres trafen sich in Leipzig 3200 Unternehmer, leitende Angestellte und Selbstständige, um sich im Kontext ihres christlichen Glaubens auszutauschen und miteinander zu beten. "Die intensiven Gespräche geben mir eine zusätzliche Orientierung auf dem richtigen Weg zu sein", so der Sohn einer evangelischen Organistin.

Der Stratege ist sich sicher, dass die intensive Kommunikation gut investierte Zeit ist. Denn wer mehr Zusammenhänge sieht, macht weniger Fehler und wer sich besser wertgeschätzt fühlt, identifiziert sich stärker mit seiner Aufgabe und seinem Arbeitgeber. "Ich weiß sehr viel Privates über meine Mitarbeiter. Dieses Wissen hilft mir, manches zu verstehen und individuell zu führen", sagt der ehemalige Leistungssportler.

So hat er erlebt, dass hinter einem Mitarbeiter, der plötzlich hohe Fehlzeiten hatte, ein Pflegefall in der Familie stand. Und eine Mitarbeiterin, die um das Einverständnis für einen Nebenjob bat, hatte in Wahrheit Geldsorgen, weil ihr Mann arbeitslos geworden war. In solchen Gesprächen sucht Schneider dann mit den Betroffenen Lösungen. Das kann befristete Teilzeit sein, ehrenamtliche Hilfe in der Pflege, unbürokratische finanzielle Unterstützung oder dass übergangsweise das Team Minderleistung auffängt.

Die persönliche Nähe, die der Unternehmer mit seinen Mitarbeitern pflegt, fällt auch Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) auf: "Es ist nicht selbstverständlich, dass das Sommerfest ein Familienfest ist". Bei seinen regelmäßigen Besuchen stellt er fest, dass bei der UFT ein besonderer Umgang gepflegt wird. Dass das Unternehmen wächst und nun 100 Einwohner mehr im Gewerbegebiet arbeiten, sei ein "Glücksumstand" für die Stadt.

Kritisch merkt Schneider an, es sei ihm heutzutage peinlich, wie viel er noch vor 20 oder zehn Jahren für seine Leistung gehalten habe, wo stattdessen Gott seine Hand im Spiel gehabt habe. "Allein kann ich faktisch doch fast gar nichts", sagt Schneider, der lange auf seine Managementtalente stolz war. Auf andere habe er früher gefühllos gewirkt. Emotion zu zeigen, habe er als Schwäche gewertet. Heute sei er dankbar, seine Gefühle zeigen und Empathie empfinden zu können.

Was ihn motiviert, ist der Nachweis, dass Sachsen ein guter Produktionsstandort sei. "Ich will Menschen Arbeit geben, eine Aufgabe und Teilhabe an einem Team", sagt Schneider. Deshalb habe er sich auch immer mehr zum Spezialdienstleister entwickelt, bei dem nicht der günstigste Preis das wichtigste Verkaufskriterium ist. Stattdessen versteht er sich auf systematische Produktlösungen, wo statt stereotyper Roboter individuelle Menschen ihr Know-how einbringen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.06.2013

Jens Gieseler

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