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Steinkoloss auf Kirnitzschtalstraße bereits beseitigt / Kletterer verpassten ihm Gipfelbuch und Namen

Steinkoloss auf Kirnitzschtalstraße bereits beseitigt / Kletterer verpassten ihm Gipfelbuch und Namen

Der Felsbrocken ist weg. Innerhalb von zwei Stunden wurde der Stein, der am Dienstagmorgen nach einem Felssturz auf die Kirnitzschtalstraße gerollt war, mit einem großen Meißel zerlegt und abtransportiert.

Bad Schandau.

"Insgesamt brachte er rund 68 Tonnen auf die Waage", informierte Peter Guderle, Referatsleiter Betrieb und Verkehr im Landratsamt Pirna. Ursprünglich hatte er mit bis zu zwei Tagen an Zeit gerechnet, um den Koloss zu beseitigen. Nach den Messungen des Kartografen Rolf Böhm war der Brocken 3,72 Meter hoch, 3,20 Meter breit und 3,80 Meter lang. Der Stein hatte einen Umfang von 11,20 Meter.

Auch wenn der Fels nicht mehr die Kirnitzschtalstraße blockiert, bleibt die Talstraße weiterhin gesperrt. Denn von der Felswand geht immer noch eine Gefahr aus. Eine Spezialfirma begann gestern mit den Aufräumarbeiten. "Sie muss noch einiges an Gestein aus der Felswand sowie Bäume darüber herausholen", berichtete Guderle. So steht oberhalb der Hangkante eine Eiche, die mit ihren Wurzeln den Fels ebenso wie das Wurzelwerk einer Kiefer gesprengt und damit den Felssturz mit verursacht haben soll. Der Baum muss nun gefällt werden. Die Arbeiten an der Wand dauern rund eine Woche. Erst danach können die Geröllmassen und umgestürzten Bäume an der Böschung neben der Straße beräumt werden. "Dort liegen noch einmal zwischen 70 und 80 Tonnen", schätzte Guderle. Für diese Arbeiten wird eine zusätzliche Woche benötigt, sodass die Kirnitzschtalstraße voraussichtlich erst in 14 Tagen für den Verkehr wieder frei ist.

Die Gasthäuser im Tal haben weiter offen, auch wenn der für sie wichtige Zugang von Bad Schandau aus derzeit gesperrt ist. Über Sebnitz gelangen Besucher ohne Probleme mit Auto oder Bus zu den beliebten Ausflugszielen im Kirnitzschtal. Dort kam der Kletterverein Buschmühle 97 am Montagabend auf eine wahre Schnapsidee. "Wir beschlossen, den Gipfel des Felsbrockens zu besteigen", sagte Gründungsmitglied und Buschmühlenwirt Stefan Gernert, und das natürlich in Bergsteigertradition mit einem echten Gipfelbuch. Die Gründe, warum dieser "Berg" nach einer Erstbesteigung rief, waren recht einfach. "Es kommt nicht aller Tage ein Fels quasi vom Himmel gefallen", so Gernert.

Gegen 22 Uhr versammelten sich rund 20 Bergsportenthusiasten um den Felsbrocken. Nach alter Tradition wurde der Weg "Alter Weg" genannt. Die weiteren Kletterwege bekamen die Namen "Schleimkante", "Schleimspur", "HOPivo-Kante", "Westwand", "Weg DJ" und "Vollsperrung". Jeder Gipfelstürmer trug sich in das Buch ein. Kartograph Böhm zeichnete noch in der Nacht die Kletterwege auf eine Karte. Einen Namen bekam der Stein auch. "Wir tauften ihn 'Eintagsfliege'", berichtete Gernert.

Das Gipfelbuch befindet sich nun in der Buschmühle. Allerdings kam beim Abstieg die Gipfelbuchkassette abhanden. Für den Finder - Baggerfahrer Torsten Henke - sponsert Gernert einen Kasten Bier. Wie der Buschfunk raunte, soll er mit seinen Kollegen den Finderlohn noch gestern Abend eingelöst haben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.09.2014

Silvio Kuhnert

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