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Stein gewordene Partnerschaft - Deutsch-tschechisches Projekt endet im September in Coswig

Stein gewordene Partnerschaft - Deutsch-tschechisches Projekt endet im September in Coswig

"Die letzte Rechnung ist geschrieben", sagt Ulrike Tranberg. Das deutsch-tschechische Förderprojekt, das Coswig die Casa Bohemica beschert hat, geht im September offiziell zu Ende.

Coswig.

Vorbei ist es mit der länderübergreifenden Zusammenarbeit Coswigs mit der Partnerstadt Lovosice damit allerdings noch lange nicht, wie die Verantwortliche, Tranberg selbst bekräftigt. Dafür sorgen schon die strengen Förder- statuten der Europäischen Union, die bis 2020 den Fortbestand der Casa Bohe- mica als deutsch-tschechisches Zentrum vorschreiben. Danach steht den Coswigern frei, was sie mit den Räumen anstellen. Doch das sei nur der gesetzliche Rahmen, meint Tranberg. In den Jahren der gemeinsamen Zusammenarbeit seien so viele Bänder zwischen den beiden Elbstädten geknüpft worden, dass die erst 1998 begründete Partnerschaft zwischen Coswig und dem nordböhmischen Lovosice in der Euroregion Elbe/Labe als vorbildhaft gelte, wie Tranberg nicht ohne Stolz sagt. Egal ob Kegelbrüder, Kirchgemeinden oder Schulen - sie haben Freundschaftsbande geknüpft. "Die gemeinsame Arbeit am Projekt hat der Städtepartnerschaft richtig Auftrieb gegeben", sagt sie.

Dabei fing alles eher prosaisch mit dem maroden Rathaussaal in Lovosice an. Der sollte mit EU-Mitteln saniert werden. Die könnten aber nur fließen, wenn die Coswiger 10 000 Euro beisteuern. Dafür wollten die Lovosicer den deutschen Friedhof in ihrer Stadt sanieren. Beiderseits der Grenze war man nach einiger Diskussion gewillt, allerdings hatten sich in der Zwischenzeit die Förderbedingungen geändert. Demnach bekämen die Böhmen nur dann Geld, wenn ihre sächsischen Partner auch in ihrer Stadt etwas Deutsch-Tschechisches auf die Beine stellen. Nach langen Diskussionen stand 2011 das Investitionsobjekt fest: ein marodes Remisengebäude, das bis dahin an der Einfahrt der Villa Teresa vor sich hin moderte.

Insgesamt eine Million Euro stecken im Projekt, davon 850 000 Euro Fördermittel. Lovosice investierte davon 600 000 Euro in die Sanierung seines historischen Saals, der seither für deutsch-tschechische Veranstaltungen und zur Vorstellung der Partnerstadt genutzt wird. Coswig verbaute insgesamt 400 000 Euro. Dafür entstand eine Art touristisches Multifunktionshaus. Touristen werden vom nahen Elberadweg in die dortige Touri-Zentrale gelotst, die zwar unbemannt ist, aber in den Sommermonaten per Zeitschloss zwischen 8 und 22 Uhr geöffnet wird - deutlich länger als die Tourismus-Zentrale im Rathaus. "Wenn ich bedenke, wie viele Broschüren ich hier nachlegen muss, wird das Angebot ganz gut angenommen", meint Tranberg. Der Clou dabei: Ein Automat mit Touchscreen, der Auskunft über verfügbare Gästezimmer, Veranstaltungstermine und die Stadt an sich gibt. Zwar wirkt das System noch nicht in allen Menüpunkten einwandfrei, verschafft dem Radler aber einen schnellen Überblick, ohne dass er in die Stadtmitte fahren muss. Im Obergeschoss hat die Stadttochter Wohnbau- und Verwaltungsgesellschaft mbH (WBV) zwei Ferienwohnungen eingerichtet, die vor allem von Gästen der Villa Teresa genutzt werden.

Außer dem Automaten und Regalständern mit Broschüren gibt es kaum Mobiliar in der Touri-Info, damit kann der Raum auch für Veranstaltungen für 40 bis 50 Personen genutzt werden. So gab es dort schon einen tschechischen Weihnachtsmarkt. Dafür wurde dann auch der benachbarte Salon genutzt, der sonst verschlossen bleibt. Wenigstens sieben deutsch-tschechische Veranstaltungen wird es dort im Jahr geben - so lautet die gemeinsam gefasste Vereinbarung. "Ich denke, dass wir damit keinerlei Probleme haben werden", kommentiert Tranberg die Auflage.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.08.2014

Uwe Hofmann

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