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Status Quo im städtischen Weinberg

Status Quo im städtischen Weinberg

Viel ändern soll sich nicht auf den Rebflächen der Stadt. Mit dieser Grundsatzentscheidung hat der Stadtrat beschlossen, in nächster Zeit auslaufende Pachtverträge für die städtischen Weinbauanlagen für 25 Jahre zu verlängern, wenn die dortigen Pächter das auch wollen.

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Nicht nur die Friedensburg ist heißbegehrt. Die darunter liegenden Rebanlagen gehören der Stadt und stellen so eine Art Tafelsilber Radebeuls dar.

Quelle: Martin Förster

Die Konsequenzen reichen weiter, als es sich zunächst anhört.

Es geht um insgesamt 18 Hektar Rebflächen, die über mehrere Lagen verteilt sind, unter anderen am Krapenberg, Paulsberg und Terrassenberg. Sie sind zumeist an das Staatsweingut Schloss Wackerbarth und das städtische Weingut Hoflößnitz verpachtet, aber auch an zahlreiche Nebenerwerbswinzer, die ihren Wein an die Winzergenossenschaft Meißen abliefern. An sie vor allem ist die Botschaft gerichtet. "Sie haben mit ihrer Arbeit erheblich zum Wiederaufbau und Erhalt der Kulturlandschaft beigetragen", sagt Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos). Dass die Stadt ihnen jetzt stabile Verhältnisse zubilligt, lässt sich auch als Dankeschön verstehen. Denn aus den Flächen ließe sich durchaus mehr erlösen als die jährlich rund 10.000 Euro Pachteinnahmen.

So mahnt der CDU-Fraktionsvorsitzende Ulrich Reusch langfristige Lösungen auch im Hinblick auf die "Interessen der privaten Winzer" an. Neue Rebflächen im kleinen sächsischen Anbaugebiet sind insbesondere bei den mittelgroßen Weinbaubetrieben stark nachgefragt. "Die Begehrlichkeiten bei den Winzern sind groß", sagt der FDP-Fraktionsvorsitzende Frank Sparbert, der auch der Weinbaugemeinschaft Zitzschewig vorsitzt. Er liegt mit OB Wendsche auf einer Linie, der "keinen Wettbewerb um den Berg" will, sondern lieber die bestehende Struktur des Weinbaugebiets gestärkt sieht.

Das ist auch mit Problemen behaftet. So stellt sich immer drängender die Frage der Nachfolge. Derzeit gibt es rund 2500 Nebenerwerbswinzer im ganzen Anbaugebiet, es waren einmal 3200. Gut möglich also, dass das Thema Verkauf über kurz oder lang zwangsläufig wieder auf den Plan kommt, weil die meist älteren Hobbywinzer keinen finden, der ihre Arbeit fortführen will. Zumal die Stadt in die Pachtverträge eine weitere Bedingung hineinschreiben will, die für kleine Pächter nicht gerade günstig ist. Die Hälfte der Eigenanteile für eine Trockenmauersanierung in Steillagen sollen sie bezahlen. Das könnte für einzelne ziemlich teuer werden, kostet der Quadratmeter sanierte Weinbergsmauer doch um die 450 Euro. Fördermittel gibt es derzeit dafür nicht.

Ein kleines Stück will die Stadt ohnehin schon veräußern. Rund 15.000 Quadratmeter am Eggersweg sollen verkauft werden, allerdings werden davon nur rund 1000 Quadratmeter auch für den Weinbau genutzt. Der Rest ist Wald.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.05.2014

Uwe Hofmann

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