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Startschuss mit zweitem Spatenstich für DRK-Werkstatt in Meißen

Startschuss mit zweitem Spatenstich für DRK-Werkstatt in Meißen

Meißen. "Das ist ja mal keine symbolische Grundsteinlegung, hier ist es ja wirklich losgegangen", sagt Rüdiger Unger, Vorstandsvorsitzender des Landesverbandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).

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Holger Löser, Präsident des DRK-Landesverbandes, OB Olaf Raschke (parteilos) und die Meißner Sozialamtsleiterin Bärbel Seifert (v.l.) versenkten vor der Grundsteinlegung eine Zeitkapsel.

Quelle: Uwe Hofmann

Tatsächlich ist auf der Baustelle an der Ziegelstraße in Meißen schon allerhand Betrieb. Bis November 2015 soll dort für rund 3,5 Millionen Euro eine neue DRK-Werkstatt entstehen, in der 120 Menschen mit Behinderung Arbeit finden. Insgesamt beschäftigen die DRK-Werkstätten Meißen, deren Hauptsitz in der Nachbarschaft des Baufelds gelegen ist, 268 Mitarbeiter.

An der Zahl soll sich auch nach der Eröffnung der neuen Werkstatt nichts ändern, wie der Leiter der DRK-Werkstätten, Michael Rollberg, sagt. Sie soll eine Außenstelle an der Zaschendorfer Straße ersetzen. Bei diesem Standort handelt es sich zwar um ein "kleines, aber feines Produktionsgebäude", sagt Rollberg, das aber vor allem wegen zu geringer Raumgrößen und einem fehlenden Aufzug für die Beschäftigung behinderter Menschen ungeeignet sei. Die benötigen zumeist größere Arbeitsräume, die barrierefrei zu erreichen sind. All das bietet der Neubau, für den es allerdings schon knapp vor einem Jahr den damals noch symbolischen ersten Spatenstich gab.

Es habe planerische Probleme mit der Zufahrt gegeben, außerdem so manche Überraschung auf dem Grundstück, erklärt DRK-Vorstands-Chef Unger die Verzögerung. Eine Schwierigkeit habe sich beispielsweise aus der früheren Nutzung des Geländes als Deponie ergeben, ergänzt Werkstätten-Chef Rollberg. Zu viele Keramikscherben und Metallteile hätten sich im Boden befunden, so dass der Kampfmittelbeseitigungsdienst nach einer ersten Prüfung den gesamten Erdaushub überwacht hat. Es hätte ja auch eine Fliegerbombe sein können, die die Metalldetektoren zum Auslösen brachte. Wegen der Verspätungen muss es jetzt mit dem Bau zügig voran gehen. Es gebe zwar noch einen Zeitpuffer, der allerdings nicht allzu üppig bemessen sei, sagt Rollberg. Gebaut wird deshalb auch in Fertigbauweise. Ziel ist es, den Rohbau noch vor Weihnachten stehen zu haben und dann zügig so abzudichten, dass der Ausbau im Inneren voranschreiten kann, wie Architekt Raik Dünnbier erläutert.

Mit dem Neubau kräftigen die DRK-Werkstätten auch ihre Neuausrichtung, die Leiter Rollberg nach seinem Amtsantritt im April begonnen hat. Ziel sei es dabei, stärker mit der regionalen Wirtschaft zusammenzuarbeiten. "Wir wollen unsere Mitarbeiter im ersten Arbeitsmarkt unterbringen und sie nicht einfach nur beschäftigen", sagt Rollberg. Das gelinge nur, wann man die Werkstatt nicht abschottet, sonder zu Kooperationen mit Unternehmen finde. Bisher arbeiten die DRK-Werkstätten mit etwa 50 Firmen zusammen. Die lassen beispielsweise ihre Produkte verpacken oder Holz zuschneiden.

Für ausbaufähig hält Rollberg vor allem den Bereich Werbung und Druck. Vorteil sei, dass die DRK-Werkstätten auch kleine Serien von Werbeartikeln anbieten können, was sie für kleinere Unternehmen attraktiv macht. Einen ersten Test in dieser Richtung will man im Weihnachtsgeschäft unternehmen. Meißens Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) versteht denn auch die neue Werkstatt als eine Verbesserung des Meißner Wirtschaftsstandorts. Es sei nicht ausgeschlossen, dass sich eine Firma in Meißen ansiedelt, weil sie dort die geeigneten Zulieferdienste bekommt, meint er.

Mit dem Werkstattneubau reagiert das DRK nicht zuletzt auf veränderte Bedingungen. So seien Rollstuhlfahrer kaum noch in den Werkstätten anzutreffen, weil sie im ersten Arbeitsmarkt unterkommen, sagt Werktstättenleiter Rollberg. "Wir haben es oft mit mehrfach Schwerstbehinderten zu tun, die von der Förderschule kommen und von uns für den Arbeitsmarkt fit gemacht werden", sagt er. Und zunehmend auch mit Menschen, die psychologische Probleme haben, sei es wegen Drogenmissbrauchs oder weil sie unter schwierigen Verhältnissen aufgewachsen sind. In der neuen Werkstatt bekommen sie entsprechend eigene Räume. "Ihre Zahl steigt, während die Anzahl der körperlich und geistig Behinderten aufgrund der pränatalen Diagnostik eher stagniert", sagt Rollberg. Viele möglicherweise Behinderte würden heute gar nicht erst geboren.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.11.2014

Uwe HOfmann

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