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Startschuss für den Wiederaufbau der Weißeritztalbahn erfolgt

Schmalspurbahn Startschuss für den Wiederaufbau der Weißeritztalbahn erfolgt

Der Startschuss für den Wiederaufbau der Weißeritztalbahn ist erfolgt. Die DNN waren beim ersten Baggerhub auf dem Bahnhof Kipsdorf mit dabei. Zum Kleinbahnadvent in diesem Jahr könnte der erste Zug in Kipsdorf eintreffen. Jedoch die Zukunft der Strecke bleibt weiter offen.

Dippoldiswalde/Kipsdorf.  Nun endlich ist es soweit, und alle Freunde der schmalen Spur können aufatmen! DNN waren mit dabei, als die Dresdner Sersa GmbH gestern Morgen auf dem Bahnhof Kurort Kipsdorf mit dem ersten Baggerhub den Startschuss für den Wiederaufbau der Weißeritztalbahn zwischen Dippoldiswalde und Kipsdorf gab. Zum Kleinbahnadvent 2016 könnte nach einer mehr als 14-jährigen Unterbrechung der erste Zug wieder den Endpunkt der 26 Kilometer langen Strecke von Freital-Hainsberg durch den Rabenauer Grund und über die mehrjährige zwischenzeitliche Endstation Dippoldiswalde erreichen.

Bis es soweit ist, wartet aber noch viel Arbeit auf die am Bau beteiligten drei sächsischen Firmen. „Wir haben den Zuschlag für die denkmalgerechte Sanierung des Lokschuppens hier in Kipsdorf erhalten“, erläuterte Sersa-Bauleiter André Schneider. „Zunächst demontieren wir hier die Gleise zwischen dem Bahnhof und dem Lokschuppen. Anschließend geht es zum Haltepunkt Buschmühle weiter“, führte er weiter aus.

Den Wiederaufbau des 11,3 Kilometer langen Streckenabschnitts übernimmt die Gleisbau Bautzen GmbH. „Wenn das Wetter mitspielt, richten wir in den nächsten 14 Tagen unsere Baustellen ein“, erklärte Bauleiter Frank Adam. „Zunächst müssen wir Baufreiheit durch den Rückschnitt des Wildwuchses auf der Strecke schaffen. Speziell im oberen Streckenteil, also ab dem Bahnhof Obercarsdorf, sind umfangreiche Ingenieur- und Hochbauten durchzuführen. Dazu zählen längere Abschnitte, auf denen Stützmauern entweder zu sanieren oder gänzlich neu zu errichten sind. Neue Stützbauten werden zum Teil betoniert und anschließend mit Naturstein verblendet oder aber mit Gabionen aufgebaut.“ Gabionen seien Steinkorbmauern, fügte der Bauleiter erklärend hinzu. Erst wenn dass erledigt sei, könne der eigentliche Gleisbau beginnen. „Das kann durchaus noch vor dem Sommer sein“, schätzte Adam ein.

Mit dem Gleisbau sind auch fast 50 Stück Bahnübergänge auf der Strecke wieder flott zu machen. „Drei Bahnübergänge sind an der Bundesstraße 170 technisch besonders zu sichern“, erläuterte Mirko Froß, Eisenbahnbetriebsleiter der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft SDG. Die Übergänge in Ulberndorf und in Obercarsdorf erhalten Halbschrankenanlagen, der vor dem Bahnhof Kipsdorf gelegene eine Haltlichtanlage. Auch Froß geht davon aus, dass im Dezember die Bauarbeiten auf der Strecke soweit abgeschlossen sind, dass die ersten Züge wieder bis Kipsdorf fahren können.

Doch was kommt danach, wie weiter nach Kipsdorf, wenn der Kleinbahn-Festrummel vorbei ist? Obwohl die Zeit jetzt spürbar drängt, gibt es auf diese Frage weiterhin keine Antwort von den Verantwortungsträgern. Allerdings bestätigte Froß kürzlich noch einmal, dass die zweckgebunden für den Zugbetrieb zwischen Dippoldiswalde und Kipsdorf dem Zweckverband Oberelbe bereitgestellten 500 000 Euro von der SDG Jahr für Jahr zur Durchführung des Zugbetriebes auf der Weißeritztalbahn und bei der Lößnitzgrundbahn „verbrannt“ werden. Dies erfolgt wohl mit der Erwartung, dass es einen finanziellen Nachschlag vom Freistaat gibt, wenn erst mal nach Kipsdorf gefahren wird. Die angekündigte Kürzung der Regionalisierungsmittel für Sachsen dürfte solche Hoffnungen als Wunschträume zerschlagen. Alles andere wäre auch kaum der Öffentlichkeit überzeugend zu vermitteln. So wird es letztlich wohl aus Kostengründen auf eine Ausdünnung des bestehenden Fahrplanes bei den beiden Schmalspurbahnen in der Region hinauslaufen.

Von Peter Weckbrodt

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