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Starkregen und Hochwasser trifft sächsische Winzer und Weinberge

Starkregen und Hochwasser trifft sächsische Winzer und Weinberge

Mitten in der Hochsaison hat die Juni-Flut auch zahlreiche Weingüter, Besenwirtschaften und Weinlokale entlang der Elbe getroffen. „Im ganzen Elbtal hat das Hochwasser zugeschlagen“, sagte der Vorsitzende des Weinbauverbandes Sachsen, Bernd Kastler, der Nachrichtenagentur dpa.

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Weinberge in Sachsen (Archiv)

Quelle: dpa

Teilweise standen die Weingüter nahe der Elbe unter Wasser, in den Weinbergen selbst - zumeist in Steillagen - hat vor allem der Starkregen Schaden angerichtet. „Durch die Wassermassen sind Teile der Weinberge abgerutscht, Trockenmauern eingestürzt“, erklärte Kastler. Die ohnehin in vielen Fällen maroden Steinmauern, die eigentlich die Weinberge absichern sollen, konnten dem Wasser nicht standhalten.

Auf dem Hof Rothes Gut in Meißen haben die Wassermassen eine erst wenige Wochen alte Junganlage vernichtet. Die meisten sächsischen Reben aber haben nach Einschätzung von Kastler die Flut unbeschadet überstanden. Ob es Folgen für den diesjährigen Weinjahrgang geben wird, sei derzeit noch nicht abzusehen. Die nächste Herausforderung steht allerdings schon bevor: Das feuchtwarme Wetter begünstigt das Wachstum von Pilzen. „Das müssen wir jetzt in den Griff bekommen“, sagte Kastler.

Nur ein Feld trennt das Meißner Weingut Vincenz Richter von der Elbe - während der Flut stand die schmutzigbraune Brühe 80 Zentimeter hoch im Keller. Weil die alten Türen nicht abgedichtet werden konnten, rechnet Chef Thomas Herrlich mit einem größeren Schaden als 2002. „Zumal wir alles komplett saniert und vor drei Jahren eröffnet haben.“ Das Wasser sei förmlich durch die Trockenmauern geschossen, beschreibt der Winzer. Die ausgespülte Erde müsse nun mit der Hand wieder hochgeschafft werden. „Da kommt kein Traktor durch.“

Im Weingut Schuh in Sörnewitz (Landkreis Meißen) habe es das Grundwasser aus allen Ecken gedrückt, sagte Winzer Walter Schuh. Die Reben hätten alles gut überstanden, lediglich einige Weinbergsmauern wurden in Mitleidenschaft gezogen. Das Schlimmste aber sei, dass viele Gäste ihre Buchungen stornierten. „Anstatt zu spenden, sollten sie lieber ein paar Tage hier Urlaub machen und damit helfen“, sagte Schuh, der auch eine Pension und ein Restaurant betreibt.

Viele Menschen hätten durch das Fernsehen Bilder der Zerstörung im Kopf und trauten sich nun nicht, nach Sachsen zu fahren.Das größte private Weingut in Sachsen, Schloss Proschwitz, blieb von der Flut zwar verschont, bekommt die Auswirkungen aber dennoch zu spüren: Etwa 400 Kunden im Elbtal werden normalerweise von dem Weingut beliefert - derzeit liegen die meisten Bestellungen allerdings auf Eis, weil die Lokale und Restaurants mit den Folgen des Hochwassers zu kämpfen haben oder die Gäste ausbleiben. „Das macht sich bei den Umsätzen bemerkbar“, sagte Alexandra Prinzessin zur Lippe. Bei der Flut 2002 verbuchte das Weingut einen Schaden von mehr als 700 000 Euro.

Christiane Raatz, dpa

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