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Stadtrat stimmte trotzdem Auslegung des Bebauungsplanes für Edeka in Coswig zu

Stadtrat stimmte trotzdem Auslegung des Bebauungsplanes für Edeka in Coswig zu

Aus Diska mach Edeka - das klingt nach einem einfachen Plan. Nicht so in Coswig. Denn um die Ansiedlung des Vollsortimenters anstelle des Discounters an der Dresdner Straße wird heftig gestritten.

Coswig.

Vor allem Stadtrat Christian Buck (CBL) bringt das Vorhaben in Rage. Der Plan verstoße gegen geltendes Baurecht, stelle eine Gewerbeförderung zu Lasten der Bewohner des Gebiets dar. Tatsächlich erkennt auch die Stadtverwaltung Probleme, die aber nicht erst der etwa 1500 Quadratmeter große Edeka-Markt mit sich bringt. Denn in dem Gebiet grenzen drei sehr eng beieinander stehende Wohn- und Geschäftshäuser an den Parkplatz des Discounters. Und das bringt schon jetzt allerhand Schwierigkeiten: Verkehrsbelastung, Lärm und fehlenden Platz für Grün und Stellflächen. "Wir sind dabei, Verbesserungen zu bewirken", sagt Bauamtsleiter Wolfgang Weimann zu dem Bebauungsplan, mit dem Coswig die Edeka-Ansiedlung möglich machen will. "Wir können jetzt aber nicht alles lösen", sagt er.

Vor allem einem Problem hat man sich angenommen: Im Gebiet mangelt es an Stellplätzen, so dass die Bewohner der drei mehrstöckigen Zweckbauten ihre Autos auf dem Diska-Parkplatz abstellen. 114 neue Stellplätze schreibt der Bebauungsplan vor. Neu ist auch, dass die insgesamt 270 Stellflächen auf drei Parkplätze verteilt werden, von denen zwei klar den Geschäfts- und Wohngebäuden, einer dem Lebensmittelmarkt zugeordnet wird. Kehrseite der Medaille: Im Areal fehlt es weiter-hin an Grün. Daran ändert auch nichts, dass der Edeka eine begrüntes Dach erhalten soll.

Das fehlende Grün steht jedoch weniger in der Kritik. Diese bezieht sich vor allem auf das Thema Lärm. Die Befürchtung ist, dass durch den stark vergrößerten Markt die Lärmbelastung für die Bewohner des Viertels steigt. Ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten verneint das, sieht in der Dresdner Straße und der Bahntrasse die Hauptverursacher für den Lärm, der tags wie nachts die gesetzlichen Grenzwerte überschreite. Das ist für das Vorhaben ein ganz entscheidender Punkt. Denn nur wenn nachgewiesen wird, dass der Edeka-Markt keine Verschlechterung bringt, darf er gebaut werden.

Die Sache hat allerdings einen Haken: In der Studie wird vorausgesetzt, dass der Markt nur tagsüber beliefert wird. "Ich halte das für abwegig. Die Lieferungen werden wohl nachts erfolgen, weil ja tagsüber die Kunden gefährdet werden", sagt Buck. Auf Antrag von Stadtrat Innocent Töpper (Grüne) soll nun in dem vorgesehenen Durchführungsvertrag verankert werden, dass die Belieferung nicht nachts erfolgen darf. Fraglich ist, ob das in der Praxis funktioniert. Wie SPD-Stadtrat Frank Ulbricht in Erfahrung gebracht hat, muss der Markt etwa zwei Stunden vor Öffnung beliefert werden. Abhängig vom Zeitpunkt der Öffnung - 6 Uhr, 7 Uhr oder 8 Uhr - müssten wahrscheinlich auch nachts Lieferungen angenommen werden.

Nichtsdestotrotz will die Stadt in dieser Sache verhandeln, sagt Bauamtsleiter Weimann. "Die Geschäfte der drei Wohnhäuser werden zwar auch alle zu unterschiedlichen Zeiten beliefert, aber wir wollen ja Verbesserungen bewirken." Es gelte, die einmalige Chance zu nutzen, gemeinsam mit einem Investor die schlimmsten Fehler auszumerzen, die in den 90er Jahren beim Bau des Gebiets gemacht wurden.

Stadtrat Buck glaubt, dass die Befürworter nur aus Sorge handeln, dass der Diska schließe und ein leerstehender Zweckbau zurückbleibe, wenn Edeka nicht kommt. Trotz seiner Worte stimmte der Stadtrat der Auslegung des Bebauungsplans zu. Oberbürgermeister Frank Neupold (parteilos): "Wir werden uns bei der Behördenbeteiligung sehr viel Mühe machen", kündigt er an. Falls von dieser Seite begründete Einwände kommen, muss neu geplant werden."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.12.2014

Uwe Hofmann

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