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Stadtrat entscheidet über Interimsstandort und Erweiterungsbau des Schiller-Gymnasiums

Pädagogen auf Wanderschaft Stadtrat entscheidet über Interimsstandort und Erweiterungsbau des Schiller-Gymnasiums

Die Schülerzahlen steigen und neue Räume werden gebraucht. Am Herder-Gymnasium werden Schüler bereits in Containern unterrichtet. Am Schiller-Gymnasium soll nun ein Neubau Abhilfe schaffen. Am kommenden Dienstag stimmt der Stadtrat über den Startschuss für das Projekt ab.

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Direktor Lothar Wenzel vor der alten Turnhalle. Hier könnte der Erweiterungsbau entstehen.

Quelle: H. Heuer

Pirna. "Straße der Begegnung" - dieser Name wird vielen Lehrern des Schillergymnasiums im Gedächtnis geblieben sein. Als vor fast einem Jahrzehnt das Fetscher-Gymnasium im Schiller-Gymnasium aufging, befanden sich Unterrichtsräume im Schulstandort an der Nicolaistraße 3. Der Weg zwischen beiden Standorten erhielt schnell besagte Bezeichnung. Im 45 Minuten-Takt mussten Lehrer wie Schüler über die Brau- und die Seminarstraße pilgern. Mittendrin galt es, die Bundesstraße 172 zu überqueren - abenteuerliche und alles andere als optimale Bedingungen für einen geregelten Schulbetrieb.

Was heute zu den Annalen der Vergangenheit gehört, könnte bald wieder Realität werden. Die Schülerzahlen steigen und neue Räume werden gebraucht. Am Herder-Gymnasium werden Schüler bereits in Containern unterrichtet. Am Schiller-Gymnasium soll nun ein Neubau Abhilfe schaffen. Am kommenden Dienstag stimmt der Stadtrat über den Startschuss für das Projekt ab. Für die Planung des Vorhabens sollen 100 000 Euro bewilligt werden. Doch es gibt einen Haken: Neue Häuser müssen erst gebaut werden. In der Zwischenzeit soll die zweite Etage des von der Evangelischen Grundschule genutzten Gebäudes an der Nicolaistraße genutzt werden. Das heißt, dass die Wanderzeit wieder beginnen könnte.

Bernd Wenzel, Schulleiter des Schiller-Gymnasiums, hat dafür kein Verständnis: "In den Jahren 2005 und 2006 wurde aufgrund der prognostizierten sinkenden Schülerzahlen eines von drei Pirnaer Gymnasien geschlossen. Jetzt gibt es zu wenig Platz. Dabei waren die meisten Kinder, die heute auf das Gymnasium gehen, damals schon geboren", wundert sich der Direktor. Tatsächlich zeigt sich, dass die Statistiker der Bildungsagentur falsche Prognosen abgaben. 2006 wurden für den Zeitraum 2011 bis 2015 jährlich rund 250 Geburten in Pirna vorhergesagt. Tatsächlich geboren wurden rund 300 Kinder pro Jahr - eine Fehleinschätzung, die jetzt Probleme bereitet.

"Die Stadt hat die Schließung des Fetscher-Gymnasiums nicht alleine, sondern in Abstimmung und auf Weisung der Bildungsagentur entschieden", stellt Stadtsprecher Thomas Gockel klar. Nun müsse gemeinsam mit dem Stadtrat eine möglichst praktikable Lösung gefunden werden. Das Ausweichen auf den Interimsstandortes an der Nicolaistraße sei nur eine denkbare Möglichkeit. Alternativ könnte zum Beispiel auch das Raummanagement im bestehenden Gebäude an der Seminarstraße verbessert werden, so Gockel. Doch Direktor Wenzel sieht dafür keine Chance: Seine Schule sei mit rund 900 Schülern voll belegt. Durch die der Schule eigenen Deutsch-Tschechischen-Klassen, die oft in Kleingruppen arbeiten, sei der Raumbedarf ohnehin höher, als in der Raumplanung vorgesehen, so Wenzel. Und eigentlich sieht auch die Stadt eindeutig Mehrbedarf: In der Beschlussvorlage für den Erweiterungsbau ist von zwei zusätzlich benötigten Klassenräumen im kommenden Schuljahr und 13 Räumen im Schuljahr 2017/18 die Rede.

Letztere sollen in dem neuen Erweiterungsbau Platz finden. Doch wo dieser einmal stehen soll, ist noch unklar und Gegenstand der weiteren Planung. Schulleiter Wenzel sieht zwei mögliche Standorte für den Anbau: Einerseits könne das Gebäude an der Stelle der alten Turnhalle auf dem Schulhof stehen, die bald abgerissen werden soll. Andererseits käme ein Neubau an der Südflanke auf dem heutigen Parkplatz in Frage.

Doch viel lieber wäre dem Direktor eine andere Lösung: "Das Gelände des ehemaligen Krankenhauses könnte zumindest teilweise saniert werden. So würde ein echter Campus entstehen", sagt Wenzel. Dem entgegen steht die Tatsache, dass das Grundstück nicht mehr der Stadt gehört. Das Gelände, auf dem ursprünglich eine Art Reha-Zentrum für Senioren entstehen sollte, wird nicht genutzt und verfällt - die Versprechungen der Investoren wurden nicht gehalten. Doch auch die Stadtverwaltung hat das Potenzial des Grundstückes für die Schulerweiterung erkannt und sieht die Chance einer Umsetzung: "Die Stadtentwicklungsgesellschaft befindet sich im Gespräch mit dem Grundstückseigentümer, der sich offen für einen Rückkauf gezeigt hat", sagt Gockel. Konkrete Entscheidungen müsse letztendlich der Stadtrat treffen. Die Lehrer, die im kommenden Jahr wahrscheinlich wieder auf Wanderschaft gehen, wird das wenig trösten.

Hauke Heuer

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