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Stadtrat Heidenau macht den Weg frei für Schutz vor Sturzbächen

Stadtrat Heidenau macht den Weg frei für Schutz vor Sturzbächen

Es ist eigentlich nur ein kleines Rinnsal, das aus Großsedlitz kommend durch den Hospital- und Schlosserbusch in Richtung Elbtal plätschert. Nur selten läuft durch das Flussbett überhaupt Wasser.

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So sah es im August 2010 auf der B172 aus. Eine Schlammlawine hatte sich über die Straße ergossen.

Quelle: Archiv/Daniel Förster

Heidenau/Pirna. Doch nach den heftigen Gewittergüssen im August 2010 und im Juni vergangenen Jahres verwandelte sich das harmlose Bächlein in eine mächtige Schlammlawine, die die Großsedlitzer Straße hinunter auf die B172 stürzte. Anwohner und Einzelhändler kämpften tagelang mit den Schlammmassen in ihren Kellern und auf den Grundstücken. Der Verkehr auf der B 172 stand mehrere Stunden still. Die unmittelbare Verbindung zwischen Heidenau und Pirna war gekappt.

Die Stadt Pirna hatte bereits im vergangenen Jahr einen mehrstelligen Millionenbetrag für eine Baumaßnahme zum Schutz gegen die Schlammlawine zur Verfügung gestellt. Nun zieht Heidenau nach: In der letzten Stadtratssitzung der noch laufenden Legislaturperiode am vergangenen Donnerstag haben die Stadträte einstimmig die Planung für eine Baumaßnahme im Bereich Hospital- und Schlosserbusch an das Dresdner Ingenieurbüro ACI übertragen - das selbe, welches auch die Bauarbeiten in Pirna durchführen wird. Über 1,3 Millionen Euro will die Stadt Heidenau investieren.

Das Einzugsgebiet des sporadisch fließenden Gewässers erstreckt sich vom Heidenauer Ortsteil Großsedlitz bis hin zu den Feldern am Autobahnzubringer auf Pirnaer Flur. Rund 1,3 Quadratkilometer ist die Fläche groß. "Da ist es nur sinnvoll, das Projekt von ein und denselben Planern durchführen zu lassen", erklärte der Heidenauer Oberbürgermeister Jürgen Opitz (CDU) vor der Ratssitzung.

Der etwa 1000 Meter lange Bach nimmt seinen Ursprung im Großsedlitzer Teich. Dort sammelt sich das Wasser und fließt dann durch alte Sandsteinkanäle unterhalb des Barockgartens in bis zu sieben Metern Tiefe. Außerhalb der Gartenanlage bahnt sich das Wasser seinen Weg durch das Kerbtal bis zur Großsedlitzer Straße und fließt dort in den Abwasserkanal. "Diese Straße ist der eigentliche Knackpunkt", sagte Benjamin Nitsch, Projektplaner der ACI Dresden, auf DNN-Anfrage. Weil das Tal an dieser Stelle stark abfällt, sammelt sich das Wasser hier besonders schnell. Abfließen kann es nur über das Kanalnetz der Stadt Pirna. An dieser Stelle können jedoch nur 200 Liter pro Sekunde ablaufen. "Im August kamen dort aber etwa 1900 Liter pro Sekunde angeschossen", erklärte Nitsch.

Um die Schlammmassen in Zukunft im Zaum zu halten, ist ein Paket an Schutzmaßnahmen notwendig, das die Wassermassen und ihre Fließgeschwindigkeit drosselt. Im Busch sollen deshalb drei Hochwasserrückhalteräume entstehen, die ähnlich wie eine Kaskade angeordnet sind. Über sie könnte sich das Wasser allmählich verteilen und der Schlamm zurückgehalten werden.

Auf dem Garagenhof oberhalb der Großsedlitzer Straße soll ein weiteres großes Rückhaltebecken gebaut werden. Von dort aus könnte Wasser durch eine Art verrohrten Kanal in der Elbe geleitet werden.

Zudem stehen die Sanierung des Teichs in Großsedlitz und die Reparatur der alten Sandsteinkanäle auf dem Plan. Der Großsedlitzer Teich soll dann ebenfalls dem Hochwasserrückhalt dienen. "Hier müssen wir aber noch prüfen, welche Maßnahmen wirklich notwendig sind. Wir wissen beispielsweise noch nicht, wie stark die Sandsteinkanäle beschädigt sind", erläuterte Ingenieur Benjamin Nitsch.

Bevor aber die ersten Bagger über das Areal zwischen Pirna und Heidenau rollen können, wird es noch eine Weile dauern. Für bestimmte Teilmaßnahmen könnte beispielsweise ein Planfeststellungsverfahren notwendig werden. Nitsch zufolge wird frühestens Ende 2015 mit den ersten kleinen Maßnahmen begonnen werden können.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.06.2014

Susann Schädlich

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