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Stadtmuseum Meißen zeigt "Porzelliner auf Abwegen"

Stadtmuseum Meißen zeigt "Porzelliner auf Abwegen"

Meißen. "Nein", sagt der Museologe Steffen Förster, "Sport haben die Manufakturisten in ihrer Freizeit eher weniger getrieben." Stattdessen füllten immer schon künstlerische Betätigungen, vor allem die Malerei, aber auch Gesang, Dichtung, Grafik, Buchkunst und Plastik die Feierabende der bei der Porzellan-Manufaktur Beschäftigten.

Was sie dabei in den mehr als drei Jahrhunderten seit 1710 produziert haben, davon gibt die Schau "Porzelliner auf Abwegen" einen Eindruck, die gestern im Stadtmuseum Meißen eröffnet wurde. Der Keim für diese Ausstellung wurde 2010 gelegt, als man im Stadtmuseum zeigte, in welcher Weise die Manufakturisten in der Vergangenheit am Stadtleben teilhatten. "Das Künstlerische hatte damals einen Teil der Ausstellung gebildet", erinnert Förster. Da die Bestände des Stadtmuseums überquellen, habe man sich anschließend überlegt, diesem Aspekt eine eigene Schau zu widmen.

Anlass dafür gibt der Geburtstag von Johann Friedrich Nagel, der sich in diesem Jahr zum 250. Mal jährt. Nagel war seit 1793 als akademischer Maler in der Manufaktur beschäftigt. Er hinterließ zahlreiche Zeichnungen und Malereien, die Meißen und Umgebung darstellen. Seine Werke lieferten aufgrund ihrer Präzision heute wesentliche Erkenntnisse über das damalige Stadtbild, sagt Förster. Außerdem hielt er die Kriegswirren des Jahres 1813 fest, etwa die brennende Stadtbrücke oder ein Franzosenlager auf dem Plossen. 25 seiner Werke gehören nun zur Schau, von den übrigen etwa 60 Künstlern ist dagegen zumeist ein Werk zu sehen. "Für mehr hatten wir einfach keinen Platz", sagt Ausstellungsmacher Förster bedauernd.

Die Ausnahme bildet der Porzellanformer Oskar Burkhardt, dem aus gutem Grund eine eigene Vitrine gewidmet ist: Er war ständig damit beschäftigt, künstlerische Ausdrucksformen und Verwendung für sein keramisches Wissen zu finden, wovon ein Skizzenbuch zeugt. Von ihm sind unter anderen ein Schachspiel, ein gefliester Rauchertisch und ein Malbuch zu sehen. Es schließen sich an der Wand zahlreiche grafische Arbeiten an, unter denen viele Portraits sind. Das älteste Werk stammt von Johann Gregor Höroldt. Die kleine Chinoserie aus dem Jahr 1726 zeigt die Geschäftstüchtigkeit des damaligen Hofmalers. Er verkaufte viele seiner Arbeiten, die Vorlage für Dekore waren, auch recht einträglich auf dem freien Markt. Nie auf Porzellan gearbeitet hat dagegen Ludwig Richter, von dem Landschaften aus der Zeit zu sehen sind, als er bei der Porzellan-Manufaktur als Mallehrer beschäftigt war. Weiterhin gehören teils sehr große Plastiken zur Schau, etwa das Medaillon, das am zerstörten Bismarck-Denkmal auf dem Jüdenberg zu sehen war.

Bis 1. November, "Porzelliner auf künstlerischen Abwegen", Di.-So. und feiertags 10-18 Uhr, 3 Euro, ermäßigt 2 Euro, 17. Mai, 11 Uhr Sonderführung

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.04.2015

DNN

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