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Stadtgalerie zeigt Werke von Karen Koschnick und Dieter Beirich

Stadtgalerie zeigt Werke von Karen Koschnick und Dieter Beirich

Eine "Begegnung" kann eine Konfrontation sein, muss es aber nicht. Manchmal geht es dabei auch um das Miteinander, das Beisammensein. Jedenfalls setzt die als "Begegnung" betitelte Ausstellung, die morgen in der Stadtgalerie eröffnet wird, auf den Vergleich der Werke zweier Künstler, der sich aus dem Nebeneinander in den Ausstellungsräumen ergibt.

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Bild einer Begegnung: Karen Koschnick und Dieter Beirich in der neuen Ausstellung in der Stadtgalerie Radebeul, kurz nachdem der Künstler ein gemeinsames Selbstbild aufgenommen hat

Quelle: Uwe Hofmann

Dort begegnen sich Dieter Beirich, der 1935 in Langenhennersdorf geboren und seit vielen Jahren in Radebeul lebend ein bekannter Maler ist, und die 1979 in Radebeul geborene Künstlerin Karen Koschnick, die in den 90er Jahren vor ihrem Studium der Malerei und Grafik an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste den Zirkelunterricht Dieter Beirichs besuchte. Beide haben also gemeinsame Zeiten hinter sich, auch wenn die größte Gemeinsamkeit ganz woanders liege: "Wir sind beide von der Ausbildung und der Berufsauffassung her Berufskünstler, schöpferische Wesen", betont Beirich.

Das wird in der Ausstellung deutlich. Dort sind aber auch die Unterschiede in beider Schaffen sichtbar, die wohl aus beider Lebenswegen resultieren, die kaum vergleichbar sind. Da sind Beirichs Ölgemälde, die mit ihrer "sparsamen Farbigkeit", wie der Künstler sagt, oft etwas Düsteres an sich haben. So zeigt etwa das "Langenhennersdorfer Stillleben oder das karge Jahr 46" wie Beirich seine Kindheit im Nachkriegsjahr wahrnahm. Im bedrückenden Dunkel schimmern kleine farbige Gefäße, nicht weil Schalen und Becher damals tatsächlich so klein waren, sondern um dem damals kargen Leben einen Ausdruck zu geben.

"Diese Erfahrungen habe ich nicht gemacht", sagt Karen Koschnick, die dagegen auf ganz andere Horizonte verweisen kann: Sie war dank diverser Stipendien im Ausland tätig und hat dort mit verschiedensten Techniken gearbeitet. So hängen mit "Synagoge" und "Ecclesia" zwei Siebdrucke auf Plexiglas in den Galerieräumen, die nach einer Zeichnung von Plastiken in Straßburg entstanden. Die "transparente Erscheinung" der Statuen hat Koschnick auf das durchscheinende Material übertragen.

Das Nebeneinander in der Ausstellung, bietet den Vergleich an, ohne ihn aufzudrängen. Mit "Orange" hängt ein Siebdruck von Koschnik neben Beirichs "Die Pinie (Provence). Während Koschnick bei dem dargestellten Fichtenwäldchen die Betonung auf den kräftig orangefarbenen Boden gelegt hat, so wie sie ihn in Südkorea gesehen hat, zeichnet sich Beirichs dunkle Pinie gegen den Himmel ab. Die Motive ähneln sich, der Zugang ist ein gänzlich anderer.

Für sich genommen beeindrucken Beirichs Bergbilder. Ein "Matterhorn" etwa, das weniger Abbild oder genaue Kontur ist, sondern das in dem durch mehrfache Übermalung plastisch wirkenden Farbauftrag vor allem die Struktur betont. Der große Berg ist zusammengesetzt aus einer Vielzahl brüchiger Felsen - das macht Beirich auf diese Weise deutlich. Koschnick präsentiert Friedhofsbilder, die in einer Reihe entstanden. Mal zeigt sie dabei die Kreuze eines Friedhofs wie eine labyrinthartige Landschaft in verschiedenen Ebenen. Mal lässt sie Grabsteine zu einem weißlichen Nebelgrau am Boden verschwimmen, über das sich Zypressen erheben. Immer aber bannt sie die Atmosphäre der Orte.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.05.2014

Uwe Hofmann

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