Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 6 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Stadtchefs von Bad Schandau und Königstein hoffen auf Wiederaufbauprogramm ohne große Hürden

Stadtchefs von Bad Schandau und Königstein hoffen auf Wiederaufbauprogramm ohne große Hürden

Die Bürgermeister von Bad Schandau und Königstein hoffen auf ein Wiederaufbauprogramm. Und Andreas Eggert und Frieder Haase (beide parteilos) sind sich in einem einig: "Einzelfalllösungen müssen möglich sein!" Die Beseitigung der Flutschäden dürfe nicht an bürokratischen Hürden, an Richtlinien und fehlenden Finanzmitteln scheitern.

Voriger Artikel
Auf das Stadtarchiv in Radebeul kommen jährlich Mietkosten von 106 000 Euro zu
Nächster Artikel
Weißeritztalbahn kam bei Flut glimpflich davon

Der Bachlauf der Potatzschke wird in Königstein freigelegt. Nach dem heftigen Unwetter am Sonntag türmen sich unter der Betonabdeckung meterhoch Sand und Geröll und drohen den Ablauf zu verstopfen.

Quelle: Silvio Kuhnert

Königstein/Bad Schandau. Diese Botschaft gaben sie gestern Staatssekretär Roland Werner (FDP) mit auf den Weg. Der Landespolitiker aus dem Wirtschaftsministerium machte sich ein eigenes Bild von den Hochwasserschäden in den beiden Kommunen und sagte: "Die Soforthilfe ist nur als Handgeld zu verstehen. Wir sind dabei, mit dem Bund ein Hilfsprogramm zu schnüren." Was dann ja gestern im Bundestag auch geschah (siehe Titelseite).

Bad Schandaus Stadtoberhaupt Eggert hat dazu einen Wunsch: "Es darf nicht wie 2010 aussehen." Das Augusthochwasser infolge von starken Gewittergüssen hat den Kurort stark gebeutelt. Ein Aufbauplan wurde erarbeitet. "Doch aus den Fachressorts kam die Antwort, es gibt kein Geld", beklagte Eggert. Er hat noch eine andere große unvollendete Baustelle. Im selben Jahr rutschte die Kaimauer am Bushalteplatz auf dem Elbeparkplatz in den Fluss. Die Stadt hat den Bereich gesichert und wartet seit drei Jahren auf einen Zuschuss vom Bund und Land, die Mauer wieder vollständig zu errichten. Die Kaimauer ist aber nur ein Problem von vielen. Mit Hochwasser hatte die Kurstadt in den zurückliegenden elf Jahren fünf Mal zu kämpfen. Und nach einem erfolgreichen Jahr im Tourismussektor 2012, "müssen wir nun wieder von vorn anfangen", resümierte Eggert.

Die Aufräumarbeiten sind voll im Gange. Überall stapelt sich der Sperrmüll auf den Gehwegen. Pumpen laufen auf Hochtouren. Und im Hotel Elbresidenz kämpfen Mannschaften mit Hochdruckreinigern und Besen gegen den Elbeschlamm. "Im Keller und Erdgeschoss haben wir Totalschaden", berichtete Hoteldirektor Matthias Opitz. Auf rund sechs Millionen Euro schätzt er die Schadenssumme. In der Küche zum Beispiel sind nur die Edelstahlteile zu retten. "Alle Teile, die aus Plastik oder Holz sind, müssen weg", so der Chef des Fünf-Sterne-Hauses. Allein hier summiert sich der Hochwasserschaden auf rund eine Million Euro.

Wie Einzelfalllösungen beim Wiederaufbau aussehen sollten, dafür hat Königsteins Rathauschef Haase ein praktisches Beispiel. Der Edeka-Supermarkt ist wie 2002 komplett abgesoffen. Die Betreiber wollen weitermachen, aber die Kaufhalle vom jetzigen Standort etwas weiter versetzt errichten. Hierbei gibt es aber ein Problem: "Das Areal liegt im Hochwasserschutzgebiet", so Haase. Es gibt keinen Bebauungsplan mehr. Ein Neubau ist deshalb in dem Bereich derzeit nicht möglich. Es müsse aber eine Lösung her. "Wir benötigen einen Nahversorger in der Stadt. Eine andere Fläche ist im Stadtgebiet nicht vorhanden", so Haase. Im Gewerbegebiet in Leupoldishain habe der Supermarkt keinen Nutzen.

Veränderungen wünscht sich Haase auch beim Versicherungsschutz. Die kommunalen Einrichtungen sind alle versichert. "Wir zahlen jährlich hohe Beiträge", sagte Haase. Doch der Schutz greift erst bei Schäden über 50 000 Euro pro Gebäude. Damit muss voraussichtlich die Kommune rund 100 000 Euro zur Behebung der Flutschäden an Turnhalle und Schulgebäude selbst aufbringen. Die restlichen 20 000 bis 30 000 Euro kommen von der Versicherung.

Das Geld aus dem Stadtsäckel wird allerdings dringend woanders benötigt. Königstein leidet nicht nur an der Elbeflut, sondern auch an den Folgen des heftigen Hagels und Regens vom Sonntag. Der Gewitterguss hat das sonst von Pfaffendorf zur Biela dahinplätschernde Rinnsal Potatzschke in einen reißenden Strom verwandelt. "Das Bachbett hat es komplett auseinandergenommen", berichtete Haase. Bis zu zwei Meter hoch türmt sich nun Sand und Geröll vor allem in dem in den 1950er Jahren überbauten Teil im Stadtzentrum. Bauleute hacken nun den Beton auf, um an das Schwemmmaterial zu gelangen. Denn bei einem erneuten heftigen Gewitter kann es den Ablauf wie ein Pfropf komplett verstopfen, "Dann saufen hier alle wieder ab", so Haase. Verhindern kann dies nur eine vollständige Instandsetzung des Bachlaufs. Das aber kostet.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.06.2013

Silvio Kuhnert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

23.09.2017 - 10:49 Uhr

Au Backe! Torsten Gütschow, der frühere dynamische Stürmer und heutige Trainer von Budissa Bautzen, musste in der Regionalliga eine derbe Schlappe einstecken.

mehr