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Stadt Pirna stellt eigene Prognose der Zahl der neu unterzubringenden Flüchtlinge auf

Flüchtlingsstrom Stadt Pirna stellt eigene Prognose der Zahl der neu unterzubringenden Flüchtlinge auf

Um besser planen zu können, wie viele Asylbewerber dieses Jahr nach Pirna kommen, stellt die Stadt nun eigene Berechnungen an. Zurzeit geht sie von 334 neu ankommenden Flüchtlingen in 2016 aus.

Pirna. Bei der Unterbringung von Asylsuchenden setzt die Stadt Pirna weiterhin auf Wohnungen. „Unser Hauptziel bleibt die dezentrale Unterbringung. Es ist die humanste und menschenwürdigste Unterbringungsform“, sagt OB Klaus-Peter Hanke. 314 Wohnungen hat allein die städtische Wohnungsgesellschaft Pirna (WGP) bislang bereitgestellt. Hinzukommen private Vermieter. Auch in diesem Jahr werde die WGP weitere Wohnungen zur Verfügung stellen, so Hanke.

Das dezentrale Modell konnte in den vergangenen Monaten nicht immer eingehalten werden. Als mehr Flüchtlinge im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ankamen, als sofort bezugsfertiger Wohnraum vorhanden war, musste die Kreisverwaltung in der Turnhalle des Berufsschulzentrums in Copitz sowie in der Jugendherberge Notquartiere einrichten. Die Stadtverwaltung möchte nicht in die gleiche Verlegenheit kommen. „Wir lehnen die Umnutzung von städtischen Turnhallen zu Notunterkünften ab“, betont Hanke. Um diesen Vorsatz nicht brechen zu müssen, erstellt die Stadt nun ihre eigene Prognosen, wie viele Flüchtlinge zu erwarten sind.

Seit Anfang Februar dieses Jahres gibt es im Rathaus die Stelle eines Koordinators Migration und Integration. Robert Schütz (33) hat den Posten inne. Eine seiner Aufgaben ist es, die Flüchtlingsströme zu beobachten. Dabei greift er regelmäßig auf Zahlen des Hohen Kommissars für Flüchtlinge der Vereinten Nationen zurück. Anhand derer kann er beobachten, wie viele Menschen jeweils die Grenzen der einzelnen Staaten entlang der Balkanroute passieren und voraussichtlich jeweils pro Monat in Deutschland ankommen. Nun müssen nur noch die Verteilungsschlüssel angewendet werden: Von den in Deutschland neu ankommenden Asylbewerbern bekommt der Freistaat nach dem Königsteinerschlüssel 5,1 Prozent; von diesen in Sachsen neu registrierten Asylsuchenden muss wiederum der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 6,1 Prozent übernehmen. Der Verteilungsschlüssel im Landkreis liegt für Pirna bei 15,35 Prozent.

Nach der jetzigen Prognose geht die Stadtverwaltung davon aus, dass sie in diesem Jahr 334 neuen Flüchtlingen ein Obdach geben muss. Das sind rund 30 Unterkunftsplätze pro Monat. Zurzeit leben 609 Asylsuchende im Stadtgebiet, unter ihnen sind 74 Familien mit insgesamt 176 Kindern.

Die Prognose kann jederzeit aktualisiert werden. „Sie gibt uns mehr Planungssicherheit“, sagt OB Hanke. Denn die Stadtverwaltung ist nun nicht mehr von den Hochrechnungen anderer Stellen abhängig. 2015 hing z.B. das Bundesamt für Migration und Flüchtlingen (BAMF) mit seinen Zahlen der Wirklichkeit ständig hinterher. Falls es im Landkreis im Laufe des Jahres dennoch wieder zu Spitzen kommen sollte, an denen mehr Unterbringungsplätze benötigt werden, als zur Verfügung stehen, dann hält man das Haus A des Ex-Landratsamtes sowie eine momentan noch im Bau befindliche Halle im Gewerbegebiet an der Elbe als Notunterkünfte bereit. Optional kann auch eine Traglufthalle im Gewerbegebiet Copitz-Nord aufgebaut werden.

Mithilfe der eigenen Vorhersage möchte sich die Stadt auch auf die Integration der anerkannten Flüchtlinge vorbereiten. Rund 450 Menschen haben gegenwärtig diesen Status in der Stadt. Ihre Zahl nimmt tendenziell ab. Denn zurzeit verlassen viele der Kriegsflüchtlinge mit Bleiberecht die Stadt Pirna in Richtung Großstädte. Diejenigen, die bleiben, sollen bei der Integration unterstützt werden. Deshalb schmiedet die Verwaltung derzeit Netzwerke zwischen staatlichen Stellen und zivilgesellschaftlich aktiven Vereinen und Initiativen.

Von Silvio Kuhnert

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