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Stadt Pirna bittet um Meinungen zur Fassadengestaltung der alten Posthalterei

Canaletto-Fassung oder Spätbarock Stadt Pirna bittet um Meinungen zur Fassadengestaltung der alten Posthalterei

Die Sanierung der alten Posthalterei an der Ecke B172/Breite Straße in Pirna schreitet voran. Der Rohbau ist fast fertig. Die Stadt möchte nun die Frage der Fassadenbemalung klären. Zwei Varianten stehen zur Wahl. Die eine orientiert sich am Canaletto-Bild, die andere stammt aus dem Spätbarock. Die Pirnaer sollen nun mitentscheiden.

Restaurator Markus Schulz zeigt auf Putz- und Farbreste aus dem Spätbarock, anhand derer die Fassadengestaltung um 1763 rekonstruiert werden kann, wie es bereits an einem kleinen Abschnitt unternommen wurde.

Quelle: Silvio Kuhnert

Pirna. Wie soll die Fassade der alten Posthalterei in Pirna künftig aussehen? Diese Frage stellt die Stadt jetzt den Einwohnern der Stadt. Denn die Pirnaer „müssten mit der farblichen Gestaltung in den nächsten 100 Jahren leben“, sagt OB Klaus-Peter Hanke (parteilos), weshalb er die Meinung der Bürger einholen möchte. Zwei Varianten stehen zur Auswahl: die eine greift auf die Farben der Fassade zurück, wie sie Canaletto um 1753 auf einer seiner elf Veduten in Öl festgehalten hat; die andere beruht auf Untersuchungen und zeigt eine spätbarocke illusionistische Bemalung um 1760.

Diese Variante zeigt die Fassadengestaltung in der Fassung des Canaletto-Bildes um 1753

Diese Variante zeigt die Fassadengestaltung in der Fassung des Canaletto-Bildes um 1753.

Quelle: Stadt Pirna

Die alte Posthalterei an der Ecke B172 /Breite Straße ist ein sehr markantes Gebäude, was die Stadt derzeit sanieren und zum künftigen Sitz der Stadtentwicklungsgesellschaft Pirna und zu einem Depot des Stadtmuseums umbauen lässt. Die Kubatur des Eckhauses hat sich seit dem 17. Jahrhundert nicht wesentlich verändert und das Haus weist heute fast die gleiche Gestalt auf, wie sie Bernardo Bellotto, genannt Canaletto, in der Mitte des 18. Jahrhunderts gemalt hat. „Er war ein sehr genauer Maler“, meint OB Hanke. Deshalb ist eine Möglichkeit, bei der Fassadengestaltung auf jene Farbgebung des Canaletto-Bildes zurückzugreifen. Um 1753 fand der einstige Hofmaler am Gebäude einen einheitlichen kräftigen und warmen Farbton in rot-ocker vor. Gewände, Fenster und die Portale waren weiß gestaltet. Für diese Variante spricht, dass die alte Posthalterei das letzte noch erhaltengebliebene Gebäude dieses Canaletto-Bildes ist. Allerdings gibt es bis auf das Gemälde keinen anderen historischen Befund dieser Farbgebung an den Außenwänden.

Auf historischen Befunden beruht die Gestaltung in der illusionistischen Fassung des Spätbarocks um 1760

Auf historischen Befunden beruht die Gestaltung in der illusionistischen Fassung des Spätbarocks um 1760.

Quelle: Stadt Pirna

Dies sieht bei der anderen Variante, der spätbarocken illusionistischen Bemalung ganz anders aus. „Um 1750 war eine spannenden Zeit. In Pirna gab es viel Bewegung und eine große Bautätigkeit“, berichtet Markus Schulz, diplomierter Restaurator. Auch die einstige Posthalterei erfuhr Veränderungen. So gab es in den Folgejahren einige Umbauten im Obergeschoss. So wurden beispielsweise die Fensteröffnungen vergrößert. Und das Gebäude erfuhr eine neue Nutzung. Dies spiegelte sich in der Außenfassade wider. Um 1760 bekam das Eckhaus eine spätbarocke Bemalung mit einem Wechselspiel von rosé und hellgrauen Farbtönen. Mit Licht- und Schattendarstellungen wurde die Illusion von Scheingesimsen geschaffen. Für diese repräsentative Fassadengestaltung hat der Restaurator verschiedene Belege gefunden, anhand derer diese weniger bekannte Fassung rekonstruiert werden kann. Sie ist laut dem Landesamt für Denkmalpflege als einzige existenziell noch vorhanden, dokumentiert und somit authentisch. Für Schulz bildet sie daher die Vorzugsvariante.

Bis 19. April sind beide Fassadenvarianten im Foyer des Rathauses dargestellt. Dort können Interessierte ihre Meinung zum jeweiligen Favoriten abgeben. Die abschließende Entscheidung trifft dann ein Expertengremium.

Derweil laufen die Sanierungsarbeiten weiter. Der Rohbau am Altgebäude ist weitestgehend abgeschlossen. Zurzeit wachsen die Wände für den Neubau, das künftige Museumsdepot, in die Höhe. Für den 21. April ist das Richtfest geplant.

Zitat: „Mit der farblichen Gestaltung müssen die Pirnaer in den nächsten 100 Jahren leben“. Klaus-Peter Hanke (parteilos), Oberbürgermeister der Stadt Pirna

Von Silvio Kuhnert

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