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Stadt Freital stellt Porzellanmanufaktur Lagerfläche für Gipsmodelle zur Verfügung

Nach Schuppeneinsturz Stadt Freital stellt Porzellanmanufaktur Lagerfläche für Gipsmodelle zur Verfügung

Die industrie- und kulturgeschichtlich wertvollen Gipsmodelle der Sächsischen Porzellanmanufaktur Dresden kommen wieder ins Trockene. Seit dem Einsturz eines Teil des Lagerschuppens sind tausende Formen Wind und Wetter ausgesetzt. Die Stadt Freital hat jetzt eine Lagerhalle bereitgestellt. Damit kann die Bergung beginnen.

OB Uwe Rumberg (l.) übergab an Porzellanmanufaktur-Geschäftsführer Anatoli Schilling den Schlüssel für die ehemalige Wismut-Halle.
 

Quelle: Stadt Freital

Freital.  Für das traurige Schauspiel auf dem Gelände der Sächsischen Porzellan-Manufaktur Dresden GmbH in Freital zeichnet sich ein Ende ab. Anfang Juli waren Teile des Formenlagers eingestürzt. Seither liegen die denkmalgeschützten Gipsmodelle an der Ecke Carl-Thieme-Straße/Wilsdruffer Straße teilweise unter Schutt begraben und sind Wind und Wetter ausgesetzt. Im Oktober soll nun die Bergung der Formensammlung beginnen, die laut dem Landesamt für Denkmalpflege zufolge für die Produktionsgeschichte sowie als Dokument der Designgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts von großer Bedeutung sind.

Um das Kulturgut zu bewahren, hat die Porzelline Hilfe von der Stadt Freital bekommen. Am Freitag übergab Oberbürgermeister Uwe Rumberg (CDU) dem Betriebsleiter der Manufaktur, Anatoli Schilling, den Schlüssel für eine Halle im Stadtteil Potschappel. „Diese wurde früher von der Wismut GmbH für die Auffahrung eines Entwässerungsstollens genutzt und ist nach Abschluss dieses Vorhabens jüngst an die Stadt Freital übergegangen“, informierte Stadtsprecher Matthias Weigel. Einen Teil der Hallenfläche wird nun die Porzellanmanufaktur zur trockenen und sicheren Lagerung der Formen nutzen. Die Stadt stellt den Lagerraum zwei Jahre lang unentgeltlich zur Verfügung.

Bei den Gipsformen handelt es sich um mehrere Tausend Teile. Wie viele es genau sind und wie viele beim Einsturz einer Wand und des Daches zerstört wurden, kann Geschäftsführer Schilling derzeit nicht genau beziffern. Aufschluss soll nun die Bergung bringen, die sich wohl über mehrere Wochen hinziehen wird. „Jede Form wird einzeln mit der Hand in eine Kiste gepackt und notiert“, berichtete Schilling, bevor sie in die neue Lagerstätte gebracht wird. Mit der Bergung und Umlagerung erfolgt somit auch eine umfassende Sichtung und Katalogisierung der Modelle. Sie bilden die Grundlage für die Herstellung von Formen, in denen schließlich Tassen, Teller, Figuren, Vasen, Leuchter und Pokale aus Porzellan entstehen.

Neben der Bereitstellung der Lagerhalle hat die Freitaler Stadtverwaltung die Porzellanmanufaktur in ihrem Bestreben unterstützt, Fördermittel für die Bergung, Sichtung und Katalogisierung der Formen über den Freistaat Sachsen zu erhalten. Das Landesamt für Denkmalpflege hatte die Modellsammlung im Jahr 2013 unter Denkmalschutz gestellt. Ein positiver Bescheid über die Bewilligung der Fördermittel liegt der Manufaktur nach eigener Aussage zwischenzeitlich vor. Damit kann die Bergung und Umlagerung der Formen in diesem Monat beginnen.

Beim Einsturz des seit Jahren maroden Lagerschuppens waren Teile des Gebäudes samt Formen in die Wiederitz gestürzt, die unmittelbar am Formenlager vorbei fließt. Auf Forderung der Stadtverwaltung wurde das Flussbett bereits Mitte August dieses Jahres vom Eigentümer der Porzellanmanfaktur beräumt. Sie wurde 1872 gegründet und erlebte seither eine wechselvolle Geschichte mit einer Enteignung zu DDR und der Privatisierung nach der Wende. Seit 2005 gehört das Unternehmen dem russischen Geschäftsmann Armenak Agababyan.

Von Silvio Kuhnert

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