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Stadt Altenberg bekommt modernstes Leistungssportzentrum in Sachsen

Kaderschmiede für den Wintersport Stadt Altenberg bekommt modernstes Leistungssportzentrum in Sachsen

In der Stadt Altenberg soll noch in diesem Jahr der Bau eines neuen Leistungssportzentrums für Rodler, Bobpiloten, Skeletonis, Biathleten und Mountainbiker starten. Der Kreistag gab grünes Licht für das rund 8,4 Millionen Euro teure Vorhaben. Bürgermeister Thomas Kirsten kämpfte ein letztes Mal für Sanierung des vorhandenen Sportkomplexes.

Das Modell zeigt das künftige Leistungssportzentrum in Altenberg mit Trainingsgebäude, Laufhalle und unterirdischer Anschubstrecke, die neben der bestehenden Dreifeldhalle (großer kubischer Bau links) bis 2018 entstehen sollen.

Quelle: Visualisierung: Landratsamt Pirna

Altenberg. Nach Jahren der Planung und heftiger Diskussion um den Standort ist der Bau des Leistungssportzentrums in Altenberg beschlossene Sache. Neben Sportgymnasium und neuer Dreifeldsporthalle soll der Trainingskomplex für Rennrodler, Bobpiloten, Skeletonis, Biathleten und Mountainbiker entstehen. Der Kreistag beschloss einen kompletten Neubau am Schellerhauer Weg. Wenn die zugesicherten Fördermittel bis Jahresmitte fließen, könnten die Arbeiten noch 2016 beginnen, kündigte Vize-Landrat Heiko Weigel (CDU) an. In 2018 sollen sie abgeschlossen sein. „Im Zentrum von Altenberg entsteht das modernste Leistungssportzentrum in Sachsen“, sagte Weigel, der als Beigeordneter im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge den Geschäftsbereich Bau und Umwelt leitet.

Am Ende der Debatte war das Votum mit 70 Ja-Stimmen bei neun Enthaltungen mehr als deutlich. Zuvor warf aber Altenbergs Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) noch einmal die Standortfrage auf. Seit Jahren kämpft er für die Sanierung und Erweiterung des jetzigen, allerdings in die Jahre gekommenen Leistungssportkomplex an der Dresdner Straße. Ein Argument waren unter anderem Kostenersparnisse. Mit einer Bausumme von fünf Millionen Euro wäre laut Kirstens Berechnungen die Instandsetzung der bestehenden Trainingsstätte um rund 3,5 Millionen Euro günstiger zu haben als der nun beschlossene Neubau. Die geplante Lauf- und Schießhalle in einem Objekt hätte sich zudem am Olympiastützpunkt in Oberhof nicht bewährt. „Außerdem ist die neu geplante Lauf- und Schießhalle kürzer als die vorhandene Laufhalle am Sportkomplex“, wo die Laufbahn und den Schießkanal Kufensportler und Biathleten getrennt nutzen könnten, sagte Kirsten, der nicht nur Bürgermeister, sondern auch Kreisrat ist. Gegenüber der bestehenden Halle ist der Neubau sieben Meter kürzer, was laut Weigel aber den Normvorgaben entspricht.

Bürgermeister Kirsten sieht des Weiteren Konfliktpotenzial bei den Nutzungszeiten der Dreifeldsporthalle. Die steht nicht allein dem Leistungssport zur Verfügung, sondern die Athleten müssen sie mit Schülern und Vereinen teilen. Kirsten befürchtet, dass dadurch Trainingslehrgänge der deutschen Nationalmannschaft sowie Trainingslager internationaler Verbände künftig weniger stattfinden. „Damit verbunden ist auch der Rückgang von Übernachtungszahlen in der Fremdenverkehrsregion Altenberg“, so Kirsten. Zurzeit können Spitzensportler exklusiv den Sportkomplex an der Dresdner Straße nutzen. Seinem Antrag zur Sanierung der vorhandenen Anlage folgten jedoch nur 13 Kreisräte.

Der komplette Neubau eines Trainingsgebäudes, einer Anschubstrecke für Bob, Rodel und Skeleton sowie einer Schieß- und Laufhalle am Schellerhauer Weg wird mit einer Investitionssumme von fast 8,4 Millionen Euro definitiv teurer als die Instandsetzung des vorhandenen Komplexes. Ein Grund ist unter anderem die Bodenbeschaffenheit. „Für die Anschubstrecke müssen wir bis zu neun Meter tief in die Erde. Nach rund vier Metern kommt aber schon Fels“, informierte Weigel. Das Gestein muss aufwendig abgetragen werden. Für die Verwirklichung des Vorhabens am Schellerhauer Weg spricht aber der aktuelle Stand der Planung. Alle Unterlagen sind soweit gereift sowie die erforderlichen Genehmigungen eingeholt, dass die Bauarbeiten jederzeit starten können. „Wer die baufällige Sportanlage an der Dresdner Straße kennt, weiß, dass die Zeit uns im Nacken sitzt“, sagte Weigel. Bei einer Sanierung dieses Standortes müssten die Planungsarbeiten ganz von vorn beginnen.

Ein Baustart wäre dort wohl auch in zwei Jahren, wenn Sportler im beschlossenen Neubau bereits trainieren sollen, nicht möglich, prophezeite Weigel. Denn im Gegensatz zur Sanierung der Gebäude an der Dresdner Straße ist die Finanzierung für den neuen Sportkomplex neben dem Gymnasium bereits gesichert. Bund und Land haben zusammen Zuschüsse in Höhe von 5,8 Millionen Euro zugesichert. Und diese Zusage gelte allein für den Standort Schellerhauer Weg. „Keiner weiß, ob wir später noch einmal Fördermittel bekommen“, so Weigel. Und ohne Förderung kann das Projekt aus der klammen Kreiskasse nicht gestemmt werden.

Deshalb ging es bei der Entscheidung am Montagabend um nichts anderes, als „ob es in Zukunft überhaupt noch Leistungssport in Altenberg gibt“, sagte Landrat Michael Geisler (CDU). Mit dem Beschluss des Kreistages werden nun moderne Trainingsbedingungen geschaffen. Für die Entscheidung gab es Beifall von Athleten, die die Debatte vom Zuschauerrang aus verfolgt hatten.

Von Silvio Kuhnert

Schellerhauer Weg, Altenberg 50.768186430013 13.731329565576
Schellerhauer Weg, Altenberg
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