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Staatschauspielhaus und Semperoper erhalten steigende Zuschüsse - Sachsens Theater verhalten optimistisch

Staatschauspielhaus und Semperoper erhalten steigende Zuschüsse - Sachsens Theater verhalten optimistisch

Der große Theaterdonner ist verhallt: Sachsens Theater- und Orchesterlandschaft präsentiert sich im 25. Jahr der Deutschen Einheit weitgehend stabil. Für die finanziell ins Wanken geratenen Städtischen Theater Chemnitz gab es dieser Tage ein erlösendes Signal.

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Das Schauspielhaus in Dresden. (Archiv)

Quelle: Dominik Brüggemann

Der Stadtrat billigte die von der Geschäftsführung mit den Gewerkschaften ausgehandelten Eckwerte eines neuen Haustarifvertrages.

„Fünf Jahre Sicherheit für eine Einrichtung, die Kunst produziert - das ist ein hoher Wert“, sagte der Chemnitzer Intendant Christoph Dittrich erleichtert. An den Landesbühnen Sachsen begannen am vergangenen Donnerstag Gespräche über einen Haustarif.Der Deutsche Bühnenverein sieht in Haustarifen mit Gehaltsverzicht ohnehin ein typisch ostdeutsches Phänomen. „So etwas gibt es im Westen nur vereinzelt. Und wenn, geht der Verzicht längst nicht so weit“, sagte Geschäftsführer Rolf Bolwin. Er warnte die Träger ausdrücklich davor, sich von Haustarif zu Haustarif zu hangeln und die Bedingungen immer weiter zu verschlechtern.„Man muss auch den Mitarbeitern der Theater und Orchester eine Perspektive bieten. Auf Dauer kann man ihnen nicht zumuten, auf jegliche Lohnerhöhung zu verzichten.“ Wenn sich Kommunen für alle anderen Mitarbeiter eine Tarifsteigerung leisten könnten, müsse das auch für Künstler gelten.

Nicht wenige Bühnen tragen die Veränderungen seit der Wende im Namen: Sie wurden zusammengelegt und heißen nun Theater Zwickau-Plauen, Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau oder Mittelsächsisches Theater Freiberg/Döbeln. „Im Vergleich zum vorherigen Stand mit zwei Theatern ist das Personal um mehr als die Hälfte reduziert worden“, stellte Christine Klecker, Geschäftsführerin des Mittelsächsischen Theaters, fest.2008 sei das Doppeltheater aus einem Haustarif wieder ausgestiegen und habe sogar ein paar Rücklagen anlegen können. Tarifsteigerungen könne die Bühne aber nicht abfangen, weil der Etat seit Jahren kaum gewachsen sei.Den am längsten geltenden Haustarifvertrag hat die Staatsoperette Dresden geschlossen - er reicht bis 31. Dezember 2021. Intendant Wolfgang Schaller spricht von einem ungewöhnlichen Vorgang. Als Gegenleistung für den Bau einer neuen Spielstätte verzichten die Mitarbeiter schon seit Sommer 2009 auf acht Prozent ihres Gehalts. „Das gibt uns aber die Garantie für den Bestand des Ensembles in der jetzigen Zusammensetzung“, sagte Schaller. Der Kampf um die neue Bühne im Zentrum Dresdens habe das Ensemble geeint und „die Nerven gestählt“. Der Intendant hofft darauf, Ende 2016 die erste Premiere in neuem Haus zu erleben.

Das Land Sachsen hat seine kulturellen Flaggschiffe in den letzten Jahren nicht auf dem Trockenen sitzengelassen. Für die Semperoper und das Staatsschauspiel wurden die Zuschüsse zum laufenden Betrieb und für Investitionen von rund 55,5 Millionen Euro im Jahr 2007 auf 64,8 Millionen erhöht.„Sachsen ist ein Kulturland mit überregionaler und internationaler Ausstrahlung“, unterstrich Kunstministerin Sabine von Schorlemer (parteilos): „Kulturelle Vielfalt ist eine Herzensangelegenheit und gehört ebenso zum Selbstverständnis von Sachsen wie unsere Flaggschiffe, die als Kulturbotschafter über die Grenzen des Freistaates hinaus wirken.“Von Schorlemer will sich dafür einsetzen, dass bei den anstehenden Etatverhandlungen ebenfalls mehr Geld für die Kulturräume herausspringt, die per Gesetz vom Freistaat mitfinanziert werden.

Darauf hofft auch das Hauptmann-Theater in Görlitz und Zittau.Mittelfristig müsse es gelingen, die öffentlichen Zuschüsse an das Theater wieder sukzessive zu steigern, um zumindest einen Inflationsausgleich zu gewährleisten, betonte Generalintendant Klaus Arauner. Dass Theater auch in der Provinz gefragt ist, beweisen nicht zuletzt die Zahlen aus Ostsachsen. Im Vergleich zur ersten Saison nach der Wende konnte das Hauptmann-Theater die Besucherzahlen inzwischen verdoppeln.

von Jörg Schurig, dpa

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