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Sprachführer für Gehörlose

Sprachführer für Gehörlose

Meißen. In der Albrechtsburg ist jetzt ein Pilotprojekt des Freistaats gestartet worden. Nach Personenaufzug, Panoramaaufzug zum Burgberg sowie Hubbühnen in der Burg wird Menschen mit Behinderungen nun eine weitere Hilfe angeboten.

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Mitarbeiterin Margrit Jahn von der Albrechtsburg Meissen zeigt einen der fünf elektronischen Sprachführer, die Gehörlose ab sofort nutzen können. Auf den Geräten erzählt eine Berliner Schauspielerin in Gebärdensprache in einem Film über die Dauerausstellung und die Burg.

Quelle: Martin Förster

Von Stephan Klingbeil

Denn ab sofort können sich auch gehörlose Menschen dort die Dauerausstellung "Albrechtsburg Meissen. Das ist die Höhe!" anschauen und erklären lassen, ohne dass sie auf andere Leute angewiesen sein müssen.

Die Albrechtsburg hat sich zu diesem Zweck fünf i-Pods mit einem Gebärdensprachführer angeschafft. Der Freistaat hat das Projekt mit 12 000 Euro gefördert. Die Sprachführer werden im Eingang der Burg kostenlos bereit gestellt. Bislang gab es dort 130 Audioguide-Geräte. Gehörlosen brachte dieses Begleit-Angebot jedoch nichts.

Fortan können sie sich individuell durch die Dauerausstellung führen lassen. Die handlichen Geräte mit Bildschirm spielen dabei einen rund 80-minütigen Film ab, der aber jederzeit unterbrochen werden kann. Man kann zurück spulen, Passagen überspringen oder sich den Informationsfilm so oft man mag anschauen und wiederholen.

Schlossleiter Uwe Michel verweist zudem darauf, dass in zwei Wochen ein App kostenlos verfügbar sein, den man sich auf sein Smartphone herunterladen kann. Dieses Programm funktioniere so ähnlich wie der neue Sprachführer. In Sachsen sei das Angebot einmalig, sagt Michel. "Wir haben recherchiert und festgestellt, dass es in Deutschland nur auf der Veste Coburg in Bayern so etwas gibt."

"Das ist eine gelungene Sache,", freut sich Stephan Pöhler, der seit 2005 Beauftragter der Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen ist. Jetzt könnten Gehörlose selbst entscheiden, wann sie die Ausstellung besichtigen. Sie müssten nicht mehr warten auf spezielle Führungen, die man nicht selten Tage im Voraus anmelden müsse. Der Freistaat habe auf diesem Gebiet bundesweit eine Vorreiterrolle. Das spiegele sich auch in dem jüngst verabschiedeten Tourismuskonzept für 2020 wider. Sachsen hat zirka 650 000 Behinderte, wolle bezüglich der Barrierefreiheit eines der führenden Reiseländer werden.

Das Gerät ist übersichtlich und einfach zu bedienen. Drückt man den Startknopf, beginnt Schauspielerin Julia Hroch (Berlin) in Gebärdensprache von der Albrechtsburg zu erzählen, mit ihren Händen erklärt sie historische Hintergründe und informiert über die Exponate der Dauerausstellung. Das Drehbuch hat die Albrechtsburg mit der equalizent Schulungs- und Beratungs GmbH (Wien) entwickelt, die auf solche Sprachführer spezialisiert ist.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.08.2012

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