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Sparkasse Meißen eröffnet "Große Emma" als bundesweit erstes Modellprojekt in Zabeltitz

Sparkasse Meißen eröffnet "Große Emma" als bundesweit erstes Modellprojekt in Zabeltitz

Für ein paar Stunden durfte sich das beschauliche Zabeltitz gestern als der Nabel einer eigenen Bankenwelt fühlen. Dutzende Sparkassen-Fürsten waren in dem 1000-Seelen-Ort zugegen, als die dortige "Große Emma" das erste Mal ihre Pforten öffnete.

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Sparkassen-Mitarbeiterin Dorit Schubert, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Meißen Rolf Schlagloth und Friseurmeisterin Anett Englowski haben in Zabeltitz unter dem Dach der "Großen Emma" zueinander gefunden.

Quelle: Uwe Hofmann

Es handelt sich um ein bisher einmaliges Pilotprojekt, das schon in diesem Jahr Nachahmer in Nordrhein-Westfalen und anderswo in der Republik finden soll, wie Michael Emmrich, der Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes sagt. Bundesweit herrsche hohes Interesse an den Erfahrungen, die derzeit an der Hauptstraße 56 in Zabeltitz gemacht werden.

Dort hat die Sparkasse Meißen so etwas wie ein kleines Dienstleistungszentrum für den ländlichen Raum ins Leben gerufen. Sie ist mit ihrer Geschäftsstelle zwischen Nahversorger und Getränkemarkt in ein Haus gezogen, in dem auch ein Friseursalon, die Diakonie Riesa-Großenhain, ein Paketshop und der Lohnsteuerberatungsverbund e.V. Filialen öffnen. Der Clou dabei: Die Mieter teilen sich mitunter in dieselben Räume. So nutzt die Sparkasse an den ersten drei Wochentagen ein Büro, in dem donnerstags und freitags Lohnsteuerberatungen stattfinden. So halten sich für alle Beteiligten die Mietkosten in Grenzen und sie sind dennoch - in begrenztem Maß - vor Ort vertreten. "Das hört sich einfacher an als es ist", sagt der Sparkassen-Vorstandsvorsitzende Rolf Schlagloth. Über Jahre habe man Verhandlungsgeschick beweisen müssen, was aber nicht verhindern konnte, dass ein Podologe kurz vorm Einzug abgesprungen ist.

Die Sparkasse will mit dem Projekt einem Dilemma begegnen: Zwei Geschäftsstellen musste sie 2013 schließen, im Jahr davor gar sechs. Betroffen ist zumeist der ländliche Raum, weil sich dort der demografische Wandel besonders auswirkt. Auch die Filiale in Zabeltitz ist seit 2010 ein Streichkandidat, weil sie eigentlich viel zu wenig Geschäftsaufkommen verzeichnet. Dort ist man jetzt aus dem Hopp-oder-Top-Schema ausgebrochen, indem man etwas gänzlich Neues versucht.

Das bedeutet aber auch, dass die "Große Emma" keine gleichwertige Geschäftsstelle ist, wie Schlagloth betont. Wichtigster Unterschied - sie hat keine Kasse. Davon betroffen sind etwa zehn Unternehmer, die jetzt rund zehn Kilometer nach Großenhain oder Gröditz fahren müssen, wenn sie ihre Einnahmen einzahlen wollen. Die Gründe für das Fehlen der Kasse liegen auf der Hand: Für sie hätte ein Alarmsystem installiert, sowie dickere Wände und Türen eingebaut werden müssen.

Seit rund drei Jahren beschäftigt sich die Sparkasse mit dem Projekt. Mehrere Orte im Landkreis wurden dafür betrachtet, ehe man sich für Zabeltitz entschied. Dort hat man mit Wolfgang Engelmann, dem Betreiber des Nahversorgers, einen Investor gefunden, der einen nicht näher genannten sechsstelligen Betrag in das Haus investiert hat. Dafür erhielt er gestern rund 52 000 Euro aus einem EU-Fördertopf. Die Sparkasse tritt nur als Mieter auf, zeichnet auch keinen langfristigen Mietvertrag. Das bedeutet, dass sie - sollte das Projekt wegen geringer Frequenz scheitern - jederzeit kurzfristig aussteigen kann. Doch davon war gestern keine Rede. "Zabeltitz ist interessant, weil hier viele Familien hinziehen", sagt Friseurmeisterin Anett Englowski. Sie betreibt schon in Großenhain ein Friseurgeschäft und hat es sich nicht lange überlegt, in Zabeltitz eine Filiale mit zwei Mitarbeitern zu öffnen. In der Ortschaft gibt es zwar schon einen Friseur - pikanterweise gegenüber der alten Sparkassenfiliale, die jetzt geschlossen bleibt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.06.2014

Uwe Hofmann

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