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"Spanien-Fraktion" beim Edelstahlspezialisten SPS Schiekel Präzisionssysteme wächst

"Spanien-Fraktion" beim Edelstahlspezialisten SPS Schiekel Präzisionssysteme wächst

Bei "SPS Schiekel Präzisionssysteme" ist die "Spanien-Fraktion" auf 14 Mitarbeiter angewachsen. Der Spezialist für Edelstahlteile beschäftigt insgesamt 110 Menschen.

Unter ihnen sind sieben neue Fachkräfte mit iberischen Wurzeln. Im DNN-Interview berichtet Geschäftsführer Peter Schiekel, der gemeinsam mit seinem Bruder Gert den Familienbetrieb leitet, warum er sich in Spanien nach CNC-Drehern und -Fräsern umschaut und wie das Unternehmen die Sprachbarrieren überwindet.

Im Oktober vergangenen Jahres haben sieben Fachkräfte von der iberischen Halbinsel in Ihrem Betrieb angefangen. Nun haben Sie erneut sieben Spanier nach Dohna geholt. Warum?

Peter Schiekel: Es herrscht ein akuter Fachkräftemangel. Qualifizierte Dreher und Fräser für das Zerspanen von Edelstahl sind in unserer Region und darüber hinaus immer schwerer zu finden. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich extrem zugespitzt. Um unser Wachstum zu sichern, sind auch nichtalltägliche Schritte notwendig. Deshalb warb ich in Spanien, einem Land mit hoher Arbeitslosigkeit, um Fachkräfte. Die erste Aktion war ein voller Erfolg. Wir haben viel investiert, jetzt können wir die Früchte ernten. Unsere spanischen Mitarbeiter können die CNC-Maschinen jetzt selbst in hoher Qualität und in der gewünschten Normzeit umrüsten. Bei über 100 Rüstvorgängen in der Woche ist dies von großer Bedeutung. Weil sich im Fräsbereich personelle Probleme ergaben, bin ich im Sommer wieder nach Spanien geflogen - dieses Mal aber nicht nach Madrid, sondern nach Barcelona.

Ist das Interesse an einem Job in Dohna groß?

In sehr kurzer Zeit gab es über 100 Bewerbungen, fast alles Leute mit Erfahrung im Beruf, aber zumeist ohne Arbeit. In manchen Orten beträgt die Arbeitslosigkeit 50 bis 60 Prozent. Mit 15 von ihnen führte ich in Barcelona Gespräche. Sieben - im Alter von 21 bis 36 Jahren, darunter erstmals eine Frau - erhielten einen unbefristeten Arbeitsvertrag mit halbjähriger Probezeit. Die Verträge unterscheiden sich nicht von denen ihrer deutschen Kollegen. Zum Vergleich: Im vorigen Jahr gab es 40 Bewerber.

Wie gelingt Ihnen die Integration?

Wir unternehmen alles, damit sich die neuen Fachkräfte aus Spanien schnell in Sachsen wohlfühlen. Für sie alle ist Deutschland völliges Neuland. Um so wichtiger ist es, dass sie mit der gebürtigen Spanierin Leonor Meyer und ihrer Agentur "Around Relocation" aus Dresden eine Landsfrau an der Seite haben, die überall und jederzeit hilft. Auch die "älteren Landsleute", also die sieben Spanier, die seit einem Jahr bei uns sind, helfen mit ihren Erfahrungen. SPS hat für Wohnraum in Dresden, Heidenau und Pirna gesorgt, ihn teilweise möbliert - auch mit Sachspenden deutscher Kollegen. Die Integration der Spanier ist natürlich mit zusätzlichen Kosten verbunden. Wir sehen sie als Investition in die Zukunft unserer Firma.

Wie begann der Lebensalltag der Spanier hier bei uns?

Zurzeit büffeln alle Deutsch. Für die neuen Spanier begann der Alltag in Sachsen auf der Schulbank mit einem sechswöchigen Deutsch-Intensivkurs. Wir müssen einfach mehr tun, um die Sprachbarriere schneller abzubauen. Wir hatten es uns ursprünglich doch einfacher vorgestellt. Deshalb ist nun der Intensivkurs vier Wochen länger als bei der ersten Gruppe, die ebenfalls immer noch fleißig Vokabeln und Grammatik immer sonnabends vier bis fünf Stunden lernt. Die neuen Kollegen fangen nächste Woche im Dreischichtbetrieb an. Bis Ende des Jahres werden sie alle Abteilungen durchlaufen und den Betrieb von Materialeingang bis zum Versand kennenlernen.

Werden Sie weitere Spanier holen?

Wenn die Wirtschaft bei uns weiter gut läuft, sehe ich keine Probleme für eine dritte Runde.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.10.2014

Silvio Kuhnert

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