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Sozialkaufhaus Radebeul startet zwei neue Anti-Sucht-Projekte

Sozialkaufhaus Radebeul startet zwei neue Anti-Sucht-Projekte

Die Sozialfirma "Produktionsschule Moritzburg" startet im September in Coswig und Radebeul zwei Projekte für Suchtkranke und Therapierte.

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Im alten Sozialkaufhaus werden bald vor allem gespendete, reparierte Möbel verkauft.

Quelle: Ralf U. Heinrich

Coswig/Radebeul. Von Stephan Klingbeil

In der Bahnhofsstraße von Coswig hat die Produktionsschule dafür ein Geschäft angemietet. Dort kommen Alkoholiker zusammen, um als mobiler Einsatztrupp im Garten- und Landschaftsbereich zu arbeiten.

Das Projekt läuft unter dem Titel "Inco". Ähnliche Projekte bietet die Sozialfirma seit Jahren an. Die Suchtkranken werden dabei täglich zum Alkoholtest gebeten. In der Gruppe wird getestet, ob und wie viel Promille sie im Blut haben - Pusten ist angesagt. In der Gruppe, zusammen am Tisch. Nicht im stillen Kämmerlein. "Das funktioniert", sagt Thomas Emmrich, der Chef der Produktionsschule. Einige hätten es geschafft, über Wochen trocken zu sein. Einige gingen danach zur Suchtberatung, manche begannen einen Entzug.

Mit Maschinen dürfen die Alkoholiker aber nicht arbeiten - wegen der Vorschriften und der Unfallgefahr. "Wir wissen, dass viele unter Strom stehen, aber nach Hause schicken wollen wir sie nicht", betont Emmrich. Man wolle den Menschen helfen, sie an einen regelmäßigen Arbeitsalltag gewöhnen. Daraus entstand die Idee für ein Integrationsprojekt für Leute, die eine Therapie geschafft haben. Für das Projekt "Pedro" (Perspektive ohne Drogen).

Falls die Moritzburger über die Lotterie "Glücksspirale" die erhofften Zuschüsse bewilligt kommen, wollen sie im September ein zweites Anti-Sucht-Projekt in Radebeul starten - mit zweimonatiger Verspätung.

Trockene Alkoholiker oder andere frühere Suchtkranke sollen in der alten Radebeuler QAD-Kaufhalle einen Arbeitsplatz bekommen, der garantiert "clean" sei. Damit habe man in anderen Städten gute Erfahrungen gemacht, sagt Emmrich. Die Rückfallquote sinke um 50 Prozent. Im alten Sozialkaufhaus und in den Moritzburger Werkstätten sollen bald Möbel für den "Allerhandladen" aufgearbeitet werden.

Dieser Gebrauchtwarenladen ist derzeit im Augustusweg 58 untergebracht. In der ehemaligen Mittelschule Oberlößnitz wird seit Juni Gebrauchtes günstig verkauft. Das Geschäft der Produktionsschule mit arbeitslosen Ein-Euro-Jobbern, deren Verträge spätestens Ende des Jahres auslaufen, zieht nun in das ehemalige Sozialkaufhaus in der Wasastraße 17. Das ist seit Mai, nach der Pleite der Dresdner QAD, dicht.

Hier sollen ehemals suchtkranke Frauen und Männer - der Altersschnitt liege bei 40 bis 50 - den Sprung schaffen und schließlich wieder Arbeit finden, so Projektleiter Robert Göttsch. Acht Plätze stehen bei Pedro bereit. Sie werden über die Suchtberatungsstellen im Landkreis vergeben. Sechs Leute aus der Region beginnen am 3. September ihre Arbeit. Zunächst drei Stunden am Tag. Bis zu 18 Monate bleiben sie. "Das Projekt muss sich aber nach drei Jahren selbst finanzieren", sagt Göttsch. "Aus den Einnahmen des Allerhandladens." Das Geschäft wird am 17. September im ehemaligen Sozialkaufhaus eröffnet.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.08.2012

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