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Sonderschau erinnert bis 9. November an 300 Jahre öffentliches Bibliothekswesen in Pirna

Sonderschau erinnert bis 9. November an 300 Jahre öffentliches Bibliothekswesen in Pirna

Zwei Jubiläen rund um das Thema Buch begeht die Stadt dieser Tage. So wird die Stadtbibliothek 100 Jahre alt. Aber das Bedürfnis zu lesen und Bücher auszuleihen ist in der Canalettostadt weitaus älter.

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Historische Behandlungskunst: Museumsleiter René Misterek legt das "Feldtbuch der Wundartzney", verfasst von Hans von Gersdorf, in die Ausstellungsvitrine. Das im Jahr 1528 gedruckte Werk ist ein Band der Großmannschen Bibliothek.

Quelle: Daniel Förster

Die erste bedeutsame öffentliche Bücherei ist 300 Jahre alt. Mit einer Kabinettsausstellung auf der Galerie erinnert das Stadtmuseum an die Stiftung von 1154 Bänden, die im Jahr 1714 den Grundstein für die erste öffentliche Bibliothek bildete. Gestern öffnete die Schau ihre Pforten.

1670 übernahm Johann Heinrich Großmann das Amt des Stadtarztes in Pirna. "Er war Doktor der Medizin und Doktor der Philosophie", berichtet Museumsleiter René Misterek. Später wurde der belesene Mann auch Bürgermeister. Seine Privatbibliothek wuchs zu seinen Lebzeiten auf 1154 Bände an. Als sein Sohn 1713 starb, musste Großmann die Zukunft seines Nachlasses neu ordnen. Er schenkte die Bücher der Stadt. Gemeinsam mit den Altbeständen der Kirchenbibliothek bildeten sie den Grundstock für die erste öffentliche Bücherei in der Elbestadt.

Zu der einmaligen Sammlung gehören zum Beispiel 34 Inkunabeln bzw. Wiegendrucke - Bücher aus der Anfangszeit des Buchdruckes. Zwei Exemplare aus den Jahren 1478 und 1490 sind in der Ausstellung zu sehen, so wie eine Bibel mit einer Inschrift des Reformators Philipp Melanchthon. Die im Jahr 1559 geschriebene Widmung ist der älteste Nachweis für das Bibliothekswesen in der Stadt. Das Zeugnis stammt aus der Kirchenbücherei, die mit der Schenkung Großmanns enorm wuchs und nicht mehr nur den Pfarrern für die Vorbereitungen von Predigten diente, sondern Lesestoff für die Bürger der Stadt lieferte. Neben theologischen Werken umfasste sie Bände aus der Juristerei, Medizin, Geschichte und Philosophie - darunter Werke der Frühaufklärung. In den Folgejahren kamen weitere Schenkungen von Bürgern hinzu. Das letzte bzw. jüngste Buch der Sammlung stammt aus dem Jahr 1753. Mit dem Ausbruch des Siebenjährigen Krieges kam danach das erste öffentliche Bibliothekswesen zum Erliegen. In der Ausstellung sind bis 9. November rund 30 Exemplare der heute noch rund tausend erhaltenen Bücher zu sehen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.09.2014

S. Kuhnert

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