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Sommerwirtschaft am Schützenhaus öffnet Kunstimbiss: Interview mit Christopher Simpson über Kunst, Wurst und Bier

Sommerwirtschaft am Schützenhaus öffnet Kunstimbiss: Interview mit Christopher Simpson über Kunst, Wurst und Bier

Meisterwerke mit Wurst und Kunstwerke auf Wurstpappen sind ab Sonnabend im Schützenhaus in Stadt Wehlen am Hausberg 10 zu sehen. Um 15 Uhr öffnet mit einer Vernissage die Ausstellung "Kunst, Wurst, Bier".

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Ob "Schlummernde Venus" mit Wiener Würstchen oder Conchita Wurst als Sixtinische Madonna - Künstler Christopher Haley Simpson findet bei seinen kunsthistorischen Recherchen ungewöhnliche Werke der alten Meister. Ab Sonnabend sind sie im Wehlener Schützenhaus zu sehen.

Quelle: Silvio Kuhnert

Künstler Christopher Haley Simpson berichtet im DNN-Interview, was es mit diesem Kunstimbiss auf sich hat.

Herr Simpson, wie sind Sie auf die Wurst gekommen?

Ich nenne es die Dreifaltigkeit: Kunst, Wust, Bier. Die Idee entstand beim Beschriften des ersten Kneipenschilds für die Sommerwirtschaft am Schützenhaus. Wir listeten das Angebot auf: Kunst, Eis, Wurst, Bier etc. Zur ersten Ausstellung haben wir dann gedacht: Das machen wir noch knapper und essenzieller, und haben das Motto auf Kunst, Wurst und Bier reduziert.

Was verbindet die drei?

Die Dreifaltigkeit symbolisiert drei wesentliche Dinge: Wurst zum Essen und als Stärkung, Bier als Getränk zur Erfrischung und zum Durstlöschen nach einer Wanderung auf dem Malerweg und natürlich Kunst. Das Schützenhaus ist ein Kunsthaus - nicht erst, seitdem ich hier mein Atelier habe. Der Ort ist prädestiniert für Kunst. Er liegt in einer wunderbaren Landschaft mit wunderbaren Ausblicken, welche das Herz eines Landschaftsmalers höher schlagen lassen. "Kunst, Wurst, Bier" ist die Bezeichnung für eine alljährliche Begegnung der Biergartenkultur, zwischen der Sommerwirtschaft vor dem Haus und dem Kunsthaus.

Gibt es ein Vorbild für diese Kultur?

Die Begegnung von Kunst, Wurst und Bier hat etwas Bohèmes. Wir befinden uns am Rande zu Böhmen. Dort findet man witzige, manchmal etwas kitschige Kneipengestaltungen. In fast allen Kneipen befindet sich ein lustiger und oft sehr menschlicher Gegenstand. Es ist ein Teil der Landschaft und bildet einen Kontrast zu dessen Erhabenheit. Dies wird durch diese wiederkehrende Ausstellung nah an der deutsch-böhmischen Grenze thematisiert. Sie ist ein Kunstimbiss.

Welche Kunsthappen werden präsentiert?

Für die Ausstellung schicken Künstler immer wieder Bilder auf Bratwurstpappe. Sie geben uns einen kleinen künstlerischen Leckerbissen in einem schönen kleinen Rahmen. Diese Wurstpappen sehen tatsächlich aus wie altmodische Barock- oder Rokokobilderrahmen, wenn die Ränder mit Gold, Bronze oder Silber verziert werden. Das kleine Format fordert zu einer besonderen Gestaltung heraus, die Besinnung auf die Wurst ruft besondere Bildlösungen hervor.

Die Wurst spielt auf den Bildern, die Sie beisteuern, eine große Rolle. Fanden Brat- und Wiener Würste in der Kunstgeschichte bislang zu wenig Beachtung?

Es gibt einige Meisterwerke, die im weitesten Sinne mit der Fleischindustrie zu tun haben. Denken Sie an die Wandbilder in der Höhle von Lascaux. Das waren Jagdbilder. Sie thematisieren Fleisch. Wir knüpfen da wieder an. Kunst hat immer etwas Essenzielles. Die Darstellungen der gejagten Tiere symbolisieren die erhaltenden Kräfte des Lebens. Wir neigen heutzutage sehr dazu, vergeistigt und abstrahiert zu sein, denken, alles kommt aus einem Konzept oder dem großen Gedanken. Wir haben das Bewusstsein für unsere Lebensgrundlagen verloren. Eine dieser Grundlagen ist das Essen. Es ist eine Lebensnotwendigkeit. In dem mitunter derben Humor der Ausstellung verbinden wir das Höhere und Erhabene mit dem Alltäglichen, um so das Sublime wieder erfahrbar zu machen. Viele Wanderer kommen am Haus vorbei. Durch das humorvolle Angebot schauen sie sich vielleicht das erste Mal Kunstwerke an. Es ist ein Angebot zur Heranführung an die Kunst.

Wann hat die Galerie geöffnet?

Die Ausstellung wird bis Ende August zu sehen sein. Sie hat an den Wochenenden von 12 bis 19 Uhr geöffnet sowie nach Vereinbarung.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.07.2014

Silvio Kuhnert

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