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Solidarische Landwirtschaft geht in Struppen in die dritte Saison

Ackerbau und Viehzucht Solidarische Landwirtschaft geht in Struppen in die dritte Saison

Auf dem Schellehof in Struppen wird Solidarische Landwirtschaft praktiziert. Am 13. März legen die Mitglieder fest, was sie in diesem Jahr anbauen wollen. Noch kann man mitmachen und mitbestimmen, welches Gemüse jede Woche frisch in der Lieferkiste landet.

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Bei der Soldarischen Landwirtschaft stellt Landwirt André Türk für die Mitglieder jede Woche eine Kiste mit frischem Gemüse zusammen.

Quelle: Foto: Silvio Kuhnert

Struppen. Der Schellehof in Struppen möchte in die dritte Saison der Solidarischen Landwirtschaft starten. Die DNN sprachen mit Landwirt André Türk darüber, wie diese Wirtschaftsweise funktioniert und ob sie sich bereits etabliert hat.

Frage: Herr Türk, Sie praktizieren auf dem Schellehof in Struppen Solidarische Landwirtschaft. Können Sie kurz erklären, wie dieses Wirtschaftsweise funktioniert?

André Türk: Solidarische Landwirtschaft ist eine moderne Art der Selbstversorgung. Mehrere Haushalte bilden eine Wirtschaftsgemeinschaft. Am Anfang der Saison vereinbaren sie, was für Lebensmittel sie anbauen wollen. In einem Haushaltplan tragen sie die dafür notwendigen Kosten zusammen. Und die Mitglieder bzw. Ernteteiler, die Lebensmittel beziehen, teilen sich die Ausgaben für den Anbau und schultern auch gemeinsam das Risiko, was mit Landwirtschaft verbunden ist, wie etwa Ernteausfällen. Darüber hinaus ist ein wesentlicher Kernaspekt, dass die Mitglieder direkten Einfluss nehmen können, wie Lebensmittel angebaut und Tiere gehalten werden.

Bald startet die dritte Anbausaison. Hat das Konzept sich bewährt?

Solidarische Landwirtschaft hat sich auf ganz Deutschland bezogen bewährt. Die Zahl der Höfe, die diese Wirtschaftsweise betreiben, ist exponentiell gestiegen. Vor 14 Tagen gab es ein großes Netzwerktreffen. Zu diesem sind 120 Bewirtschafter von solchen Höfen angereist. Dort war zu spüren, dass dieses Modell der Landwirtschaft funktionieren kann.

Und hat es sich in Struppen und damit in der Nachbarschaft zu Pirna und Dresden etabliert?

Diese Frage kann ich noch nicht abschließend beantworten. Normalerweise starten Solidarische Landwirtschaften mit Gartenbau. Auf ein bis zwei Hektar wird Gemüse angebaut. Und das war es. Mit 100 bis 130 Haushalten lässt sich die ganze Sache finanziell gut stemmen. Aufgrund der Vielfalt bei uns, da wir mit tierischen Produkten arbeiten und weit größere Ackerflächen besitzen, ist dies für die gleiche Anzahl an Haushalten eine ziemlich große Nummer. Bevor wir mit der Solidarischen Landwirtschaft begonnen haben, bauten wir für den Großhandel an, zum Beispiel Getreide. Durch die Umstellung auf die neue Wirtschaftsweise nutzen wir Teile der Flächen für die Mitglieder der Wirtschaftsgemeinschaft. Und das, was an Anbaufläche noch übrig bleibt, ist für den Großhandel uninteressant. Daher müssen wir noch nach weiteren Standbeinen suchen. Unternehmerisch befinden wir uns immer noch in einer Aufbauphase. Im April wollen wir mit 150 Haushalten in die neue Saison starten, um dem Ziel, den gesamten Betrieb auf Solidarische Landwirtschaft umzustellen, ein Stück näher zu kommen.

In der Solidarischen Landwirtschaft zahlen die Mitglieder einen Beitrag und erhalten dann wöchentlich eine Kiste mit frischem Gemüse. Oder?

Es ist nicht nur Gemüse, sondern sind auch Getreide, Mehl, Brot, Brötchen, Eier, Fleisch vom Rind und Lamm. Bei einem Ernteanteil kommen zum Beispiel jede Woche 500 Gramm Kartoffeln in die Kiste. Hinzukommt saisonales Gemüse. Wir bauen über 50 verschiedene Gemüsekulturen an. Künftig besteht die Option, eine Weihnachtsgans zu erhalten. Auf der Mitgliederversammlung am 13. März legen die Ernteteiler fest, mit was sie der Hof versorgen darf und mit welchem finanziellen Beitrag sie das Projekt unterstützen möchten. Eine Mitgliedschaft geht verbindlich über zwölf Monate.

Wo kommen die Mitglieder her?

Rund ein Drittel stammt aus Dresden. Und die anderen zwei Drittel kommen aus der Nähe des Hofes wie Struppen oder Pirna.

Jedes Mitglied erhält einmal in der Woche frische Lebensmittel. Wenn man nun beispielsweise in der Pirnaer Altstadt oder in der Dresdner Neustadt wohnt, wie kommt man an seine Kiste heran?

Es gibt mehrere Verteilstationen. Zurzeit sind es fünf. Jeweils eine befindet sich in Struppen, Pirna, Dresden-Striesen, Dresden-Löbtau und Dresden-Neustadt. Wir nennen sie auch Depots. Dort kann man die Kiste donnerstags am Nachmittag oder Abend je nach Öffnungszeit abholen. Die Verteilung haben die Mitglieder selbst organisiert. Von den 120 Haushalten der vergangenen Saison haben rund 50 ihren Anteil in Struppen abgeholt. Darunter sind auch Bewohner umliegender Kommunen, die einfach die Nähe zum Hof suchen. An diesen Verteiltagen ist dann weit mehr los, als nur Kisten schleppen. Es haben sich Kinder-Eltern-Treffs gebildet. Unter den Mitgliedern sind ein reger Austausch und Freundschaften entstanden. So finden zum Beispiel regelmäßig Kochabende und Hoffeste statt. Solidarische Landwirtschaft versorgt einem mit weit mehr als nur gesunden Lebensmitteln.

Infoveranstaltungen : 4. März, 18.30 Uhr: DRK-Mehrgenerationenhaus, Schandauer Straße 10, Sebnitz; 5. März, 15 Uhr: Montessorischule Dresden, Glashütter Straße 10, Dresden-Striesen; 8. März, 18.30 Uhr: Ratssaal, Hauptstraße 48, Struppen

www.schellehof.de

Von Silvio Kuhnert

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