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Sörnewitzer Winzerglühweine sind der Renner

Weihnachtsmärkte Sörnewitzer Winzerglühweine sind der Renner

Glühweine direkt vom regionalen Winzer erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Darauf hat das Deutsche Weininstitut (DWI) verwiesen. Auch Sachsen macht hierbei keine Ausnahme.

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Ina Dorn vom Kulturamt der Stadt Radebeul probiert mit Steffen Schabehorn einen weißen Glühwein aus Sörnewitz. Der Winzer hat weißen, roten und roséfarbenen Glühwein im Angebot.

Quelle: Lars Müller

Radebeul/Meißen. Alleine auf dem Weihnachtsmarkt in Altkötzschenbroda schenken sieben regionale Weinbaubetriebe ihre individuellen Glühweine oder heiße weinhaltige Getränke nach eigenen Rezepten aus, sagte Ina Dorn, Sprecherin des Kulturamtes in Radebeul.

Einer der Vorreiter beim sächsischen Winzerglühwein war vor 15 Jahren Steffen Schabehorn aus Sörnewitz. Der 51-jährige Winzer hat in diesem Jahr gleich drei Glühweine im Angebot - weißen, roten und eine roséfarbene Kreation aus Dornfelder Weißherbst. Die Glühweine würden immer jeweils zwei Tage vor dem Ausschank nach einem alten Hausrezept gewürzt und frisch zubereitet, erklärt Schabehorn.

Für weißen Glühwein verwendet das Weingut Schabehorn vorrangig Müller-Thurgau, Bacchus und Kerner, für den roten Glühwein unter anderem Regent. "Mein Ziel als Winzer ist es, dass der typische Geschmack der Rebsorten auch beim Glühwein erhalten bleibt", sagt Schabehorn. Die Glühweine der Schabehorns gibt es nur im Ausschank in Altkötzschenbroda sowie auf den Hofweihnachtsmärkten des Weinguts in Sörnewitz direkt unterhalb der Bosel und in Meißen am sogenannten Schloss Deutschenbora.

Auf die Idee für eigenen Glühwein habe ihn seinerzeit ein befreundeter Weinbauer aus der Pfalz gebracht, der damals schon individuell zubereiteten Glühwein ausschenkte, so der Winzer. Sächsischen Wein weihnachtlich zu würzen, sei um die Jahrtausendwende wegen der allgemein geringen Menge noch fast ein Frevel gewesen, erinnert sich Schabehorn schmunzelnd. Inzwischen bereiten etliche seiner Kollegen aus dem Elbland eigene Glühweine zu.

Nur sächsische Trauben der Sorten Bacchus, Müller-Thurgau, Grau- und Weißburgunder sowie Solaris verwendet das Staatsweingut Schloss Wackerbarth für seinen "Weiß & Heiß". Allerdings darf die Kreation laut Weinrecht nicht als Glühwein verkauft werden, erklärt Unternehmenssprecher Martin Junge. "Ausgehend von dem Originalrezept des Raugrafen von Wackerbarth kombinieren wir den sächsischen Weißwein mit Traubensaft, Orangenlikör sowie Rum." Das Rezept aus Jahr 1834 gilt als eine der ältesten überlieferten Würz-weinrezepturen. "Weiß & Heiß" wird nach Junges Angaben an eigenen Ständen auf Weihnachtsmärkten in Dresden, Chemnitz, Leipzig, Radebeul, Pirna, Freiberg, Zwickau, Plauen, Bautzen, Erfurt, Jena sowie in Halle ausgeschenkt. Zu haben ist das Getränk zudem im Gutsmarkt in Zitzschewig sowie in ausgewählten Lebensmittelmärkten.

Ausschließlich in den beiden gutseigenen Vinotheken in Sörnewitz und Meißen verkauft das Weinhaus Schuh seine Glühweine "nach Opas Rezept". Winzerurgestein Walter Schuh würzt höchstselbst in seiner Kellerei den Weiß- und Rotwein. Zudem ist noch Heißer Schieler, also lachsfarbener Rotling, im Angebot. Alle drei unterschiedlich gewürzten Weine werden auch im Familienbetrieb filtriert und zum Genießen daheim abgefüllt. Zum Glühwein gibt es Winzerstollen vom Coswiger Bäcker Claus. Die Rosinen dieses Weihnachtsgebäcks werden vorm Backen in Schieler-Wein der Schuhs gebadet.

Auf dem Meißner Weihnachtsmarkt schenkt die Sächsische Winzergenossenschaft nach Angaben der Stadtverwaltung sächsischen Glühwein in Weiß und Rot aus. Die Genossenschaft reagierte nicht auf Anfragen zu ihrem Glühwein, der auch in der genossenschaftseigenen Weinerlebniswelt und zumindest in einem Radebeuler Supermarkt abgefüllt verkauft wird. Der Meißner Ratskeller hat zudem nach Recherchen des Gewerbevereins einen gewürzten Fruchtwein im Ausschank, wenn vor der Tür der Weihnachtsmarkt stattfindet.

Wer selbst Glühwein zubereiten oder fertigen in der heimischen Küche erwärmen will, sollte für den perfekten Genuss laut Weininstitut einige Regel einhalten: Beim Erwärmen des Glühweins sollte man darauf achten, dass er nicht zu stark erhitzt wird oder gar ins Sieden gerät, da ansonsten die filigranen Frucht-aromen verloren gehen. Ab einer Temperatur von 78 Grad Celsius entweicht zudem der Alkohol.

Das Würzen des Weines hat übrigens schon eine sehr lange Tradition. "Bereits die alten Römer haben ihren Wein teilweise mit Zucker und Gewürzen aromatisiert, um ihn genussvoller und zugleich haltbarer zu machen", erläutert DWI-Sprecher Ernst Büscher.

lars müller

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