Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Google+
Skulpturen aus Schlosspark Siebeneichen gestohlen

Skulpturen aus Schlosspark Siebeneichen gestohlen

Meißen. Winfried Schaefer ist fassungslos: "Seit Montag habe ich daran gearbeitet und dann war er weg, waren 70 Kilogramm behauener Sandstein einfach weg!" Schaefer ist Diplomlehrer für Mathematik und Kunst und nahm als solcher mit etwa 100 anderen Kunst- und Musiklehrern an der Sommerkunstwoche teil, die das Sächsische Bildungsinstitut (SBI) vergangene Woche auf Schloss Siebeneichen veranstaltet hat (DNN berichteten).

Zum Thema Fabel hatte er sich einen "Mann-Hasen" einfallen lassen. "Ein mit Haarwellen geschmückter, vom Zahneisen gezeichneter, Daumen hebender, Mut machender Männerkopf, hinter dem sich der Hase verbirgt", wie er die Skulptur beschreibt. Ein witziges Spiel mit dem Angsthasen im Mann also, das offenbar auch anderen gefiel. So sehr, dass sie die Plastik wenige Tage nach ihrer Aufstellung aus dem Park von Schloss Siebeneichen gestohlen haben. "Mein Mann-Hase schrumpfte zu einer Diebstahlsanzeige", beschreibt das Schaefer mit einer Mischung aus Ent- täuschung und Empörung. Auch eine andere Skulptur ließen die unbekannten Diebe mitgehen, wie Dozent Mario Nitzschke feststellen musste. Es handelt sich um Heike Hildebrandts Relief "Rabe mit dem Käse", das ebenfalls aus Sandstein gehauen ist. Die Werke sollten gemeinsam mit den übrigen Werken eigentlich ein Jahr ausgestellt und dann an ihre Schöpfer übergeben werden.

So recht nachvollziehen kann den Diebstahl keiner, auch das SBI nicht. Zumal man es den Dieben nicht leicht gemacht hat. "Die Arbeiten werden im Innenhof des Schlosses ausgestellt, das grundsätzlich nur für Teilnehmer unserer Veranstaltungen zugänglich und nach Dienstschluss verschlossen ist", teilt SBI-Abteilungsleiter Rüdiger Droste auf DNN-Anfrage mit. Die Täter sind also mit gehöriger krimineller Energie zu Werke gegangen, gerade wenn man den Abtransport der zentnerschweren Beute und die gezielte Auswahl bedenke, wie Polizeisprecherin Jana Ulbricht betont. Dabei haben die Skulpturen einen geringen Gegenstandswert - zumindest nach Einschätzung der Polizei. Er wird für beide Objekte auf lediglich 100 Euro geschätzt. Ideell und künstlerisch liege ihr Wert aber viel höher, bekräftigt Schaefer.

Für ihn ein Grund mehr, durch öffentlichen Druck die Fahndung der Polizei zu unterstützen. Schließlich wurde in der Region ein ähnlich gelagerter Fall auf diese Weise geklärt. Die Rede ist vom Aschenbrödel-Kleid, das aus dem Moritzburger Schloss verschwand und anschließend nach langer Diskussion von den Dieben per Post zurückgeschickt wurde. Möglich jedoch, dass die Polizei auf diesen Aschenbrödel-Effekt nicht angewiesen ist. Es gebe derzeit einen vagen Hinweis auf die Täter, verrät Polizeisprecherin Ulbricht. Dennoch werden Zeugen gebeten, sich beim Revier Meißen, Tel. 03521/47 20 oder unter der zentralen Zeugennummer 0351/4 83 22 33 zu melden. Die Tatzeit wird irgendwann in der Nacht vom 30. auf den 31. Juli vermutet, wohl zwischen 23 Uhr und 7 Uhr.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.08.2014

Uwe Hofmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr