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Skalp unter der Lupe - Karl-May-Museum: Gemeinsamer Forschungsplan mit Ojibwa steht

Skalp unter der Lupe - Karl-May-Museum: Gemeinsamer Forschungsplan mit Ojibwa steht

Der Forschungsplan zur Herkunft des umstrittenen Indianerskalps im Radebeuler Karl-May-Museum steht. Man habe sich mit den Vertretern des nordamerikanischen Ojibwa-Stammes auf einen genauen Ablauf geeinigt, sagt Museumsdirektorin Claudia Kaulfuß.

Radebeul.

"Nun weiß jeder, was er zu tun hat." Wann die ersten Ergebnisse vorliegen, kann Kaulfuß allerdings noch nicht sagen. Zuvor müssten eine Vielzahl von Quellen ausgewertet und Gutachten in Auftrag gegeben werden. "Das kann einige Zeit dauern" - zumal zahlreiche Quellen aus der Zeit um 1900 stammten.

Dennoch darf die Verständigung mit den nordamerikanischen Ureinwohnern als Erfolg für das Museum gewertet werden, das im vergangenen Jahr wegen der Verwendung menschlicher Skalpe in der Indianer-Ausstellung in der Villa Bärenfett in die Schlagzeilen kam. Damals forderte ein Vertreter der Ojibwa ultimativ die Rückgabe eines Skalpes, um diesen in der Heimaterde zu bestatten. Das Museum hat sich dagegen verwehrt, wollte zuerst die Herkunft des Skalpes klären. Zu den Karl-May-Festtagen 2014 konnte man ein gemeinsames Vorgehen mit den extra geladenen Ojibwe-Vertretern vereinbaren. Dass man jetzt erst einen konkreten Fahrplan vorweisen kann, zeigt, wie schwierig die Sache ist.

Der Skalp stammt wie viele Exponate im Karl-May-Museum aus der Sammlung von Patty Frank, der ihn 1904 dem Ojibwa-Stamm ordentlich abgekauft haben will. Niemand kann allerdings mit Sicherheit sagen, ob diese Geschichte stimmt. Deswegen hat sich das Museum trotz der teils heftigen Debatte verweigert, das Museumsgut ohne Prüfung abzugeben. Jetzt sollen die Ergebnisse der gemeinsamen Forschung über die Herausgabe des Skalps entscheiden. "Wir berichten uns regelmäßig über Fortschritte", sagt Kaulfuß. Am Radebeuler Museum gebe es mit Robin Leipold einen wissenschaftlichen Mitarbeiter, der sich um die geschichtliche Erforschung kümmere. Dieser sei aber zugleich für die laufenden Ausstellungen zuständig. "Die Forschung müssen wir nebenbei betreiben", erklärte Kaulfuß. uh mit dpa

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.02.2015

Uwe Hofmann/dpa

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