Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Seit 110 Jahren besteht das Heimatmuseum in Dohna

Zwei Sonderausstellungen zum Jubiläum Seit 110 Jahren besteht das Heimatmuseum in Dohna

Das Heimatmuseum Dohna wurde vor 110 Jahren gegründet. Gleich zwei Sonderausstellungen sind diesem Jubiläum gewidmet. Zu sehen ist auch eine Burg, mit der es die Burggrafenstadt in einen Defa-Film schaffte.

Museumsleiterin Eva-Maria Lohberg hält das Burgmodell in den Händen, was die Defa für einen Film 1983 per Kameratrick auf den Kahlbusch setzte.

Quelle: Silvio Kuihnert

Dohna. Für das Heimatmuseum Dohna ist 2016 ein Jubiläumsjahr. Vor 110 Jahren wurde es gegründet. Im DNN-Interview berichtet Museumsleiterin Eva-Maria Lohberg über die Entstehungsgeschichte und wie Dohna zur Defa kam.

Frage: Zwei Sonderausstellungen sind derzeit im Heimatmuseum Dohna anlässlich des 110-jährigen Jubiläums zu sehen. Frau Lohberg, wie ist es zur Gründung des Museum gekommen?

Eva-Maria Lohberg: Das Heimatmuseum Dohna ist aus einer Privatsammlung heraus entstanden. Schuldirektor Julius Tischendorf regte Anfang des Jahres 1904 an, mit dem Sammeln von Altertümern und geschichtlichen Erinnerungsstücken zu beginnen. Zu den Initiatoren gehörten die Ärzte und Heimatforscher Dr. Karl Lesche und Dr. Georg Schlauch sowie der Buchhändler Woldemar Kunis. Mit einem Teil ihrer Privatsammlung haben sie den Grundstock für das Heimatmuseum gelegt. Am 12. Juli 1906 beschloss der Stadtrat, ein Museum, eine Bibliothek und ein Archiv zu errichten. Im Rathaus wurde dafür ein Raum zur Verfügung gestellt, später kam ein zweites Zimmer hinzu, weil die Sammlung immer weiter wuchs.

Was für eine Sammlung bildete das Fundament für das Museum?

Wie es typisch für ein Heimatmuseum ist, umfasste sie Stücke Querbeet zur Geschichte und zur Natur des Ortes. Es gab eine Gesteinssammlung, frühgeschichtliche Fundstücke wie Scherben sowie darüber hinaus Karten, Zeichnungen, Gemälde, Plakate, Urkunden oder auch Programmhefte und Prospekte von Betrieben, kurzum: gesammelt wurde alles, was die Entwicklung der Stadt belegt. 1928 zog das Museum in die Schule. 1953 erfolgte ein weiterer Umzug, und zwar ins Gesellschaftszimmer des Gasthofes „Goldener Hirsch“. Als das Gebäude für einen Kindergarten benötigt wurde, kam die Sammlung 1956 auf die Burg. Seit 1983 befindet es sich im Apothekengebäude Markt 2.

Ausstellungen und Veranstaltungen sind die Haupttätigkeiten eines Museums. Aber viele Arbeiten laufen hinter den Kulissen ab. Was sind die Aufgaben des Heimatmuseums?

Die Hauptaufgabe ist seit den Anfängen die gleiche geblieben: Sammeln. Darüber hinaus ist es das Bewahren, Pflegen und Vermitteln. Wir stellen Stücke nicht nur aus, sondern dokumentieren und erforschen sie. Das heißt, ich versuche an alle Informationen, die es zu einem Exponat gibt, heranzukommen, sprich nicht nur das Objekt selbst, sondern auch die Geschichten dazu zu sammeln. Das Heimatmuseum versteht sich zudem als Begegnungsstätte von Jung und Alt. Es soll dem Austausch dienen, wo ältere Dohnaer berichten können, wie es früher war. Meine Empfehlung ist immer: Schreibt doch auf, was ihr noch wisst! Alle Quellen von Schrift, Bild, Ton und Zeitzeugenberichten wollen wir nutzen, um die Geschichte des Ortes rund zu machen.

Wie viele Besucher kommen im Jahr?

In guten Zeiten waren es rund 3000 Besucher. Dohna und seine Ortsteile sind keine Tourismusregion. Das ist bei den Besucherzahlen spürbar. In den vergangenen Jahren gingen sie zurück, 2015 schauten rund anderthalbtausend Menschen bei uns vorbei. Ich versuche immer wieder die Jugend ins Museum zu locken. Museum scheint für sie mitunter eine tote Sache zu sein. Wenn man so schaut, sieht man die jungen Leute nur noch mit ihrem Smartphone herumlaufen. Und dabei fallen sie beinahe auf die Straße, weil die Augen nur auf das Gerät gerichtet sind und sie das Ende des Bürgersteiges nicht sehen. Auf dem Smartphone gibt es nur Bilder. Man kann nichts anfassen, nichts riechen. Im Museum gibt es dagegen authentische Objekte, die man mit all seinen Sinnen erleben kann. Dies müssen wir immer wieder beispielsweise mit Sonderausstellungen herausarbeiten und ins Bewusstsein bringen.

Bis Ende Oktober haben Sie gleich zwei Sonderausstellungen, die eine ist der Geschichte des Heimatmuseums gewidmet, die andere zeigt „Schätze aus dem Depot“. Wie groß ist der Fundus des Museums?

Alles zusammengerechnet habe ich nicht. Aber es müssten rund 10 000 Exponate sein. Alle können wir natürlich nicht auf einmal zeigen. Deshalb geben wir in der Sonderschau einen Einblick, der die Breite der Dohnaer Sammlungen vermittelt.

Darunter ist auch eine Burg aus Pappmaché. Was hat es mit dem Modell auf sich?

Es ist ein Vorsatzmodell zum Defa-Film „Meine Frau Inge und meine Frau Schmidt“, der 1983 in Dohna und zum Teil in Heidenau gedreht wurde. Mit der Burg hat sich einer auf die Kirchentreppe gestellt und sie hochgehalten und dann wurde gedreht. Der Statist wurde dann wegretuschiert und im Film entstand so die Illusion, als ob diese Burg auf dem Kahlbusch stehen würde.

Von Silvio Kuhnert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr