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Schwierige Zeiten für Meißens Tierpark

Schwierige Zeiten für Meißens Tierpark

Es muss ja nicht immer der Dresdner Zoo sein: Auch im idyllisch gelegenen Meißner Tierpark tummeln sich jede Menge imposanter Wild- und Haustiere - Kängurus, Nasenbären und Wollschweine zum Beispiel, die beiden Uhus Frieda & Fritzi und auch die kleinsten Schafe der Welt.

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Drei Lamas tummeln sich im Tierpark. Die Kamelart ist in den südamerikanischen Anden beheimatet.

Quelle: Martin Förster

Das 40 000 Quadratmeter große Gelände liegt direkt am Ortseingang von Meißen, links vor dem alten Wasserwerk, wenn man von Dresden über die B6 kommt.

Zumindest was Kängurus anbelangt, wird Dresdens Zoo-Chef Karl-Heinz Ukena ein klein bisschen neidisch gen Meißen blicken. Immerhin 14 dieser Beuteltiere, davon fünf Junge, leben auf der Anlage. In Dresden sind es nicht einmal halb so viele. Auf insgesamt 450 Tiere in 85 Arten hat es Tierparkchef Heiko Drechsler inzwischen gebracht. Am kommenden Wochenende feiert der private Zoo zehnjähriges Bestehen. Zur Feier des Tages haben Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre freien Eintritt.

Was man auch auf den zweiten Blick nicht sieht, ist, dass es dem Meißner Zoo wirtschaftlich nicht wirklich gut geht. Schuld sind vor allem die immens gestiegenen Futterpreise, aber auch Füchse und Waschbären, die im Zoo immer wieder nachts auf Beutefang gehen.

Kleiner Rückblick: Der Tierpark wurde in den 1970er Jahren von einem Förster angelegt und mit Damwild, Rehen und Schafen bestückt, später von der Stadt Meißen und dann von einem Verein übernommen. Dieser Verein ließ den Zoo allerdings immer mehr verkommen, so dass ihn die Behörde 2003 ganz schließen musste.

Im Sommer desselben Jahres übernahm Heiko Drechsler den Zoo und eröffnete ihn im Sommer 2004 wieder - mit zunächst 200 Tieren in 40 Arten. "Das war ein Kraftakt", erinnert sich der heute 51-Jährige. Eigentlich hatte er damit gerechnet, dass die Stadt Meißen ihm in den Anfangsjahren finanziell unter die Arme greift. Doch die sah sich nicht in der Lage dazu. Und so finanziert sich der Tierpark bis zum heutigen Tag über die moderaten Eintrittspreise. Erwachsene zahlen vier Euro, Kinder ab drei Jahre 1,50 Euro.

Und davon muss Heiko Drechsler auch das Futter für seine Tiere beschaffen, der Griff in die Tasche wird immer tiefer. "Ein Zentner Gerste hat noch vor zehn Jahren sechs Euro gekostet, heute sind es 13 Euro", berichtet er. Ähnlich verhalte es sich beispielsweise auch mit den Sonnenblumenkernen für die Papageien und Sittiche. Hinzu kommen finanzielle Einbußen, die vom letzten Hochwasser herrühren. "Wir waren zwar nicht direkt betroffen, aber weil die B6 überflutet war, ist im vergangenen Sommer keiner bis zu uns durchgekommen", erklärt er.

Heiko Drechsler ist Gärtner, Tierpfleger, Betreiber und Zoochef in einer Person. Mit den Tieren zum Arzt geht er. Und ganz wichtig: Kostenlose Führungen durch den Tierpark bietet er auch an. "Ich arbeite von 7 bis 21 Uhr im Zoo", sagt er und ist froh, dass seine Frau seit zehn Jahren jedes Wochenende an der Kasse sitzt und ihn auch seine Kinder und Geschwister unterstützen. Drei, vier Ehrenamtliche beschäftigt er und drei Ein-Euro-Jobber.

"Etwa 50 Gehege haben wir in den vergangenen zehn Jahren neu gebaut", blickt Drechsler zurück. Kostenpunkt insgesamt: 100 000 Euro. Zwei Anlagen für die Südamerikanischen Sittiche seien im vergangenen Winter fertig geworden und auch eine neue Freianlage für die Kaninchen. Noch in den Sommerferien sollen die Aras und Kakadus ihr neues Gehege beziehen können.

Zu schaffen macht Heiko Drechsler, dass seine Tiere nachts immer wieder Füchsen und Waschbären zum Opfer fallen. Ein Fuchsweibchen habe vor kurzem alle neun Zwergschaf-Lämmer geholt und die Waschbären würden sogar die Holztüren der Hasengehege aufbrechen, um an ihre Beute zu gelan- gen. "13 Waschbären - zwei Weibchen mit ihren Jungen - habe ich neulich abends gesehen und verjagt", berichtet der Zoochef.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.07.2014

Katrin Richter

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