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Schüsse in der Laußnitzer Heide

Schüsse in der Laußnitzer Heide

Der Morgen ist windstill, ein bisschen neblig, aber für November relativ mild. Mit der Drückjagd in den Forstrevieren Ottendorf-Okrilla und Laußnitz hat die Drückjagdsaison im sächsischen Staatswald begonnen.

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Von den Treibern und ihren Jagdhunden aus ihrem Einstand "gedrückt", quert das Rudel Rotwild eine Schneise in der Laußnitzer Heide. 67 Schützen erlegten bei der Drückjagd insgesamt elf Stück Rotwild, darunter einen stattlichen Hirsch, 14 Wildschweine und zwei Rehe.

Quelle: Bernd Lichtenberger

Laußnitz. Der Morgen ist windstill, ein bisschen neblig, aber für November relativ mild. Eine Wildschweinrotte wechselt über die Schneise, an der ich auf einem Hochstand sitze. Schätzungsweise 20 Tiere. Offensichtlich sind es jene Schwarzkittel, die in der vorangegangenen Nacht den Grünstreifen umgebrochen haben, der die Schneise säumt. Kurz danach folgt ein paar Meter oberhalb ein Wolf. Langsam und unaufgeregt, als wüsste er, dass es die Jäger, die sich eben ringsum für die nächsten zweieinhalb Stunden auf den Anständen einrichten, nicht auf ihn abgesehen haben.

Kurz nach halb zehn fällt der erste Schuss. Nach und nach höre ich aus allen Richtungen Schüsse. Dazwischen immer wieder mal aufgeregtes Hundegebell. Denn in der Laußnitzer Heide, genauer: in den Forstrevieren Ottendorf-Okrilla und Laußnitz, findet an diesem Vormittag eine Drückjagd statt. 67 Schützen, darunter etwa 20 Jagdgäste, warten gespannt auf das Wild, das die rund 40 Treiber mit Unterstützung von ein paar Jagdhunden aus seinen Einständen "drücken". Dazu eingeladen hat der Forstbezirk Dresden des Staatsbetriebes Sachsenforst.

"Drückjagden sind eine effiziente und wildbiologisch sinnvolle Art der Bejagung", meint Landesforstpräsident Prof. Dr. Hubert Braun. "Wir wollen, dass die Wildschäden ein wirtschaftlich tragbares Maß nicht überschreiten. Die standortgemäßen Hauptbaumarten (z. B. Buche, Eiche oder Weißtanne) sollen sich weitestgehend ohne Schutzmaßnahmen verjüngen lassen", so Braun weiter. Der Freistaat Sachsen investiert jährlich etwa 15 Millionen Euro in den Waldumbau. Ziel sind standortgerechte, stabile und ertragreiche Mischwälder.

Trotzdem sind die Wildschäden, angerichtet vor allem durch Reh- und Rotwild, in der Gesamttendenz besorgniserregend, heißt es beim Sachsenforst. Das ergab die jüngste Wildverbiss-Untersuchung in verschiedenen Landeswaldgebieten. Derartige Untersuchungen werden aller drei Jahre durchgeführt. Von April bis Juni 2015 waren in so genannten Verwaltungsjagdbezirken, in denen der Freistaat die Jagd durch den Staatsbetrieb Sachsenforst in Eigenregie ausübt, über eine systematische Stichprobe knapp 200 000 Bäume auf Wildverbiss überprüft und über 115 000 Bäume auf mögliche Schälschäden durch das Rotwild untersucht worden. Danach sind laut Sachsenforst-Sprecher Klaus Kühling im Forstbezirk Dresden etwa 20 Prozent der sogenannten Hauptbaumarten verbissen. Dabei sei der Verbiss in der Laußnitzer Heide etwas höher als der in der Dresdner Heide.

"Mit dem Wildverbiss haben wir vor allem in der Laußnitzer Heide Sorgen", bestätigt Heiko Müller, beim Forstbezirk Dresden zuständiger Abteilungsleiter für den Staatsforst. "Dort ist das in erster Linie dem Rotwild geschuldet", sagt er. "Dagegen sind es in der Dresdner Heide vor allem Rehe und Schwarzwild, die uns Sorgen machen." Erschwerend komme dort hinzu, dass Biker und Jogger immer mehr dafür sorgen, dass das Wild auch in der Dunkelheit beunruhigt wird. Das führt zu noch größeren Verbissschäden, weil das Wild, statt auf der Waldwiese zu äsen, in der Dickung bleibt und dort Bäume und Sträucher anknabbert.

Zweieinhalb Stunden nach dem ersten Schuss ist in der Laußnitzer Heide wieder Ruhe eingekehrt. Die Jagd ist beendet. Erfolgreich. Am Nachmittag liegen am Laußnitzer Forsthof auf der waidgerecht mit Fichtenzweigen ausgelegten Fläche elf Stück Rotwild, darunter ein stattlicher Hirsch, 14 Wildschweine und zwei Rehe.

Bernd Lichtenberger

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