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Schüler des Herdergymnasiums Pirna proben seit sechs Monaten für ein Musical

Am Sonnabend ist Premiere von „Spring Awakening“ Schüler des Herdergymnasiums Pirna proben seit sechs Monaten für ein Musical

Nach „Peter Pan“ im Jahr 2014 bringen die Schüler des Pirnaer Herdergymnasiums dieses Mal Duncan Sheiks Musical „Spring Awakening“ nach dem Drama von Frank Wedekind auf die Bühne. Ein Stoff, der vom Erwachsenwerden erzählt, von Sexualität und Homosexualität.

Lilli Rödel spielt Wendla.

Quelle: Daniel Förster

Pirna. Die Aufregung bei den Schülern am Herdergymnasium in Pirna steigt mit jedem Tag. Am 5. März ist Premiere der neuen Musicalinszenierung. In der Herderhalle des Gymnasiums sind die Proben in den vergangenen Tagen auf Hochtouren gelaufen. Nach „Peter Pan“ im Jahr 2014 bringen die Schüler dieses Mal Duncan Sheiks Musical „Spring Awakening“ nach dem Drama „Frühlingserwachen“ von Frank Wedekind auf die Bühne. Ein Stoff, der vom Erwachsenwerden erzählt, von Sexualität und Homosexualität. Vielleicht ist es das gewagteste Stück überhaupt, das in den vergangenen Jahren an der Schule inszeniert wurde.

„Im Vorfeld gab es viele Gespräche mit Lehrern, auch mit Eltern. Es war schwierig, sie von dem Stück zu überzeugen, obwohl die Schüler sehr interessiert waren. Wir haben mit ihnen zusammen unser eigenes Libretto erstellt“, sagt Philipp Schoof, der musikalische Leiter dieses besonderen Projektes. Etwa 100 Schüler aus den Klassen 8 bis 12 sind an der Inszenierung beteiligt, nicht nur als Sänger und Solisten, sondern auch als Musiker, Bühnenbauer oder Tänzer sind die Schüler hier eingebunden. Die Proben laufen seit über einem halben Jahr.

„Wir verlangen den Schülern schon viel ab“, sagt Philipp Schoof. Die Hauptrollen haben zweimal die Woche drei Stunden Probe für Gesang und Schauspiel, das alles zusätzlich zum normalen Schulalltag. Die 17-Jährige Lilly Rödel wollte dennoch nach der Aufführung von „Peter Pan“ vor zwei Jahren auch dieses Mal unbedingt wieder dabei sein. „Klar ist es schwierig, alles unter einen Hut zu bekommen, aber es ist machbar. Man muss dem Musical die Priorität geben, das darf man nicht nebenbei laufen lassen“, sagt sie. Als vor zwei Jahren „Peter Pan“ aufgeführt wurde, kämpfte sie gerade gegen das Stottern. „Ich wusste damals nicht, ob ich nochmal mitmache, aber jetzt ist es einfacher“, sagt Lilly – inzwischen ganz ohne Stottern.

Sie spielt die Wendla bei Wedekind, ein Mädchen, das langsam erwachsen wird, ohne über Sex und Kinderkriegen aufgeklärt worden zu sein. In dieser Rolle muss sie aus sich herausgehen, auch intime Szenen auf der Bühne vermitteln. „Ich finde das nicht schlimm, wenn man im Schauspiel Dinge auf der Bühne tut, die man normalerweise nicht tun würde“, sagt Lilly Rödel. „Das Schönste an dem Musical ist das Gefühl, im Team stark zu sein, es entwickelt sich ein wahnsinniges Zusammengehörigkeitsgefühl“, schwärmt sie.

Aus diesem Gefühl erklärt sich wohl auch der Erfolg der Schüleraufführung. Mittlerweile ist es schon das 9. Musical, das am Herdergymnasium in Pirna auf die Bühne kommt. „Es ist immer erstaunlich, wie manche Schüler über sich selbst hinauswachsen“, sagt Philipp Schoof. Zunächst üben alle einzeln mit ihren Lehrern. Seit gut vier Wochen wird das Ergebnis dieser langfristigen Arbeit in den Proben in der Herderhalle wie ein Puzzle zusammengesetzt. Mit einer Akribie, die fast als semiprofessionell bezeichnet werden kann: Die Deutschlehrer zeichnen für die Regie verantwortlich, die Kulissenbauer wurden von Alma Quastenberg unterstützt, die als Bühnenbildnerin am Dresdner Staatsschauspiel arbeitet. Finanziert wird das Projekt über den Ganztagsunterricht und durch Sponsorengelder. Die Mutter eines ehemaligen Schülers schneidert seit Jahren die Kostüme für das Schulmusical.

Bei den Proben herrscht eine konzentrierte, aber dennoch lockere Atmosphäre in der Halle. Philipp Schoof und die Lehrer geben humorvolle, doch klare Anweisungen, wie die Schüler zu stehen, zu tanzen und zu singen haben, damit die Aufführung später auch dem Publikum Freude macht. Denn nicht nur bei Eltern und Großeltern, auch in der Stadt Pirna ist das Musical am Herdergymnasium inzwischen schon eine kulturelle Institution geworden. Insgesamt acht Vorstellungen gibt es vom 5. bis 12. März, mehr als die Hälfte davon ist jetzt schon ausverkauft. Mit über 400 Plätzen in der Halle ist das eine Leistung, von der manche Theater nur träumen können.

„Spring Awakening“, Premiere am 5. März, 19 Uhr, weitere Aufführungen bis 12.März

Von Nicole Czerwinka

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