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Schrift und Buchkunst-Ausstellung von Marí Emily Bohley im Museum Schloss Klippenstein

Schrift und Buchkunst-Ausstellung von Marí Emily Bohley im Museum Schloss Klippenstein

Die Treppenstufen sind rundgetreten, die Dielen knarren ihre Geschichte vor sich hin, sobald auch der leichteste Fuß sie betritt. Und der weiße Kalk an den Wänden kann nicht verhüllen, dass sich dahinter alte, ja steinalte Mauern befinden.

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Dieser Zirkelkasten mit kalligrafischem Zubehör ist ein Objekt aus der Ausstellung im Schloss Klippenstein.

Quelle: PR

Ein perfekter Ort für eine Ausstellung, wie sie derzeit im Schloss Klippenstein zu sehen ist. Sie hat die Überschrift "Spuren fremder Erinnerungen". Die zu suchen gilt es in zwei- und dreidimensionalen Kunstwerken, deren bezeichnendstes Merkmal die Fülle ist. Sie geben tatsächlich Spuren frei, ist man nur gewillt, nach ihnen zu suchen.

Nicht alle natürlich, Unentdeckbares ist Konzept, vollständige Preisgabe nicht Sinn. Schriftkunst versteht sich hier nicht als perfektes Abbild historischer Schriften - zweifelsfrei eine hohe Kunst! Doch wie alles Perfekte ein Hauch Unnahbarkeit umweht und kaum Spielräume für Interpretationen lässt, faszinieren die Werke der Dresdner Schrift- und Buchkünstlerin Marí Emily Bohley durch das Angebot, sie zu ergründen. Damit sind sie auf ihre Weise perfekt und nahbar. Es scheint, die Besucher können sich treiben lassen im kreativen Fluss und im rechten Moment den Anker werfen. Vordergründig sind nicht Sinnsuche oder Darstellungswillen, auch nicht die Preisgabe dessen, was die Künstlerin sagen will.

Das muss man bei Marí Bohley schon selbst herausfinden. Und so beginnt der Dialog mit jedem Kunstwerk hier wie von selbst: Wer lief in den Schuhen, die aus den nunmehr kunstvoll collagierten Leisten genäht wurden? Was sagte ein Schulmeister zu den Kreisen, die ein Pennäler mit einem Zirkel aus dem Zirkelkasten zeichnete, der heute kalligrafisches Zubehör enthält? Welches Geheimnis werden wir nie ergründen, das hinter dem übermannsgroßen Palmblatt steckt, wo auch immer es angespült wurde? Spuren fremder Erinnerungen in vollendeter Farbharmonie meist warmer Töne, die das Gefühl aufkommen lassen, diese fremden Erinnerungen seien ausnahmslos gute, die man gern auch als eigene hätte. Handschriften geübter Schreiber, gemischt mit scriptoraler Schrift der Künstlerin, gedruckten alten Buchseiten fremder Sprachen, angereichert mit asiatischen Zeichen, auf Leinwand, Papier und Objekten - für den Betrachter ein lustvoll weiter Schriftkunstbogen, der schon beim Ausgang über die Treppenstufen Spuren eigener Erinnerungen hinterlässt.

Ausstellung bis 1. März: Spuren fremder Erinnerungen - Schrift und Buchkunst im Museum Schloss Klippenstein; geöffnet Sa./So./Feiertage: 11-17 Uhr; Di.-Fr.: 9-12 und 13-16 Uhr; Eintritt Erwachsene: 4 Euro.

www.mari-emily-bohley.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.01.2015

Daniella Fischer

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