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"Schneeweißchen und Rosenrot" als zauberhaftes Weihnachtsmärchen an den Landesbühnen

"Schneeweißchen und Rosenrot" als zauberhaftes Weihnachtsmärchen an den Landesbühnen

Oh, wie er hereinplatzt, dieser schimpfende, ächzende, tobende Zwerg! Er jagt den Kindern einen Mordsschrecken ein, wie er da lautstark durch die Reihen in Richtung Bühne poltert.

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Verflixter Bart: Der Zwerg (Sophie Lüpfert) hat sich verfangen, Schneeweißchen und Rosenrot (Julia Hani und Sandra Maria Huimann) eilen rigoros zu Hilfe.

Quelle: Hagen König

"Na, das klappt ja wieder", ruft er und reibt sich seinen kugelrunden Bauch, "man braucht nur eine große Klappe." Die jungen Zuschauer der Premierenaufführung von "Schneeweißchen und Rosenrot" sind hin und her gerissen zwischen Angst und Vergnügen. Denn der Zwerg ist zwar mächtig laut, aber doch auch ziemlich lustig. Schon wie er aussieht: eine Tonne von Bauch, ein riesiger Hintern, feuerrot die Haare und der Bart, bunte Stulpen und Strümpfe. Nein, eigentlich kann man vor diesem Zwerg keine Angst haben.

Landesbühnen-Intendant Manuel Schöbel hat sich für das diesjährige Weihnachtsmärchen die Geschichte von Schneeweißchen und Rosenrot genommen und kräftig verändert. Der böse Zwerg Grobwurz ist zwar grimmig, aber eigentlich nur aus Herzeleid. Alle Wesen in seinem Wald sind mindestens zu zweit, nur er selbst ist einsam. Weil er die traute Zweisamkeit der anderen nicht aushalten kann, muss er sie auseinander bringen: zuerst die beiden Jäger-Brüder, die er dank seiner magischen Barthaare in Bär und stotternden Jäger verwandelt, so dass sie aufeinander losgehen müssen.

Bis hierher wird dem jungen Publikum einiges zugemutet, denn von Schneeweißchen und Rosenrot fehlt noch jede Spur. "So geht das Märchen eigentlich gar nicht", empören sich die kleineren unter den Zuschauern leise. Aber dann tauchen die beiden Mäd- chen doch endlich auf, frech und vor- laut, schnatternd und kichernd, ein Herz und eine Seele. "So zart, so nett, so hübsch", murrt Zwerg Grobwurz über die beiden, "ich finde, das muss ein Ende haben." Zisch, wisch, zwisch - mit wunderbaren Geräuschen und ausladenden Gesten zaubert er ein Loch - eine Anspielung an das ursprüngliche Märchen, in dem ein Schutzengel die beiden Mädchen beim Schlafen am Abgrund behütet.

Natürlich klappt sein Plan diesmal nicht, die Mädchen kommen unversehrt nach Hause, der Bär klopft an und bleibt für eine Nacht. Und obwohl die Geschichte dann ungefähr den Lauf nimmt, den wir alle kennen (Bart verfangen - abgeschnitten - Zwerg schimpft - Mädchen staunen), ist es doch ganz anders als im alten Märchen. Das liegt zum einen an den herrlichen Wortspielereien, die das ganze Stück durchziehen. Reime wie "Rein in den Schlamassel mit Gerassel" oder "Schnick schnack Nagellack" sorgen für einen frech-fröhlichen Grundton, der Kinder wie Erwachsene gleichermaßen amüsiert. Das liegt an einer fast sphärischen Musik (Sebastian Undisz), die das Geschehen auf der Bühne zauberhaft begleitet und untermalt. Und das liegt an den Figuren, die einfach ein paar Schritte über die Märchenvorlagen hinaustreten. Vor allem der Zwerg (großartig gespielt von Sophie Lüpfert) verleiht dem Stück Tempo und Witz, wie er so wunderbar flucht und spuckt, meckert und motzt, jammert und fleht.

Die Botschaft des Stückes in der Inszenierung von Steffen Pietsch: Zusammen geht einfach alles besser. Entsprechend wartet auch der Schluss mit einer großen Überraschung auf. Wer in der Adventszeit einmal herzhaft lachen will, dem sei dieses zauberhafte Weihnachtsmärchen deshalb wärmstens ans Herz gelegt.

Schneeweißchen und Rosenrot (ab 5 Jahre), nächste Termine: 1./2.12., 10 Uhr, Landesbühnen Sachsen, 4./5.12., 10 Uhr, und 6.12., 16 Uhr, Theater Meißen, 7.12., 16 Uhr Neustadthalle Neustadt, 9.12., 9.30 und 13 Uhr, Großenhain Schloss

www.landesbuehnen-sachsen.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.12.2014

Birgit Andert

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