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Schnäppchenmit langem Rattenschwanz: Radebeul kauft Bahnhofsgebäude in West

Schnäppchenmit langem Rattenschwanz: Radebeul kauft Bahnhofsgebäude in West

Eine "einmalige Chance" hat FDP-Stadträtin Barbara Sehnert im Kauf des Bahnhofsgebäudes Kötzschenbroda erkannt. "Die Bevölkerung erwartet, dass Radebeul-West so schön wird wie Radebeul-Ost", bekräftigte sie und bekam für ihre flammende Rede von ihren Stadtratskollegen kräftigen Applaus, wie er im Rathaus sonst selten gehört wird.

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Die Stadt kauft das Bahnhofsgebäude in Radebeul-West. Wie es mit dem markanten Bau weitergeht, ist noch ungewiss.

Quelle: Martin Förster

Mehrheitlich stimmte der Stadtrat dem Kauf des Bahnhofs zu, den die Stadt gemeinsam mit dem Architekten Thomas Scharrer entwickeln will. Rund 100 000 Euro der insgesamt 170 000 Euro Kaufsumme zahlt die Stadtkasse, den Rest der Mit-Investor, der dafür den hinteren Teil des Gebäudes erhält. Der Bahnhof soll Teil eines künftigen Sanierungsgebiets werden und mit einer neuen Nutzung zur Belebung des gesamten Umfelds in Radebeul-West beitragen.

Eigentlich hatte der bisherige Eigentümer, ein Immobilienunternehmen, 225 000 Euro für das frühere repräsentative Empfangsgebäude verlangt, den Preis wegen des desolaten Zustands aber gehörig herunterhandeln lassen. "Der Verkaufspreis scheint günstig, aber es hängt ein Rattenschwanz dran", meint Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos). Vier Millionen Euro müsse man nach einer Schätzung der Stadtverwaltung investieren, um das Gebäude instand zu setzen. Geld, das in der mittelfristigen Investitionsplanung der Stadt nicht eingeplant sei, wie das Rathaus einräumt. Um so weniger wollte es den Stadträten schmecken, dass sie mit dem Kauf gleich den Weg für eine erste große Investition frei machen sollten: Etwa 460 000 Euro sind nach einer ersten Schätzung für die Sanierung des maroden Dachs nötig.

"Ich halte das in der derzeitigen Situation nicht für vertretbar", kritisierte SPD-Franktionschef Thomas Gey. Auf seinen Vorschlag hin wird nun der Stadtentwicklungsausschuss darüber entscheiden, ob eine notdürftige Sicherung des derzeitigen Zustands vorerst ausreicht. In den Überlegungen spielt durchaus der Erlös bei einem möglichen Wiederverkauf eine Rolle. Wenn alle Träume platzen, müsse man das Gebäude abstoßen können, sagt Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos). Alles andere wäre "finanzielles Harakiri".

Denn nur, wenn das Sanierungsgebiet zustande kommt, fließen genügend Fördermittel in das Vorhaben. Aus eigener Kraft schafft es die Stadt nicht. Zur unsicheren Zukunft des Bahnhofsgebäudes trägt zudem bei, dass ein Konzept für die künftige Nutzung erst noch gefunden werden muss. Die Stadtverwaltung will dort die Stadtbibliothek Radebeul-West und weitere kulturelle Nutzungen unterbringen, was unter den Stadträten nicht nur Befürworter findet. "Ich weiß nicht, ob wir eine Kopie des Kulturbahnhofs Radebeul-Ost brauchen", sagt zum Beispiel Stadtrat Gey. Gegen eine kulturelle Nutzung spräche, so die Kritiker, dass die Bahnschienen in Radebeul-West näher am Gebäude verlaufen und der Bahnlärm daher störender sei. Nichtsdestotrotz gibt es Befürworter. So schlägt Stadträtin Sehnert vor, eine Tanzschule in den Bahnhof zu locken. Sie habe schon früher in der ehemaligen Wartehalle der 1. Klasse das Tanzbein geschwungen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.04.2014

Uwe Hofmann

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