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Schaufenster der Kirche im Herzen von Meißen

St. Afra Schaufenster der Kirche im Herzen von Meißen

„Die Kirche muss zu den Leuten gehen; nicht warten, bis die Leute zur Kirche kommen.“ In zentraler Lage soll in Meißen eine Anlaufstelle entstehen. Einen besseren Ort könnte es für das Anliegen der evangelisch-lutherischen St.-Afra-Gemeinde also nicht geben.

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Ina Heß, verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit in der Kirchgemeinde vor dem Gebäude Markt 10 – Haus der Kirche der Kirchgemeinde St. Afra. (erstes Bild Rückseite, anderes Vorderseite des Gebäudes)
 

Quelle: Foto: Tomas Gärtner

Dresden.  Pension am Markt, daneben spätgotisches Bennohaus, weit über 500 Jahre alt, in dem heute der Kunstverein residiert, ein Stück weiter der Kunstverlag Brück und Sohn - die Häuserzeile rechts neben der evangelischen Frauenkirche, die sich in die Burgstraße hineinzieht, gehört zu den prominentesten in Meißen. Mittendrin steht das Gebäude Markt 10. Das ist noch Baustelle. Doch hin und wieder werfen Besucher der Domstadt, die fast alle hier auf ihrem Weg hinauf zur Burg vorbeikommen, schon mal einen Blick durch die großen Erdgeschossfenster.

Allzu viel ist nicht bekannt über die Historie: 1747 ist es an Stelle zweier Häuser aus dem Mittelalter errichtet worden. Diese Jahreszahl findet man im barocken Monogramm auf dem Schlussstein.

Schräg gegenüber dem Rathaus - zentraler geht’s nicht. Einen besseren Ort könnte es für das Anliegen der evangelisch-lutherischen St.-Afra-Gemeinde also nicht geben, findet Ina Heß, die deren Öffentlichkeitsarbeit organisiert. Das Gebäude Markt 10 zu kaufen, war so etwas wie eine Grundsatzentscheidung: „Die Kirche muss zu den Leuten gehen; nicht warten, bis die Leute zur Kirche kommen.“

Das derzeitige Pfarrhaus steht fast versteckt hinter der Gaststätte Vincenz Richter, im Schatten der Frauenkirche. Nun möchte sich die Gemeinde aus diesem Winkel nach vorn wagen. In zentraler Lage soll eine Anlaufstelle entstehen, wie Ina Heß erläutert. „Gottesdienste am Sonntag reichen nicht. Damit erreicht man nicht alle Interessierten. Hier soll es keine Hemmschwelle mehr geben.“

Die Adresse ist zum Projektnamen geworden. „Markt 10“ versteht die Gemeinde programmatisch: Sich auf dem Markt unterschiedlicher Angebote zu präsentieren. Die Hausnummer 10 besitze auch eine symbolische Bedeutung in der Bibel, erläutert Ina Heß. Die bekannteste: die Zehn Gebote. Aber zehn Jungfrauen sind es auch im Gleichnis im Matthäusevangelium - fünf kluge und fünf törichte - und zehn Knechte und zehn ihnen anvertraute Pfunde bei Lukas.

Was Vorübergehende einmal zuerst wahrnehmen werden, sind zwei Ladenräume zu beiden Seiten der Toreinfahrt. Sie sollen eine Art Schaufenster werden. „Seht her, so kann Kirche auch sein“, lautet die Botschaft.

Links soll ein Laden hineinkommen, reichlich 50 Quadratmeter groß.

Produkte aus dem fairen Handel wird man dort kaufen können. In den Räumen rechts, mehr als doppelt so groß, stellt sich die Gemeinde ein christlich orientiertes Begegnungscafé vor. Ein Träger wird noch gesucht. Mit ihm muss die Arbeitsgruppe der Gemeinde dann die Details klären.

Für das grundsätzliche Konzept hatten die Mitglieder, unter ihnen neben

haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern auch Vertreter des Meißner Eine-Welt-Ladens, sich Ladencafés in Dresden, Bautzen und Borna angesehen. So viel jedenfalls stehe schon fest: „Eine Plattform, wo man eine Tasse Tee oder Kaffee bekommt, eventuell einen kleinen Imbiss; wo man sich treffen kann, miteinander ins Gespräch kommt, Informationen über Kirche und Diakonie erhält.“

In den beiden Etagen darüber werden Räume für die Verwaltung der Kirchgemeinde und für den Förderverein der Frauenkirche eingerichtet:

ein Besprechungsraum, Büros, eine Küche, in der man nicht kochen, vorbereitetes Essen nur aufwärmen kann. „Für Gemeindefeste zum Beispiel“, sagt Ina Heß.

An den Wänden haben Restauratoren die Bemalung aus vergangenen Jahrhunderten gefunden - Ornamente beispielsweise, ein Schmetterling, an der Decke eine Sonne. Alles haben sie genauestens dokumentiert. Es bleibt erhalten, allerdings unter dem neuen Farbanstrich.

Ganz oben, ins dritte Obergeschoss, wird Pfarrer Uwe Haubold in die etwa

140 Quadratmeter große Vierraumwohnung einziehen. Er ist Pfarramtsleiter der Kirchgemeinde mit ihren fast 2000 Gliedern. An seiner Seite arbeiten

- mit je einer halben Stelle für die Gemeindearbeit - Pfarrer Bernd Oehler und Andreas Beuchel, der Superintendent des Kirchenbezirkes Meißen-Großenhain.

An der Rückseite des Gebäudes ist ein Aufzug angebaut worden, so dass Gehbehinderte in jede Etage gelangen. Ina Heß zeigt auf einen Anbau aus dem 19. Jahrhundert, von dem nur das Erdgeschoss und alte Kellergewölbe darunter geblieben sind. Auf den wird der Gemeindesaal draufgesetzt, wenn alles andere fertig ist. Im Sommer 2017 soll er stehen. Etwa hundert Personen finden in dem Platz. Nutzen könnte die Gemeinde auch den Garten, der sich in Terrassen den Hang hinaufzieht. Noch ist alles Baustelle. Doch bis Ende des Jahres soll das fertige Haus bezogen werden, wie Ina Heß versichert.

Von Tomas Gärtner

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