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Schau zu DDR-Untergrundkunst wird im historischen Saal des Gasthof Serkowitz gezeigt

Schau zu DDR-Untergrundkunst wird im historischen Saal des Gasthof Serkowitz gezeigt

"Kalt und dunkel" sind eigentlich keine Attribute, mit denen Museen heutzutage für ihre Ausstellungen werben. Eine Regel, deren Ausnahme wie so oft Lügenmuseum heißt.

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Für unseren Fotografen ließ Reinhard Zabka noch Tageslicht in den großen Saal des Lügenmuseums. Besucher müssen die neue Schau "Unverbesserlich" beim Schein ihrer Taschenlampe entdecken.

Quelle: Martin Förster

Für den Besuch der dortigen Schau "Unverbesserlich - Künstler im Schatten", die sich mit DDR-Untergrundkunst beschäftigt, geben die Ausstellungsmacher Reinhard Zabka und Juliane Vowinckel zwei Hinweise: "Etablissement ist ungeheizt!" und "Bitte Taschenlampen mitbringen." Die Begründung dafür ist einfach: "Damals musste man die Leute auch mit der Lupe suchen", sagt Zabka, der in Radebeul auch als Labyrinth-Macher Richard von Gigantikow bekannt ist.

Werke von 40 Künstlern können Besucher im flackernden Licht ihrer Taschenlampen in großen Saal des zum Lügenmuseum umfunktionierten Gasthofs Serkowitz und zahlreicher Nebenräume entdecken. Die Spanne ist dabei sehr weit, reicht von lokalen Größen wie Horst Hille, Angela Hampel, Dorothee Kuhbandner bis zu landesweit bekannten wie dem Fotografen Harald Hauswald oder A. R. Penck. Auch internationale Künstler, etwa der Bulgare Orlin Dvorganov und die aus Russland stammende Fotografin Ljuba Schmidt, sind beteiligt. Wobei sich die Zusammensetzung der Künstlerliste auch biografisch verstehen lässt, schließlich war Zabka in Thüringen und Berlin selbst Teil dieser als "unverbesserlich" apostrophierten Künstlerszene. "Das heißt ja, dass man es nicht besser machen kann, dass wir hier Meister eingeladen haben", sagt Zabka. "Es heißt aber auch, dass es sture Leute sind, die sich nicht verbessern lassen." Doppeldeutigkeit, die sich vielleicht auch als Spiel von Innen- und Außensicht erklären lässt.

Biografisch lässt sich auch in der Schau vieles verstehen. In einer Ecke ist etwa zu sehen, was Zabka und Vowinckel in Peter Grafs Schubladen aufgestöbert haben. Eigene Werke des Künstlers sind darunter, aber auch solche, die er von Kollegen zu bestimmten Anlässen geschenkt bekam. Die Auswahl bildet das Netzwerk ab, dass sich Graf um sich herum geschaffen hat. Wenn man so will: die Szene. Das gilt auch für ein Brett, dass früher in einer Wohnung Zabkas im Berliner Viertel Prenzlauer Berg hing. Auf ihm haben zahlreiche Künstlerkollegen ihre Spuren hinterlassen.

Spürbar wird vor allem, wie lebendig die staatsferne Kunst mit dem Epochenjahr 1989 umging. Zabka gründete damals etwa seinen "Verband der Querdenker, Querulanten und militanten Nichtraucher", für den er Ehrenurkunden verteilte. Von Olaf Spillner ist ein schlichter Kasten aus dieser Zeit zu sehen, der ursprünglich drei Querschlitze hatte. "Wehrdienstausweis hier einwerfen!" steht darauf. Verbunden mit einem Propagandabild - "Die Führung durch die SED ist das Geheimnis unserer Erfolge!" - das war offenbar provokant genug, um eingeschlagen zu werden. Zerschlagen wie er ist, dient der Kasten als doppelter Zeitzeuge.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.10.2014

Uwe Hofmann

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