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Sanierungsstau in Radebeuler Schulen: Stadt verabschiedet sich von Grundschulneubau in der Oberlößnitz

Sanierungsstau in Radebeuler Schulen: Stadt verabschiedet sich von Grundschulneubau in der Oberlößnitz

Zwei Jahre hat die Verwaltung gebraucht, um einen neuen Schulentwicklungsplan (SEP) auf die Beine zu stellen. Das Dokument beschreibt genau, in welchem baulichen Zustand sich alle Schulgebäude, Horte und Turnhallen befinden.

Radebeul.

Das Ergebnis ist nicht sonderlich berauschend: Fast überall muss die Stadt investieren. Eine Prioritätenliste legt fest, wo zuerst Hand angelegt werden muss. Die Grundschule Oberlößnitz, wo Lehrer und Eltern vehement die Zustände angeprangert haben, gehört nicht dazu.

Wozu der langwierig erarbeitet Plan?

"Für uns ist es ein Notsanierungsprogramm. Nach unserer Berechnung gibt es bei Schulen einen Investitionsstau von 20 Millionen Euro, die Grundschule Oberlößnitz nicht eingerechnet", sagt Stadträtin Eva Oehmichen (Bürgerforum/Grüne). Dieses Problem will die Verwaltung in den Griff kriegen, indem sie die Mängel genau erfasst und einordnet. Da für alle Schulen kein Geld da ist, kann nur nach und nach abgearbeitet werden, was jetzt im SEP aufgeführt wird. Bei den Überlegungen spielt jedoch nicht nur der bauliche Zustand, sondern auch die Entwicklung der Schülerzahlen eine Rolle. "Wichtig wird sein, welche Priorität die Investition in den Schulbedarf insgesamt bekommen wird", sagt SPD-Stadtrat Thomas Gey. Bedeutet: Wer mehr für die Schulen tun will, kann weniger Straßen bauen.

Wo werden Schulhäuser saniert?

Die Grundschule Naundorf wird schon seit 2012 grundlegend saniert und erweitert. Sind die Arbeiten einmal fertig, wird sie auf lange Sicht die Schule im Stadtgebiet sein, die am besten in Schuss ist. In den Sommerferien und darüber hinaus soll an der Grundschule Friedrich-Schiller Brandschutz und Wärmedämmung auf den aktuellen Stand gebracht werden, was ebenfalls schon länger beschlossene Sache ist. Neu ist, dass der Hort in Kötzschenbroda um 50 Plätze erweitert wird. Dafür werden Container anstelle der alten THW-Baracken aufgestellt. Kostenpunkt: 320 000 Euro, die Hälfte davon Fördergeld. Außerdem sollen als nächstes die Außenstelle des Lößnitzgymnasiums im Pestalozzihaus und der Plattenbau hinter der Oberschule Mitte saniert werden. In den bis vor kurzem als Depot genutzten Räumen geht es vor allem darum, Platz für neue Klassen zu schaffen. Statt bisher zwei soll die Oberschule Mitte künftig drei 5. Klassen jedes Jahr einschulen. Noch nicht konkret, aber auf der Prioritätenliste das nächste Projekt ist die Sanierung des Altbaus im Gymnasium Luisenstift.

Und die Grundschule Oberlößnitz?

Bei ihr hat die Stadt eine komplette Kehrtwende vollzogen. 2010 gab es noch einen Architekturwettbewerb, aus dem ein Komplexbau für Schule und Turnhalle im Passivhaus-Standard für mehr als acht Millionen Euro als Sieger hervorgegangen ist. Zu teuer für Radebeul, der Entwurf wird nicht realisiert. Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) spricht in diesem Zusammenhang von "Blütenträumen, bei denen man über das Ziel hinausgeschossen ist." Eine Meinung, die inzwischen die meisten Stadträte mittragen, auch angesichts der Schwierigkeiten, die die Finanzierung der knapp vier Millionen Euro teuren Sanierung der Grundschule Naundorf gemacht hat. Linke-Stadträtin Claudia Jobst kritisiert entsprechend: "Die 100 000 Euro für den Wettbewerb hätte man sicher besser investieren können." Gegen eine Investition in die Grundschule Oberlößnitz spreche außerdem, dass derzeit nicht abzusehen ist, ob dort künftig zwei oder drei Züge gebraucht werden. Die Tendenz der bisher dreizügigen Schule gehe in Richtung Zweizügigkeit, sagt OB Wendsche.

Wie geht es weiter in der Oberlößnitz?

Eine unerwartete zweite Karriere schlägt der alte DDR-Plattenbau der alten Mittelschule Oberlößnitz ein. Er sollte eigentlich abgerissen werden und dem Grundschulneubau weichen. Jetzt wird er in den Bauphasen an anderen Schulen als Ausweichquartier gebraucht - für die Grundschule Friedrich-Schiller, das Pestalozzihaus und so weiter. Die Substanz sei nach wie vor gut, einzig die Küche könne nach derzeitigem Stand nicht wieder genutzt werden, heißt es. Das bedeutet aber auch, dass sich in der wenige Hausnummern entfernten Grundschule in den nächsten Jahren nichts ändern wird. Denn die Verwaltung prüft, wie beide Bestandsgebäude - Grundschule und alte Mittelschule - künftig von der Grundschule Oberlößnitz genutzt werden können. Eine Sanierung der Platte mit anschließendem Umzug der Grundschule ist nicht ausgeschlossen. Klar ist bisher nur: Für die Turnhalle der Grundschule muss am dringlichsten ein Ersatz kommen. Sie musste bereits im Winter 2011 für mehrere Wochen gesperrt werden, weil sich der Dachstuhl unter der Schneelast bedenklich geneigt hatte.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.05.2014

Uwe Hofmann

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