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Sanierungsfall Waldkindergarten in Ottendorf-Okrilla

Sanierungsfall Waldkindergarten in Ottendorf-Okrilla

Rund drei Millionen Euro musste die Gemeinde bislang für den Sanierungsfall Waldkindergarten hinblättern. Davon entfällt auf Rechtsanwälte und Privatgutachter - sie sollen Planungsfehler und Baupfusch nachweisen - ein sechsstelliger Betrag im unteren Bereich.

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So lang ist die Reihe der Bauakten zum unerfreulichen Them: Feuchte Stellen im Neubau des Waldkindergartens in Ottendorf-Okrilla sorgen für Ärger.

Quelle: Werner Peters

Von Werner Peters

Auf ein gerichtliches Beweissicherungsverfahren wurde aus Zeitgründen durch Bürgermeister Michael Langwald (parteilos) verzichtet. "Hätte man einen entsprechenden Antrag gestellt, wäre man heute noch meilenweit von der Sanierung entfernt", sagt der Gemeindeanwalt Ingo Müller. Allerdings hat die Gemeinde reichlich zwei Jahre nach Bekanntwerden der ersten Nässeschäden noch immer keine Schadensersatzklage erhoben.

Die idyllisch gelegene Kindereinrichtung gibt es nunmehr seit 65 Jahren. Wegen des von je her feuchten Baugeländes wurde die Kita 1947 Hochparterre errichtet. Probleme mit Feuchtigkeit gab es daher nicht. Im Jahr 2004 entschloss sich der Gemeinderat, das in die Jahre gekommene Objekt durch einen Neubau zu ersetzen. Die Pläne für die nunmehr ebenerdig angelegten Pavillons stammen von einem Dresdner Architekten. Weil die Gemeinde knapp bei Kasse war, entschied man sich die Bauzeit über mehrere Haushaltsjahre, bis 2009 zu strecken. Am Ende wurden 3,2 Millionen Euro verbaut und weitere 200 000 Euro in die Ausstattung investiert.

Ein knappes Jahr nach der endgültigen Fertigstellung dann das Dilemma. "In der 34. Kalenderwoche wurde das Bauamt über feuchte Stellen im Bauteil II informiert", so Bauamtsmitarbeiterin Birgit Balzer. Zunächst wurden die Schadstellen oberflächlich behandelt. Als die Nässe sich weiter ausbreitete, wurde die Wand geöffnet. "Das Schadensbild ist ziemlich heftig", schilderte Bürgermeister Michael Langwald (parteilos) damals dem Gemeinderat den Schimmelbefall. Ende November 2010 war klar, dass der gesamte Komplex Nässeschäden hat und wegen der Schimmelpilze evakuiert werden muss.Bei der Ursachensuche stießen Gutachter auf von der Bodenplatte aus aufsteigende Nässe und nicht ordnungsgemäß ausgeführte Wandabdichtungen. Abwasserleitungen wurden entgegen dem Gefälle verlegt, der Blitzschutz war verrostet, die Fenster entsprachen nicht den Vorschriften und die Notentwässerung für das Flachdach fehlte gänzlich.

Bei den angekündigten Regressforderungen muss die Gemeinde vermutlich aber diverse Abstriche in Kauf nehmen. Auf DNN-Nachfrage antwortete Anwalt Müller schriftlich, "dass die Gewährleistungsfristen einiger Firmen (wahrscheinlich) bereits ablaufen waren, als die Probleme erstmals festgestellt wurden". Ein Verjährungsproblem sieht der Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht nicht. Ob er Recht behält, könnte zur Gretchenfrage in einem möglichen Prozess werden. Dann dürfte auch zur Sprache kommen, ob und inwieweit die Gemeinde als Bauherr selbst versagt hat. Denn Hinweise auf die Notwendigkeit einer großflächigen Drainage lieferte in einer sehr frühen Bauphase ein damaliges Mitglied des Technischen Ausschusses des Gemeinderates. Dessen Skepsis wurde im Nachgang bestätigt. Unter dem Bauteil II wurde im Herbst 2010 eine unterirdische Wasserlinse entdeckt. Die Folgen sind bekannt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.10.2012

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