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Sanierungsauftakt für letzten radioaktiv belasteten Teich in Freital

Bis 2020 Sanierungsauftakt für letzten radioaktiv belasteten Teich in Freital

In Freital wird in den nächsten fünf Jahren für rund sechs Millionen Euro der letzte von insgesamt vier mit radioaktivem Schlamm gefüllten Teichen saniert. Die fein gemahlenen Erze waren beim Abbau des Uranerzes angefallen und gelten seither als Altlast des Uranerzbergbaus in Sachsen.

Im letzten der vier belasteten Teiche müssen rund 700.000 Kubikmeter kontaminierte Schlämme gepresst und das belastete Wasser gereinigt werden.

Quelle: Kerstin Ardelt-Klügel

Ein zwischen Bund und Land bereits 2003 auf den Weg gebrachtes Verwaltungsabkommen sichert bis zum Jahr 2022 mit insgesamt 216 Millionen Euro die Finanzierung der sächsischen Altstandorte.

Nach aufwändigen Planungen und einer zwölfjährigen Vorbereitungszeit trafen sich nun die Projektverantwortlichen von der Wismut GmbH, der beauftragten Baufirma Heitkamp Erd- und Straßenbau GmbH sowie Vertreter der Stadtverwaltung Freital zu einem offiziellen Spatenstich auf dem Deponiegelände. Innerhalb von fünf Jahren soll der Teich als Regenrückhaltebecken für den angrenzenden Sau- und Wettingrund nutzbar gemacht und die zuvor auf 80 000 Quadratmetern gerodete Fläche mit rund 6000 Bäumen bepflanzt werden. "Dazu müssen zirka 700 000 Kubikmeter kontaminierte Schlämme gepresst und das belastete Wasser gereinigt werden. Ein Teil dieser Masse - nämlich 22 800 Kubikmeter - werden zu dem, ebenfalls im Wettingrund befindlichen, vorgelagerten Damm vom Teich drei gebracht und gesichert. Um kein kontaminiertes Material in die Umgebung abzugeben, wird ein so genannter Weiß- und Schwarzbereich angelegt", erklärt Wismut-Projektleiter Manfred Speer.

Die Anwohner beruhigt diese Aussage. Sie waren der Einladung der Wismut gefolgt, um sich über die Baumaßnahme mit all ihren Folgenerscheinungen zu informieren. Aus ihren zum Teil schlechten Erfahrungen bei vorangegangenen Sanierungen befürchteten sie u.a. Straßenverschmutzungen mit radioaktivem Schlamm. "Wir wollen wissen, wie die Sanierung der Deponie abläuft, welche Belastungen, gerade durch den Transportverkehr auf uns Anwohner zukommen, wie die Arbeitszeiten sind und ob es zu radioaktiven Belastungen kommen kann", will beispielsweise das Ehepaar Stephan wissen.

Der geplante Ablauf sieht vor, nach dem Roden und Sichern des Baugeländes um den Teich herum ein Baustraßennetz zu schaffen und separate Behelfszufahrten zu bauen. Im nächsten Schritt wird das Wasser aus der etwa 23 Meter dicken Schlamm-Masse durch Druck herausgepresst, gefiltert und über den Hüttengrundbach in die Weißeritz geleitet. Die Feinschlämme selbst werden durch Geogitter, Trennvlies, mineralisches Dichtematerial und 50 000 Kubikmeter Rekultivierungsboden abgedeckt. Das Bauende des zu modellierenden Teiches ist für das zweite Quartal 2020 geplant. Bis dahin wird das Terrain auf einer Länge von rund 2400 Metern mit einem Zaun gesichert. Die Sanierung wird sowohl unter radiologischen als auch strahlschutztechnischen Aspekten begleitet. Eine Gefahr für die Freitaler bestehe nach Auskunft des Wismut-Mitarbeiters Michael Hüttl nicht.

In der Vergangenheit hatte speziell die in unmittelbarer Nachbarschaft gelegene BGH Edelstahl GmbH Freital Probleme durch Sulfat belastetes Grundwasser. "Es griff die Grundmauern an", weiß der Vorsitzende des Aufsichtsrates Sönke Winterhager.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.09.2015

Kerstin Ardelt-Klügel

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