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Sammler Gottfried Klitzsch ruft "Ausstellung Dresdner Kunst" ins Leben

Paul Wilhelms Rückkehr Sammler Gottfried Klitzsch ruft "Ausstellung Dresdner Kunst" ins Leben

"Ich denke, dass zu wenig von Paul Wilhelm zu sehen ist", sagt Gottfried Klitzsch. Mit dieser Meinung über den neben Karl Kröner bedeutendsten Lößnitzmaler ist der in München arbeitende und lebende Sammler gewiss nicht allein.

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Der Sammler Gottfried Klitzsch gibt in der Villa Hohe Straße 35 mit Aquarellen von Paul Wilhelm den Auftakt für die von ihm ins Leben gerufene "Ausstellung Dresdner Kunst".

Quelle: Uwe Hofmann

Radebeul. Im Gegensatz zu anderen verfügt Klitzsch aber über die Mittel, dem Mangel an Wilhelm'scher Kunst im öffentlichen Raum etwas entgegenzusetzen: Seit Kurzem zeigt er 50 Aquarelle des vor 50 Jahren in Radebeul verstorbenen Malers in einer Villa an der Hohen Straße 35. Sie befindet sich nur zwei Straßen von Wilhelms Haus am Gradsteg, man darf also mit Fug und Recht von einer Heimkehr sprechen.

Ausstellung Dresdner Kunst hat Klitzsch seine Unternehmung getauft. Die Räume, die sonnabends von 11 bis 18 Uhr besichtigt werden können, sollen nach dem Ende der Wilhelm-Schau Ende Februar für weitere Ausstellungen mit Werken aus Klitzschs Sammlung genutzt werden. Die sei zwar nicht unerschöpflich, wie der in Radebeul aufgewachsene Kunstliebhaber sagt. Da es ihn selbst aber bekümmere, wie zum Beispiel Werke Wilhelms in den Depots namhafter Häuser wie der Gemäldegalerie Neuer Meister in Dresden oder der Berliner Nationalgalerie verborgen bleiben, will er die eigenen Bestände mit der Öffentlichkeit teilen. Damit hat Klitzsch etwas Einmaliges in Radebeul geschaffen.

Den Vergleich mit der letzten größeren Wilhelm-Ausstellung zum 125. Geburtstag des Künstlers 2011 in der Stadtgalerie muss Klitzsch dabei nicht scheuen. Anders als dort sind zwar keine Ölgemälde zu sehen, die in Wilhelms Schaffen gleichrangig neben den Aquarellen stehen. Anhand der ausgestellten Blätter lässt sich aber sehr eindrucksvoll die Entwicklung des Künstlers nachvollziehen, an dem Klitzsch vor allem dessen "feinsinnige Art" und "gewisse Vornehmheit" schätzt. Frühe Werke zeigen, wie der vor dem Weltkrieg sehr reiselustige Wilhelm seine Eindrücke verarbeitete, wie er sich erst an die Malweise Paul Cézannes anlehnte, ehe er nach und nach zu seinem eigenen, unverwechselbaren Stil fand.

Intime Motive sind darunter, etwa ein Stillleben mit einer Puppe, die Wilhelms US-amerikanische Frau Marion seit Kindheitstagen begleitete. Aber auch viel von dem Schaffen, für das Wilhelm die breiteste Bekanntheit erlangt hat: Zum einen die Blumenaquarelle, zumeist gemalt im eigenen Garten, den Wilhelm mit gärtnerischem Können pflegte. Zum anderen Ansichten Radebeuls, bei denen vor allem der Himmel ein typisches, vielfarbiges Schimmern zeigen, das ihr Schöpfer an seiner Wahlheimat so geschätzt hat.

Weniger bekannt ist Wilhelm als Portraitmaler. Um so interessanter wirkt eine Wand, auf der Klitzsch acht dieser Menschenbilder auf engem Raum versammelt hat. Von bedrückender Schönheit sind gerade die spät entstandenen Arbeiten auf dem delikaten Japanpapier. Material und Technik dulden keinen Fehlgriff, weshalb Wilhelm gerade in diesen Werken seine Meisterschaft beweist.

Bis 28. Februar, Sa. 11-18 Uhr, außer 26.12. u. 2.1.; Ausstellungen Dresdner Kunst, Hohe Straße 35

Uwe Hofmann

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