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Saisonstart bei der Moritzburger Teichwirtschaft - weniger Fische als 2012 in den Becken

Saisonstart bei der Moritzburger Teichwirtschaft - weniger Fische als 2012 in den Becken

Es ist ein kalter und nasser Montagmorgen. Der Fischzüchter Henry Lindner lässt sich davon nicht abschrecken und steigt mit einer Gummihose in ein großes Wasserbecken, bis ihm das Wasser bis zum Bauch steht.

Die Karpfensaison hat begonnen und damit auch die Hauptarbeitszeit für die Moritzburger Teichwirtschaft. "Alle Monate, die mit einem 'R' geschrieben werden, gehören zur Karpfensaison von September bis April", verrät der Geschäftsführer der Teichwirtschaft eine geläufige Eselsbrücke der Fischzüchter.

160 Tonnen Karpfen wurden 2012 aus den Moritzburger Teichen abgefischt. Ein vergleichsweise gutes Ergebnis, das dieses Jahr wohl nicht wiederholt werden kann. "Der Sommer hat viel zu spät angefangen. Dadurch verschiebt sich der Rhythmus der Karpfen und wir können erst später füttern, so dass die Fische im Schnitt weniger auf die Waage bringen", sagt Lindner. Ob früh oder spät - 200 bis 300 Tonnen Weizen und Triticale, eine Futtergetreideart, die aus Weizen und Roggen gekreuzt wurde, fressen die Moritzburger Fische im Jahr.

Seit einigen Tagen beginnen die zehn Mitarbeiter der Teichwirtschaft, die Ernte ihrer Jahresarbeit einzufahren und die Wasserbecken abzufischen. In letztere werden die Karpfen für einige Tage umgesetzt, damit sie mit klarem Wasser in Kontakt kommen und nicht modrig schmecken.

Für das Abfischen braucht es viele starke Männer. Ein großes Netz wird von Hand einmal komplett durch das Becken gezogen. Umso weiter die Arbeiter kommen, desto schwieriger lässt sich das Netz zusammenziehen, da hunderte Karpfen einiges wiegen. Zum Schluss werden die zappelnden Tiere mit Keschern aus dem Netz geschaufelt und mit einem Kran in große Wasserbehälter verfrachtet.

"Da wir unsere Karpfen über verschiedene Kanäle verkaufen, haben wir keine Absatzprobleme", sagt Lindner und fügt hinzu: "Die Fische gehen an den Großhandel, an Einzelabnehmer aus der Gastronomie und werden zusätzlich in unserem hauseigenen Fischverkauf vor Ort veräußert." Lingner ist zuversichtlich, dass auch in Zukunft in den Moritzburger Teichen, die eine Fläche von 340 Hektar haben, im großen Stil Fischzucht betrieben werden kann. "Während auf hoher See die Meere überfischt werden, können wir ein absolut nachhaltiges Produkt anbieten", sagt Lindner, der selber gerne Karpfen isst.

Nachwuchsprobleme haben die Moritzburger Fischzüchter im Gegensatz zu vielen anderen Betrieben der Region nicht. In jedem Jahr wird ein neuer Lehrling angestellt. Wer allerdings selber Karpfen aus dem Wasser keschern will, sollte relativ kälteresistent sein. Abgefischt wird auch bei Minusgraden und Schneefall. "Wenn man mitten im Winter im Wasser stehen muss, hilft nur eins: warm anziehen und hart arbeiten", berichtet Lindner von den Herausforderungen seines Berufs.

Wer sich selbst ein Bild von der Moritzburger Teichwirtschaft machen will, kann am 26. und 27. Oktober das Fisch- und Waldfest in Moritzburg besuchen. Der Schlossteich wird abgefischt. Die Besucher können beim Zerlegen der Fische Zeuge sein und die frischen Karpfen kaufen.

i@www.teichwirtschaft-moritzburg.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.09.2013

Hauke Heuer

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