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Saisonbeginn im Fasanenschlösschen mit neuer Sonderausstellung

„Stroh zu Gold“ Saisonbeginn im Fasanenschlösschen mit neuer Sonderausstellung

Mit der Strohtapete, die seit 2014 restauriert im Fasanenschlösschen hängt, fing alles an. Kuratorin Margitta Hensel machte sich von der Kostbarkeit – es ist die einzige erhaltene Strohtaptete in Europa – in Sachen Strohflechtkunst auf die Suche und entdeckte eine eigene kleine Welt, die heute fast vergessen ist. Eine neue Sonderausstellung gibt nun einen Einblick.

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Kuratorin Margitta Hensel platziert einen Strohhut in der Vitrine. Am Sonntag öffnet die neue Ausstellung „Stroh zu Gold“ im Besucherzentrum des Fasanenschlösschens.

Quelle: Uwe Hofmann

Moritzburg. Mit der Strohtapete, die seit 2014 restauriert im Fasanenschlösschen hängt, fing alles an. Kuratorin Margitta Hensel machte sich von der Kostbarkeit – es ist die einzige erhaltene Strohtaptete in Europa – in Sachen Strohflechtkunst auf die Suche und entdeckte eine eigene kleine Welt, die heute fast vergessen ist. Wer weiß schließlich noch, dass die südliche Umgebung von Dresden, insbesondere die Orte Dippoldiswalde, Kreischa und Dohna, Zentren des europäischen Strohhandwerks waren? Dass die Radeberger Firma Wagawa sich um die Jahrhundertwende rühmte, mit 800 000 Hüten der größte sächsische Strohhutproduzent zu sein? Oder dass sich in Dresden der Branchenverband „Geflechtgroßhandel“ gründete, der mit der „Strohhut-Zeitung“ ein eigenes Presseorgan herausgab?

All das ist in einer Sonderausstellung im Begegnungszentrum des Fasanenschlösschens zu sehen, die ab dem Saisonbeginn im Schlösschen am Sonntag besichtigt werden kann. Sie ist der erste Baustein für eine spätere, als Dauerausstellung gedachte Schau, die sich der Geschichte des Fasanenschlösschens und seiner Restaurierung widmet. In dieser Ausführlichkeit wird das Thema Strohflechtkunst, das hier erstmals in der Region aufgearbeitet ist, aber so bald nicht wieder zu sehen sein.

Dazu gehören 100 Leihgaben aus dem Schweizer Strohmuseum Wohlen zu sehen, weitere 100 kommen von diversen Leihgebern aus der Region. Die vielen, teils sehr kostbaren Stücke, lassen die Blüte des Handwerks nachempfinden, etwa bei Borten und Stickereien, bei denen man nicht vermutet, dass sie aus Stroh gefertigt sind. Nur am Anfang war das Handwerk schließlich auf die Verarbeitung eines Nebenprodukts der Nahrungsproduktion gegründet. Später wurde Roggen oder Weizen noch vor der Fruchtreife gehauen, um besonders biegsames Stroh zu bekommen, dass sich zu Schnüren flechten ließ. Ähnlich wie in der Schweiz und im englischen Luton – ein weiteres europäisches Strohzentrum – erlebte das Handwerk durch eine Maschinisierung im 19. Jahrhundert einen weiteren Aufschwung, zumindest was die Produktionszahlen anging. In Kreischa allein gab es damals neun Hutfabriken. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte dann der Niedergang ein, als billiger produzierte asiatische Massenware den Markt zu überschwemmen begann. „Und keiner weiß mehr etwas von der einstigen Blüte“ sagt Hensel. Das stimmt jetzt nicht mehr.

Von Uwe Hofmann

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